| 16:24 Uhr

Prellball-Bundesliga Süd
TV Rieschweiler schielt auf gleich zwei DM-Tickets

 Voller Vorfreude auf das Heimspiel-Wochenende sind: Danilo Utess (TVR2), Henrik Speer (TVR2), Maic Volnhals (TVR1), Celine Schuck (TVR-Damen), Niklas Resch (TVR1) und Leo Hettrich (TVR2).
Voller Vorfreude auf das Heimspiel-Wochenende sind: Danilo Utess (TVR2), Henrik Speer (TVR2), Maic Volnhals (TVR1), Celine Schuck (TVR-Damen), Niklas Resch (TVR1) und Leo Hettrich (TVR2). FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Rieschweiler. Die Rieschweiler Prellballer richten entscheidenden Bundesliga-Spieltag am Samstag in der IGS Contwig aus. Von Martin Wittenmeier

 Wer Namen wie Huchenfeld, Babenhausen oder Rieschweiler hört, vermutet dahinter wahrscheinlich keine Sport-Hochburgen. Doch diese Orte gehören zum Besten, was der Prellball in Süddeutschland zu bieten hat. An diesem Samstag kämpfen elf Herren-Teams ab 12 Uhr in der Schulturnhalle der IGS Contwig um den Einzug in die Endrunde der Deutschen Meisterschaften im westfälischen Meinerzhagen (28./29. März). Auch der TV Rieschweiler als Ausrichter des vierten und letzten Bundesliga-Spieltags träumt von der erneuten Finalteilnahme. Doch nur die ersten vier Teams qualifizieren sich.

Und das Restprogramm für die TVR-Erste, die in der Tabelle der Bundesliga Süd momentan auf Platz drei rangiert, hat es in sich. Um sicher das Ticket für die DM-Endrunde zu lösen, muss die Mannschaft um Kapitän Maic Volnhals vier ihrer fünf Spiele am Samstag gewinnen. Auftaktgegner um 12 Uhr ist direkt der aktuelle Ligazweite, TV Huchenfeld, der sich am letzten Spieltag in Topform präsentierte und dem amtierenden Deutschen Meister TSV Ludwigshafen die erste Niederlage (29:33) seit über einem Jahr zufügte. „Die sind brutal stark“, warnt TVR-Abteilungsleiter Manfred Hettrich vor den in der Rückrunde noch ungeschlagenen Baden-Württembergern, die mit 24:6-Zählern momentan zwei Punkte vor dem TVR liegen.

Im zweiten Spiel (12.50 Uhr) wartet mit dem VfL Waiblingen I ein Gegner, der dem Rieschweilerer Team in der Vergangenheit nicht sonderlich gelegen hat, wie Hettrich betont. Allerdings haben sich die Vorzeichen geändert: Nachdem es in der Vorsaison noch zwei Niederlagen gegen den Tabellenfünften setzte, drehte der TVR den Spieß im Hinspiel um und gewann mit 35:29. „Die beiden Waiblinger Teams sind zwei Gegner, die wir schlagen müssen“, gibt sich Volnhals selbstbewusst. „Wenn wir hier verlieren, haben wir die Quali auch nicht verdient“, sagt der 24-Jährige.



Mit der Waiblinger Zweiten (15.45 Uhr) hat der TVR zudem noch eine Rechnung offen. In der Vorrunde kassierte man eine knappe 32:35-Niederlage, für die sich das Rieschweilerer Quartett auf heimischem Parkett revanchieren möchte. Zuvor steht aber eine „Pflichtaufgabe“ für Volnhals und Co. auf dem Plan. Gegen den Vorletzten TV Freiburg St. Georgen II (14.30 Uhr) sind zwei Punkte fest einkalkuliert. „Wir haben in dieser Runde gegen die direkte Konkurrenz gut gepunktet, aber gegen schwächere Gegner verloren. Von daher ist noch alles offen“, hofft Volnhals, dass sich sein Team keine unnötigen Patzer leistet.

Die schwerste Aufgabe wartet ohnehin ganz am Ende. Zum Rundenabschluss trifft der TV Rieschweiler I auf die „Übermannschaft“ vom TSV Ludwigshafen, gegen die die junge TVR-Truppe in der Bundesliga noch nie gewonnen hat. Der deutsche Meister geht allerdings gehandicapt in den letzten Spieltag, weiß Hettrich. „Bei denen hat sich der Mittelmann den Finger gebrochen und fällt am Wochenende aus.

Maic Volnhals setzt im Kampf um die DM-Qualifikation auch auf den „kleinen Heimvorteil“ seines Teams, in dem auch sein Bruder Alexander, der allerdings bei der Bundeswehr in Marburg stationiert ist und nur zu den Spieltagen anreist, sowie Niklas Resch und Niklas Speer spielen. „Wir sind den Hallenboden gewohnt und wissen, was uns erwartet.“ In Contwig rutsche der Ball schneller durch und würde dadurch mehr Tempo bekommen. „Darauf muss man sich zum Beispiel bei der Annahme einstellen“, erklärt der TVR-Kapitän, der vor fast 20 Jahren mit dem Prellball anfing. Dass er nicht Fußball oder Handball spielt, sondern viel Zeit in einen dann doch eher „exotischen Sport“ investiert, sei aber gar nicht so verwunderlich: „Wer in Rieschweiler wohnt, kommt am Prellball gar nicht vorbei“, sagt Volnhals mit einem Lachen. „Es ist ein familiärer Sport, der unheimlich viel Spaß macht – besonders wenn man auch noch Erfolg damit hat.“

Und Erfolg hatten die Rieschweilerer Prellballer in den letzten Jahren. Zweimal in Folge schafften die Südwestpfälzer den Sprung in die Endrunde, wo die zwölf besten Mannschaften aus ganz Deutschland - jeweils vier aus den Staffeln Nord, Mitte und Süd - gegeneinander antreten. Im vergangenen Jahr landete der TVR auf Rang elf, bei der DM-Premiere wurde man sogar Siebter. Volnhals reizt aber auch das ungleiche Duell „David gegen Goliath“ am Prellball. „Es ist eine tolle Sache, wenn man sich als kleines Dorf mit Großstädten wie Ludwigshafen oder Bremen messen kann.

Auch für das Frauenteam des TV Rieschweiler wird der letzte Spieltag äußerst spannend. Als Fünfter hat die Mannschaft nur zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenvierten SV Weiler und darf sich ebenfalls noch Hoffnung auf ein Ticket für die Endrunde der Deutschen Meisterschaften. Zumindest auf dem Papier haben die TVR-Damen gute Karten. Neben Weiler treffen sie in Contwig zwar noch auf den Dritten Babenhausen. Mit Zeilhard, Freiburg St. Georgen II und Waiblingen, die allesamt das Tabellenende zieren, warten aber auch noch drei schlagbare Mannschaften auf die Rieschweilerinnen.

Die zweite Herren-Mannschaft wird dagegen den Abstieg aus der Südstaffel kaum mehr verhindern können. Trotz einiger knapper Ergebnisse steht der TVR II noch immer ohne Punkte da. Ziel am letzten Spieltag werde es daher sein, den ersten Sieg der Runde zu erkämpfen und die anderen Mannschaften so lange wie möglich, zu ärgern, sagt Hettrich.