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Rosberg baut WM-Führung aus

Spielberg. Nico Rosberg hat mit dem Sieg beim Großen Preis von Österreich seine WM-Führung ausgebaut und darf sich langsam Gedanken über seinen ersten Titel in der Formel 1 machen. Champion Sebastian Vettel erlebte beim Red-Bull-Heimspiel dagegen einen Totalausfall. Sid-Mitarbeiterpatrick Storzer

Nico Rosberg strahlte mit der Sonne in der Steiermark um die Wette und feierte mit den knapp 100 000 Zuschauern. "Ihr seid fantastisch", rief der Mercedes-Pilot nach seinem gefühlten "Heimsieg" beim Großen Preis von Österreich vor seinem sichtlich angefressenen Teamkollegen Lewis Hamilton, der nach dem sechsten Silberpfeil-Doppelerfolg der Saison bereits 29 Punkte hinter Rosberg liegt.

Der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg machte in Spielberg den nächsten Schritt in Richtung Nachfolge des viermaligen Champions Sebastian Vettel , der ausgerechnet auf dem Red Bull Ring ein weiteres Debakel erlebte und seinen "Suzie" getauften RB10 zum dritten Mal in diesem Jahr vorzeitig abstellen musste.

"Das war definitiv ein cooler Tag, alles ist so aufgegangen, wie wir es strategiemäßig geplant hatten", sagte der 28-jährige Rosberg, der sich langsam an den Gedanken an seinen möglichen ersten Titelgewinn gewöhnen muss: "Ich denke natürlich hin und wieder darüber nach. Aber in erster Linie lebe ich den Moment. Wenn ich beim nächsten Rennen alles richtig mache, fahre ich auf Pole und gewinne wieder, darum geht es zur Zeit." Großes Lob gab es auch von Niki Lauda, dem dreimaligen Weltmeister und Aufsichtsratsvorsitzenden von Mercedes-Motorsport: "Man muss bei Nico einfach sagen: Als es darauf ankam, hatte er den Extra-Speed, da konnte der Lewis dann nicht mehr herankommen", so der Österreicher bei RTL: "Er war heute der Bessere, das muss man ganz klar sagen. Lewis knabbert jetzt daran, er muss versuchen, das wieder umzudrehen."

Die Luxus-Probleme von Hamilton hätte Sebastian Vettel derzeit gerne. "Viel Lust zu reden, habe ich nicht. Ich stehe hier und mache keine Punkte, das ist bitter", sagte der 26-Jährige. Ein bisschen Trost gab es von Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Das ist tatsächlich so eine dunkle Wolke, die über ihm schwebt. Das war einfach ein Riesenpech für Seb. Wir müssen herausfinden, was mit dem Motor passiert ist", sagte der Engländer.

Platz drei hinter den Silberpfeilen belegte der Finne Valtteri Bottas vor seinem Williams-Teamkollegen Felipe Massa, der zum ersten Mal seit 2008 von der Pole Position gestartet war. Für Bottas war es der erste Podiumsplatz in seiner Karriere. Nico Hülkenberg (Force India) holte als Neunter erneut Punkte, Kanada-Sieger Daniel Ricciardo (Australien) landete im zweiten Red Bull diesmal auf Rang acht. Adrian Sutil (Gräfelfing) im Sauber musste sich mit dem 13. Rang begnügen. In der WM-Gesamtwertung liegt Rosberg (165) jetzt bereits 29 Punkte vor Hamilton (136), Dritter ist Ricciardo (83) vor dem diesmal fünftplatzierten Fernando Alonso (Spanien/79) und Vettel (Heppenheim/60).