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Rollinger am Berg nicht zu schlagen

 Über 4000 Zuschauer bestaunten die Rennwagen am Wochenende auf der Käshofer Straße. Fotos: mh
Über 4000 Zuschauer bestaunten die Rennwagen am Wochenende auf der Käshofer Straße. Fotos: mh
Homburg. Tommy Rollinger hat die 42. Auflage des Homburger Bergrennens gewonnen. Der amtierende Bergmeister Luxemburgs setzte sich auf seinem gut 500 PS starken Rennboliden, einem Osella FA 30 Zytek, mit knapp 1,3 Sekunden vor Uwe Lang (Schweinfurt) auf Platz eins in der Gesamtwertung. Markus Hagen

Am Samstag bei den drei Trainingsläufen hatte Uwe Lang mit seinem Osella PA20/S EVO noch die Nase vorne. Er fuhr in allen drei Tests auf der 2,7 Kilometer langen Rennstrecke über die Käshofer Straße jeweils die Bestzeit aller 156 Teilnehmer in über 20 Wertungsklassen. Mit 1:09,610 Minuten war er klar besser, als sein ärgster Kontrahent aus Luxemburg, Tommy Rollinger. Er kam im letzten Trainingslauf auf 1:13,268 Minuten. "Mir war aber klar, dass ich am Sonntag bei den drei Wertungsläufen gegen Rollinger keine Chance habe", erklärte der zweitplatzierte Lang am Sonntag vor der Siegerehrung. "Mein Wagen hat knapp 390 PS. Rollinger gut 500. Das machte sich doch bemerkbar", erklärte er. Tommy Romminger war überglücklich. "Am Samstag habe ich es erst einmal langsam angehen lassen, zudem bin ich mit alten Reifen gefahren", sagte der 35-jährige Motorsportler aus dem Großherzogtum. In diesem Jahr ist er noch kein Bergrennen gefahren. "Ich konzentriere mich 2015 ganz auf den Rallyesport." Zurzeit liegt Rollinger mit einem Peugeot 207 in der Luxemburgischen Meisterschaft auf Platz drei in der Gesamtwertung. "Aber Homburg gefällt mir immer sehr gut, daher habe ich meinen Rennboliden wieder aus der Garage geholt und bin mitgefahren." Am Samstag musste sich Rollinger, wie er sagte, erst einmal wieder an das "Berggefühl gewöhnen". Schließlich habe er das letzte Bergrennen im Oktober gefahren.

Am Sonntag lief es dann aber wie geschmiert bei dem Luxemburger. In 1:09,995, 1:08,641 und schließlich 1:07,004 Minuten brauste er jeweils in allen drei Wertungsläufen als schnellster über den Berg. Uwe Lang war in jedem Lauf mit seinen Zeiten als Zweiter hinter ihm. "Damit habe ich das Optimale rausgeholt", sagt Lang. Denn Pokerer Tommy Rollinger brachte nicht nur den Vorteil seines PS-stärkeren Rennwagens ins Spiel, sondern zog auch noch für den Renntag als neue und frische Rennreifen auf seinen Wagen.

"Das war sicherlich auch ein zusätzlicher Vorteil für mich", sagte der Sieger mit einem breiten Grinsen. Mit seiner Gesamtzeit von 3:25,64 Minuten ließ er Uwe Lang (3:26,913 Minuten) doch deutlich hinter sich. Die restliche Konkurrenz war ohne Chance, wie der riesige Abstand des Gesamtdritten Frank Debruyne, der mit seinem Dallara F303 Opel mit 3:37,211 Minuten über zehn Sekunden auf die beiden besten Motorsportler des 42. Homburger Bergrennens, aufwies.

Zufrieden war der Ausrichter des Rennwochenendes, der Homburger Autombilclub HAC sein. Lange Zeit war das Rennen aus finanziellen Gründen stark gefährdet. Sponsoren und Rennsportprofi Timo Bernhard halfen. Über 800 Euro kamen bei Taxifahrten zusammen, die Bernhard angeboten hatte. "Dem HAC habe ich sehr gerne geholfen, um mit dieser Aktion meinen Beitrag zu leisten, diese Traditionsveranstaltung zu erhalten", erklärt der Gesamtsieger von 2014. In diesem Jahr war er aber nicht im Rennen dabei. HAC-Organisationsleiter Hartmut Schöffler freute sich, dass nach teilweise auch witterungsbedingten schlechten Zuschauerzahlen in den zurückliegenden Jahren diesmal die Einnahmen stimmten. Gut 4000 Zuschauer strömten am Samstag und Sonntag an die Rennstrecke, so viele wie schon lange nicht mehr.