| 22:16 Uhr

3. Handball-Liga
Schnell an das hohe Tempo gewöhnen

Hart gekämpft: Philip Wiese im Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen II.
Hart gekämpft: Philip Wiese im Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen II. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. 3. Handball-Liga: VT Zweibrücken-Saarpfalz unterliegt nach gutem Beginn zum Auftakt 24:31 gegen Rhein-Neckar-Löwen II. Von Jadran Pesic

Lange gekämpft, am Ende aber verloren. So sind die Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz mit einer Niederlage in die Drittliga-Runde gestartet. Mit 24:31 (15:16) musste sich der Aufsteiger den Rhein-Neckar-Löwen II geschlagen geben (wir berichteten). Bis Anfang der zweiten Halbzeit hielten die Zweibrücker die Partie offen, in der Folge aber profitierten die Gäste vor allem von einer starken Torhüterleistung von Routinier Daniel Unser, der den Gastgebern mit elf Paraden den Zahn zog. Bester VTZ-Schütze war Neuzugang Tom Paetow mit sieben Treffern.

„Wir haben uns zu viel mit uns selbst beschäftigt. Mich stört, dass wir uns nicht an Absprachen gehalten haben“, erklärt der enttäuschte VTZ-Coach Danijel Grgic. Vielleicht hatte er sich insgeheim etwas mehr ausgerechnet, da klar war, dass beim Vorjahresdritten gleich drei wichtige Spieler nicht mitwirken würden. Doch nur wenige Minuten nach Anpfiff war klar, dass es zu einfach wäre, den Gegner auf diese drei zu reduzieren. „Das sind alles hervorragend ausgebildete Jungs. Da gibt es keinen Qualitätsverlust zwischen der vermeintlich ersten und zweiten Reihe“, sagte Grgic. Doch auch die VTZ zeigte gerade in der ersten Halbzeit, dass sie keineswegs chancenlos war.

Grgic ließ seine Jungs in der erwarteten Formation auflaufen. Lediglich auf Rechtsaußen, wo Neuzugang Dusan Maric startete, und am Kreis, wo der junge Robin Schweitzer den verletzten Wladislaw Kurotschkin ersetzte, hatte er im Vergleich zum Vorjahr gewechselt. Ansonsten erhielt zum Ligaauftakt die Meistermannschaft zunächst das Vertrauen – und dankte es mit gutem Handball. Die Abwehr stand sehr ordentlich und Kapitän Philip Wiese nutzte gegen die bewegliche 3:2:1-Abwehr der Gäste seine Freiräume aus dem Rückraum. Nach zwei Wiese-Treffern führten die Saarpfälzer mit 2:0 (3.). Die Gäste ließen sich aber nicht verunsichern, spielten sehr ruhig ihren Stiefel herunter. Nach dem 4:2 übernahmen langsam die Gäste das Kommando, profitierten von einfachen Fehlern der Zweibrücker. Nach einem 4:0-Lauf führten sie 6:4 (12.). Grgic reagierte und brachte für Mokris und Kraucevicius die Neuzugänge Tom Paetow und Laurynas Petrusis. Paetow zeigte direkt sein ganzes Können. Er führte geschickt Regie und war auch als Torschütze eine Bereicherung. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Gäste durch den Treffer von Yessine Meddeb auf 12:9 (20.) absetzten. Diesen Vorsprung hielten sie bis kurz vor der Pause (16:13, 27.), ehe die VTZ auf 15:16 verkürzte.



Gästecoach Abt brachte nun den erfahrenen Daniel Unser ins Tor, der Can Adanir ersetzte. Dieser Wechsel sollte die Löwen endgültig auf die Siegerstraße führen. Bis zum 17:18 (37.) blieb die VTZ in Schlagdistanz, doch Unser wurde immer stärker und entnervte die Zweibrücker mit zahlreichen Paraden. Die VTZ hatte es ihm phasenweise zu einfach gemacht. Nach einem Siebenmeter durch den starken Tim Ganz (41.) führten die Löwen beim 21:17 erstmals mit vier Treffern. Danijel Grgic versuchte es mit einer Manndeckung, später mit einer offensiven 3:3-Formation. Die Gäste hatten aber immer die richtige Antwort parat. „Wladi fehlt uns vorne wie hinten. Ich hoffe, dass er bald wieder fit ist“, betonte Grgic, wie sehr der Ausfall des Kreisläufers zu spüren war. Zu allem Überfluss verletzte sich Tomas Kraucevicius am Finger, könnte der nächste bittere Ausfall werden.

„Es ist ein anderes Tempo, woran wir uns so schnell wie möglich gewöhnen müssen“, lautete Grgics Fazit. Auch wenn das Ergebnis vielleicht eine andere Sprache spricht, braucht die VTZ keineswegs in Panik zu verfallen. „Wir müssen daraus lernen, schnell aufstehen und weiter arbeiten.“