| 00:00 Uhr

Plötzlich in der Spitzengruppe

Ratingen. Ein wichtiger Sieg beim Mitaufsteiger SG Ratingen ist dem SV 64 Zweibrücken in der Dritten Handball-Liga West am Samstag gelungen. Mit 27:24 setzte sich das Team von Stefan Bullacher durch und klettert in der Tabelle weiter nach oben. Christian Gauf

Zweites Auswärtsspiel - zweiter Auswärtssieg. Über einen gelungenen Start in die Dritte Handball-Liga West kann sich der SV 64 Zweibrücken freuen. Durch den 27:24 (13:11)-Erfolg bei der SG Ratingen liegt der Aufsteiger überraschend mit 6:2 Punkten in der Spitzengruppe.

"Uns nutzen die Erfahrungen, die wir vor zwei Jahren in der Dritten Liga machen durften", erklärt SV-Trainer Stefan Bullacher. "Das war heute gegen einen Mitaufsteiger jedenfalls ein ganz wichtiger Sieg". Die SV-Truppe war einmal mehr gut auf den Gegner eingestellt, schaffte es mit ihrer 3:2:1-Abwehr die starke Rückraumreihe der Gastgeber auf Distanz zu halten. Und sie setzte mit ihren überfallartigen Kontern unangenehme Nadelstiche bei den Gastgebern. So machten die SVler in der unangenehm warmen Halle - durch ein defektes Heizungsventil lagen die Temperaturen bei schwülen 26 Grad - durch drei Kontertore von Benni Zellmer (2) und Jerome Müller aus dem 3:2-Rückstand eine 3:5-Führung (7.). Diese Gaben die Gäste bis zum Schluss nicht wieder aus der Hand. Dennoch waren die SVler am Samstagabend alles andere als fehlerfrei, ließen immer wieder einmal einfache Gegentore zu, als sie in der Abwehrformation Abstimmungsfehler offenbarten. Dennoch habe die Mannschaft die Vorgaben Bullachers erfolgreich umgesetzt und das Tempo hochgehalten. Zwei SV-Akteure stachen am Samstagabend heraus: Ladi Kovacin im SV-Tor mit 15 gehaltenen Würfen und Jugendnationalspieler Jerome Müller, der gegen den Mitaufsteiger 13 Tore erzielte.

Über den 11:13-Halbzeitstand baute die Bullacher-Truppe ihren Vorsprung nach dem Seitenwechsel kontinuierlich aus und lag schließlich acht Minuten vor dem Spielende eigentlich entscheidend mit sieben Toren in Front. "Wir haben in der ersten Hälfte mit unserer Leistung im negativen Sinne Voraussetzungen geschaffen, die uns aus dem Konzept gebracht haben", bemerkte Ratingens Trainer Richard Ratka. Er ging dabei auf die drei Siebenmeter-Strafwürfe im ersten Durchgang von Ben Schütte, Florian Schlierkamp und Mike Schulz ein, die allesamt eine sichere Beute des Zweibrücker Torwarts waren. Jugendnationalspieler Jerome Müller bekamen die Ratinger am Samstag überhaupt nicht in den Griff. Nicht bei seinen unnachahmlichen Kontern, nicht bei seinen variantenreichen Rückraumwürfen und auch nicht in der Schlussphase der Begegnung, als er vom 71-fachen Nationalspieler Richard Ratka mit einer Manndeckung betraut wurde. Zwar kamen die Ratinger nach dem 19:26 (53.) noch einmal gefährlich auf, doch verpassten sie beim Stande von 24:26 90 Sekunden vor Spielende per Tempogegenstoß die Chance zum Anschluss. Der frühere Bundesligaspieler Ben Schütte vertendelte, sodass die SVler im letzten Angriff durch Aris Wöschler zum 27:24 kamen.

Am kommenden Samstag kommt es nun in Zweibrücken zu einem echten Topspiel, wenn Tabellenführer HSG Krefeld in Zweibrücken zu Gast in der Ignaz-Roth-Halle ist.

Zum Thema:

Auf einen BlickSV 64: Kovacin und Klöckner - Balaz 3, Enders 2, A. Wöschler 4 - Müller 13, Mathieu - Zellmer 3 -, N. Wöschler 1, Denk 1, Hammann, Vallet, Pohland.Zeitstrafen: 2:10 min.Siebenmeter 5/2 - 0.Zuschauer: 150.Schiedsrichter: Steinebach/Wulfestieg. cg