| 22:54 Uhr

Nachwuchs-Bundesliga
Ruhiger Nachmittag für Björn Stoll

Nur durch ein Foul zu stoppen: SV64-Spieler Philipp Baus (Mitte) gegen Ostfilderns Kay Hoffmann (rechts).
Nur durch ein Foul zu stoppen: SV64-Spieler Philipp Baus (Mitte) gegen Ostfilderns Kay Hoffmann (rechts). FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Handball-Jugendbundesliga: Trainer des SV 64 kann beim 31:20-Pflichtsieg gegen Ostfildern experimentieren. Von Roman Kuhn

Die A-Juniorenhandballer des SV 64 Zweibrücken haben ihre Pflichtaufgabe gegen das Tabellenschlusslicht HSG Ostfildern problemlos gelöst. Das Team von Björn Stoll setzte sich mit 31:20 (17:8) klar durch. Beste SV64-Werfer waren Tom Ihl (8) und Sebastian Meister mit sieben Treffern.

In der Jugendbundesliga treffen die Zweibrücker neben den Nachwuchsteams der aktuellen deutschen Spitze – wie den Rhein-Neckar-Löwen, Göppingen, Stuttgart oder Balingen – auch auf einige Teams mit großer Tradition aus früheren Jahren. So auch im Falle der HSG Ostfildern, die zum einen aus dem recht unbekannten Turnerbund Ruit besteht, aber auch den ehemaligen Erstligisten TSV Scharnhausen repräsentiert. Der in den 90er Jahren in der Belle Etage des Deutschen Handballs spielte. Velimir Petkovic oder Rolf Brack, die heutigen Trainer der Bundesligisten Füchse Berlin und Göppingen, sind nur zwei namhafte Vertreter einer ruhmreichen Vergangenheit.

Der HSG-Nachwuchs, der sich in der vergangenen Spielzeit als Tabellensechster direkt für die laufende Bundesligasaison qualifizierte, präsentiert sich aber nach dem Jahrgangswechsel in der höchsten deutschen Spielklasse eher überfordert. Die bisherige Ausbeute von 0:30 Punkten und eine negative Tordifferenz von 197 Toren sprechen eine deutliche Sprache. Und so verlief das Aufeinandertreffen am Sonntag in der Ignaz-Roth-Halle auch recht einseitig. Die Zweibrücker, die verletzungsbedingt auf Tim Schaller und ihren Toptorjäger Philipp Meiser verzichten mussten, gaben auch ihrem etatmäßigen Kreisläufer und Abwehrchef Kian Schwarzer eine Pause. Schwarzer, der als Nothelfer auf der Bank saß, musste nicht eingreifen und verbrachte die gesamten 60 Minuten neben seinem Trainer. Er wurde von Sebastian Meister hervorragend vertreten, der nicht nur als Abwehrchef starke Akzente setzte, sondern im Angriff auch sieben Treffer erzielte.



Die 64er bestimmten von Anfang an das Geschehen. Die Abwehr stand als stabiles Bollwerk und die wenigen Würfe, die dennoch auf das Zweibrücker Tor kamen, konnte Keeper Norman Becker sicher entschärfen. Im Angriff zog Marc-Robin Eisel geschickt die Fäden und setzte seine Mitspieler immer wieder gekonnt ein. Über die Zwischenstände 4:0 (5.), 11:4 (17.) und 15:6 (25.) zogen die Hausherren bis zur Pause bereits uneinholbar auf 17:8 davon.

Im zweiten Abschnitt gab Stoll in Anbetracht der komfortablen Führung allen Spielern ausreichend Anteile und experimentierte mit unterschiedlichen Angriffssystemen. Vor allem der bullige Rückraumspieler Fabian Naumann machte dabei durch eine starke Leistung auf sich aufmerksam. Bemerkenswert auch der couragierte Auftritt des erst 15-jährigen B-Jugendspielers Joshua Eberhart. Er kam für Spielmacher Eisel und gilt als eines der großen Talente in der Kaderschmiede des SV 64.

Die Gäste aus Ostfildern steigerten sich und beide Teams lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch. Am Ende siegten die Hausherren aber völlig verdient. Der Zweibrücker Übungsleiter Björn Stoll erlebte so einen ruhigen Nachmittag und freute sich über den Sieg und die gute Leistung seiner Sieben: „Die Jungs haben das heute super gelöst und auch unsere Ausfälle klasse kompensiert. Ich habe mich vor allem über die Leistung der Spieler aus der sogenannten zweiten Reihe gefreut. Sie haben alle gezeigt, dass sie zu recht in diesem Team spielen.“