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Zurück auf dem Platz
Schwere Zeit schweißt die SG Rieschweiler zusammen

Björn Hüther bleibt in der kommenden Saison nun doch Trainer beim Fußball-Verbandsligisten SG Rieschweiler.
Björn Hüther bleibt in der kommenden Saison nun doch Trainer beim Fußball-Verbandsligisten SG Rieschweiler. FOTO: Martin Wittenmeier / maw
Rieschweiler. Der Fußball-Verbandsligist um Trainer Björn Hüther ist in die Vorbereitung eingestiegen. Von Svenja Hofer

Es ist nicht einfach für die SG Rieschweiler, nach dem den tragischen Unfalltod von Spieler und Vorstandsmitglied Christoph Weis in den Fußball-Alltag zurückzukehren. Am Montagabend kam der Verbandsligist um Trainer Björn Hüther dennoch erstmals wieder auf dem Platz zusammen. Zum Start der Vorbereitung wurde der Mannschaft auch mitgeteilt, dass der 40-Jährige in der kommenden Saison nun doch ihr Coach bleiben wird (wir berichteten).

Eigentlich wollte Hüther eine Trainerpause einlegen. „Alles war schon darauf ausgelegt, ich habe auch alle Anfragen von anderen Vereinen abgeschmettert“, erklärt er. Doch nach dem Schicksalsschlag, bei dem Hüther nicht nur einen Spieler, sondern vor allem einen sehr guten Freund verloren hat, sei es ihm wichtig, gemeinsam durch die schwere Zeit zu gehen. „Anders wäre es nicht noch einmal zu Gesprächen gekommen“, erklärt der SGR-Coach. Aber einige Spieler, der Vorstand hätten nochmal angefragt. „Gemeinsam mit dem Verein bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass es so die beste Lösung ist.“ Auch Hüthers Frau habe ihn auf diesem Weg bestärkt, hat betont, dass Christoph Weis, es sich so gewünscht hätte. Hüthers spielender Co-Trainer wird Frederic Stark.

Am Montag sind die Rieschweiler nun auf den Platz zurückgekehrt. Obwohl das schwer ist, könne es für den ein oder anderen vielleicht auch eine Hilfe sein. „Es ist irgendwie eine Mischung aus allem“, sagt Hüther, der in den vergangenen Tagen viel mit seinen Spielern gesprochen hat. So auch am Montag zwanzig Minuten lang vor der ersten gemeinsamen Trainingseinheit des neuen Jahres. „Das ist wichtig. Es kommen Zeiten, da ist es okay, aber es kommen auch Tage, da ist es einfach nur schwer. Daher war es ganz gut, wieder auf dem Platz zu stehen, da wurden die Spieler auch mal wieder lockerer.“ Und dennoch weiß Björn Hüther, dass auch nach der Rückkehr zum Sportlichen noch richtig schwere Zeiten folgen werden. „Er war unser bester Spieler, ein echter Freund, er war sehr beliebt – das geht nicht spurlos an den Jungs vorbei.“ Und auch für Hüther selbst sei es „wirklich die härteste Zeit, die ich je mitgemacht habe.“



Daher kann der 40-Jährige auch nicht voraussagen, wie sich dieser Schicksalsschlag auf dem Platz auswirken wird. „Jetzt ist es vielleicht ganz gut, dass wir verspätet mit den Punkspielen anfangen. So konnten wie die Pause etwas verlängern. Jetzt müssen wir sehen, wie es sich entwickelt. Ich kann es selbst nur schwer einschätzen“, betont Hüther, der mit der Mannschaft behutsam Schritt für Schritt weitergehen will. Anders als die Ligakonkurrenten, die bereits am 18. Februar wieder in die Saison einsteigen, hat die SGR aufgrund von zwei spielfreien Wochen in Folge noch bis zum 4. März Zeit, sich auf den Liga-Alltag vorzubereiten. Dann geht es zuhause gegen Spitzenreiter Arminia Ludwigshafen. „Es hilft alles nichts, wir brauchen noch ein paar Punkte“, macht Hüther klar, dass er mit seinem Team, das derzeit auf Rang zehn liegt, schnellstmöglich den Klassenverbleib sichern will.

Dabei mithelfen sollen die vier Winterneuzugänge: Christoph Stemmler vom Landesligisten Eppenbrunn, Torwart Jan Ohle und Bruder Lukas nach ihrer Rückkehr vom SV Herschberg und André Reidenbach, zuletzt Trainer beim TuS Glan-Münchweiler. Sie alle sollen die Breite des Kaders, der in der Hinrunde durch viele verletzungsbedingte Ausfälle geschwächt wurde, stärken. „Und so tragisch es ist, wird uns auch Christoph als Spieler fehlen“, sagt Hüther betroffen.

Froh ist er darüber, dass am Montag gleich fünf Spieler für die kommende Runde zugesagt haben. „Wir sind da recht spät dran. Bislang habe ich mich natürlich null damit befasst“, erklärt er. Doch auch das wird Björn Hüther nun, wo klar ist, dass er Trainer in Rieschweiler bleibt, wieder angehen. Schritt für Schritt.