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Stabhochsprung
Raphael Holzdeppe knackt in Hof endlich die WM-Norm

 Voll konzentriert: LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe hat zu seiner alten Form zurückgefunden und in Hof die WM-Norm gemeistert.
Voll konzentriert: LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe hat zu seiner alten Form zurückgefunden und in Hof die WM-Norm gemeistert. FOTO: Svenja Hofer
Hof/Zweibrücken. Der LAZ-Stabhochspringer überfliegt 5,80 Meter und knackt damit beim Meeting in der Hofer Altstadt die WM-Norm.

Raphael Holzdeppe blickt Richtung Latte, reißt die Arme in die Luft und jubelt über seinen gelungenen Flug über die 5,70 Meter. Die Norm für die Weltmeisterschaften Anfang August in London hat der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken damit in der Tasche. Beim Meeting in der Hofer Altstadt war es damit aber noch nicht genug für den 27-Jährigen. Auch die 5,80 Meter meisterte Holzdeppe im Anschluss ebenfalls souverän und meldet sich damit zurück in der Weltspitze. „Yess!!! Endlich. 5,80 und WM Norm!! Der Knoten ist geplatzt!!“, schreibt der Zweibrücker gleich nach dem Wettkampf erleichtert über Twitter.

Da auch der Pole Pawel Wojciechowski und der Tscheche Michal Balner mit der gleichen Anzahl an Fehlversuchen die 5,80 Meter überquerten, teilten sich die drei in Hof den ersten Platz. Damit konnte Raphael Holzdeppe am Samstag aber sehr gut leben. Nach einem holprigen Saisonstart, einer Erkältung und einem Stabbruch, die ihn zurückwarfen, kam er mit den 5,60 Metern an Pfingsten in Rehlingen eigentlich wieder ganz gut rein. Musste danach aber zwei Wettkämpfe in Folge ohne gültigen Versuch verkraften, darunter der vereinseigene Himmelsstürmer-Cup in Zweibrücken. Danach dann beim Meeting in Dessau (wir berichteten). Nervös machen lassen wollte sich Holzdeppe davon nicht. „Ich weiß, dass ich fit bin, die Werte passen“, betonte er immer wieder, dass mehr in ihm steckt, dass er es nur noch schaffen muss, im Wettkampf umzusetzen. Das ist dem Vize-Weltmeister nun gelungen, nachdem Trainer Andrei Tivontchik schon in der Vorwoche in Dessau eine Verbesserung bei seinem Schützling gesehen hat – auch wenn dort bei extrem schwierigen, sehr windigen Bedingungen kein Resultat in die Ergebnislisten eingegangen war.

Das sah in Hof wieder ganz anders aus. Die Anfangshöhe von 5,50 Metern meisterte Holzdeppe gleich im ersten Anlauf. Gewohnt abgezockt ließ er die 5,60 Meter danach aus. Beim ersten Versuch über die WM-Qualihöhe von 5,70 Metern passte es noch nicht ganz. Die Erlösung kam dann aber nach dem zweiten Anlauf. Gleichauf waren bei dieser Höhe schon nur noch die drei besten Springer des hochklassigen Wettbewerbs im Rennen. Holzdeppes DLV-Kollegen Malte Mohr (Wattenscheid) und Karsten Dilla (Leverkusen) mussten sich jeweils mit 5,50 Metern begnügen. Während sich Balner an den 5,86 Metern versuchte – und drei Mal scheiterte – wollen es Raphael Holzdeppe und Pawel Wojciechowski nun wissen. Sie ließen diese Höhe aus und nahmen erst die 5,92 Meter wieder in Angriff, was europäische Jahresbestlesitung bedeutet hätte. Doch keiner der beiden konnte noch einen gültigen Versuch landen – und so teilten sich die drei Athleten in Hof den ersten Platz.



„Raphael hat seine Sicherheit zurück“, erklärte sein Heimtrainer Andrei Tivontchik. So ähnlich sah es Jörn Elberding, DLV-Teamleiter Stabhochsprung, der Holzdeppe in Hof betreute. „Raphael hat sich selbst wiedergefunden.“

Und so schreibt dieser am Sonntag auch selbstbewusst: „Wir sehen uns in London.“ Diesem Ziel, bei den Weltmeisterschaften in London die Chance zu haben, wieder um die Spitzenplätze mitzuspringen, im besten Fall sogar den WM-Titel, den er 2013 in Moskau gewann, zurückzuerobern, ist Raphael Holzdep­pe mit der Normerfüllung auf jeden Fall schon mal einen großen Schritt näher gekommen.