| 20:12 Uhr

Handball-Oberliga
Punkt in letzter Sekunde gerettet

 Kian Schwarzer (Mitte) holte Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Siebenmeter für den SV 64 heraus, der zum 31:31-Ausgleich führte.
Kian Schwarzer (Mitte) holte Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Siebenmeter für den SV 64 heraus, der zum 31:31-Ausgleich führte. FOTO: red / Martin Wittenmeier
Mülheim/Zweibrücken. Oberliga-Herren des SV 64 Zweibrücken verspielen beim TV Mülheim eine klare Führung und müssen sich am Ende mit einem 31:31-Unentschieden begnügen.

Dramatischer hätte der Spielverlauf in der Oberligabegegnung zwischen dem TV Mülheim und dem SV 64 Zweibrücken am Sonntagabend nicht sein können. Fünf Sekunden vor Spielende gelangen den Gastgebern durch Mülheims Spielmacher Julian Vogt der vermeintliche Siegtreffer zum 31:30. Anders als noch am vergangenen Wochenende im Derby gegen die VTZ hatten die Zweibrücker Löwen dieses Mal aber Glück. Sie schalteten direkt um, führten den Anwurf schnell aus. Dabei wurde Kian Schwarzer vom Mülheimer Philipp Schwenzer umgerannt. Damit verhinderte dieser den Anwurf, wofür das Regelwerk in der letzten Spielminute die Disqualifikation und einen Strafwurf vorsieht. SV-Kapitän Tom Grieser verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 31:31-Ausgleich.

Damit hatten die Zweibrücker Löwen einen Punkt gerettet. Einen Punkt in einem Spiel, das die 64er in der 23. Spielminute klar im Griff zu haben schienen. Niklas Bayer hatte hier für die Gäste den Treffer zum 17:10-Zwischenstand erzielt und niemand in der Halle zweifelte zu diesem Zeitpunkt am Zweibrücker Auswärtssieg.

Zu souverän hatten die SVler bis dahin aufgespielt, sich kontinuierlich abgesetzt. Philipp Hammann war mit seinen fünf Treffern gegen den normalerweise sehr starken Mülheimer Keeper Tobias Zelter einer der Zweibrücker Aktivposten, sorgte gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen dafür, dass Zelter recht frühzeitig seinen Platz im Gastgebertor verließ.



So gut die SVler bis dahin abgeschlossen hatten, so schlecht klappte es dann anschließend gegen den Mülheimer Ersatzkeeper Alexander Winkel. Der avancierte zum großen Lichtblick einer bis dahin eher unauffällig agierenden Gastgebertruppe und war ein großer Rückhalt bei einer beeindruckenden Aufholjagd der Mannschaft von Trainer Hilmar Bjarnasson.

Die junge SV-Mannschaft war nicht in der Lage, aus ihrer spielerischen Überlegenheit das notwendige Kapital zu schlagen. „Wir haben uns einmal mehr nicht für unsere zeitweilig gute Leistung belohnt“, haderte auch SV-Trainer Axel Koch wegen des Spielverlaufs und des deutlichen Leistungsabfalls seiner Mannschaft im zweiten Durchgang.

Einer schwachen Trefferausbeute zu Beginn des zweiten Durchgangs – was zur Folge hatte, dass der 19:15-Halbzeitstand binnen sieben Minuten aufgebraucht war, ohne dass die 64er einen eigenen weiteren Torerfolg bejubeln durften – war geschuldet, dass aus Zweibrücker Sicht wieder das große Nervenflattern begann.

Im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte gerieten die 64er sogar in Rückstand. Spätestens nach dem Doppelschlag von Max Zerwas nach einem Zweibrücker Team-Time-out zum 25:22 in der 44. Spielminute, befürchteten die SV-Anhänger einen ähnlichen Spielausgang wie in Bitburg. Zumindest besannen sich die Löwen in der Schlussphase auf ihre kämpferischen Fähigkeiten, spielten zwar weiterhin nicht gut, konnten aber den Rückstand aufholen und kamen schließlich noch zu einem glücklichen Unentschieden.