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Eishockey-Regionalliga
Playoff-Plätze sind wieder in Sichtweite

Selbst auf Knien nicht vom Puck zu trennen: Tomas Vodicka (vorne) gab am Sonntag sein Comeback im Trikot des EHC Zweibrücken.
Selbst auf Knien nicht vom Puck zu trennen: Tomas Vodicka (vorne) gab am Sonntag sein Comeback im Trikot des EHC Zweibrücken. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Ungefährdet mit 5:1 hat Regionalligist EHC Zweibrücken am Sonntagabend das Schlusslicht EHC Freiburg 1b besiegt. Mit dem Erfolg schieben sich die Hornets vor auf Rang fünf. Von Martin Wittenmeier

Pflichtaufgabe erfüllt, drei Punkte eingefahren: Mit 5:1 (1:0/2:1/2:0) hat der EHC Zweibrücken am Sonntagabend sein Heimspiel in der Eishockey-Regionalliga Südwest gegen Schlusslicht EHC Freiburg 1b gewonnen. Die Hoffnung, doch noch auf den Playoff-Zug aufzuspringen, lebt damit weiter. „Wir haben unseren Job gemacht, das zählt“, meinte ein zufriedener Hornets-Coach Terry Trenholm anschließend. Eine schöne Randnotiz: Trenholms Vorgänger Tomas Vodicka stand erstmals in dieser Saison als Spieler auf dem Eis.

Zudem feierte Neuzugang Vladimir Zvonik in der Defensive sein Debüt im Zweibrücker Trikot. Für ihn hatte Trenholm nach dem Schlusspfiff ein Sonderlob parat: „Er hat seine Sache richtig gut gemacht, war überall auf dem Eis zu sehen. Manchmal ist der Stürmer in ihm durchgekommen, aber er ist dann auch immer die Wege mit zurückgegangen.“ Dafür war Marius Metzner nicht mehr mit von der Partie. Der Stürmer ist nach drei Jahren in Zweibrücken zu Ligakonkurrent Maddogs Mannheim gewechselt. Dem Studenten der Uni Mannheim war der Aufwand mit zweimal Training und einem Spiel am Wochenende zu hoch geworden.

Die Hornets starteten schwungvoll ins erste Drittel. Fabian Fellhauer, Marc Lingenfelser und Andre Nunold hatten gute Gelegenheiten, die aber vom starken Gästetorwart Constantin Haas vereitelt wurden. Coach Trenholm vermisste ein wenig das Tempo im Spiel. „Wir müssen den Puck einfach schneller nach vorne bringen, um mehr Gefahr zu erzeugen“, erklärte er. Kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts war Goalie Haas dann aber doch geschlagen: Dan Radke legte auf Marco Trenholm zurück, der die Scheibe 39 Sekunden vor der Schlusssirene per Rückhandschuss zum überfälligen 1:0 für den EHCZ ins Freiburger Tor beförderte. Damit war der Bann gebrochen.



Eher schleppend kamen beide Mannschaften aus der Kabine, das Mitteldrittel plätscherte in den ersten Minuten vor sich hin. Die Hornets waren vor allem darauf bedacht, sich keinen Konter einzufangen, und gingen daher kein allzu großes Risiko. Eher zufällig fiel dann das 2:0. Erneut war es die Kombination Radke-Trenholm, die zum Erfolg führte. Der US-Amerikaner bediente den Trainersohn (30.), der den Puck zum zweiten Mal hinter Haas im Freiburger Kasten versenkte.

Als Christian Werth nur 120 Sekunden später nach Vorlage von Maximilian Dörr sogar auf 3:0 erhöhte, sahen die Zweibrücker bereits wie die sicheren Sieger aus. Doch die Wölfe aus dem Breisgau wehrten sich und nutzen ihr zweites Überzahlspiel, um auf 1:3 zu verkürzen. Als Hornets-Verteidiger Pascal Sefrin eine Strafzeit abbrummte, traf Alexander Kinderknechts mit einem verdeckten Schuss zum 1:3. Sebastian Trenholm im Zweibrücker Kasten war da machtlos.

Dennoch hatte man nie das Gefühl, den Hornets könnte die Partie noch entgleiten. Anders als in den Wochen zuvor, als die Trenholm-Truppe mehrmals klare Führungen im Schlussdrittel noch verspielte, kontrollierten sie am Sonntag das Geschehen und ließen hinten fast gar nichts mehr zu. „Die Defensive hat gut zusammen gearbeitet und kompakt gestanden“, erklärte Trenholm, der noch einmal die Disziplin an diesem Abend explizit heraushob. „Drei oder vier Strafen pro Spiel sind absolut okay. Nur 30 Strafminuten wie zuletzt gehen gar nicht. Aber ich hatte die Jungs ja vor dem Spiel extra noch einmal gewarnt“, betonte der EHC-Trainer mit einem Augenzwinkern. Wobei das Team etwas Glück hatte, dass der Referee einen robusten Check von Neuzugang Vladimir Zvonik nur mit einer Zehn-Minuten-Strafe ahndete.

Das ganz große Feuerwerk brannten beide Teams im Schlussabschnitt nicht mehr ab. Dennoch klingelte es noch zweimal im Gästetor. Maximilian Dörr schnappte sich nach einem Schuss von Tomas Vodicka den Abpraller und erhöhte auf 4:1 (46.). Nachdem eine anderthalbminütige 5:3-Überzahl ohne weiteren Torerfolg blieb, machte Andre Nunold drei Sekunden vor dem Spielende mit dem 5:1 den Deckel drauf.

Durch den Heimsieg klettern die Hornets wieder näher an die ersten vier Play-off-Plätze heran. Mit jetzt 18 Punkten liegt der EHCZ als Fünfter drei Zähler hinter dem EV Ravensburg. Bereits am Freitag wartet allerdings eine ganz schwere Aufgabe auf die Zweibrücker, denn dann geht es zu Tabellenführer SC Bietigheim-Bissingen.

Zudem drohen einige Abwehrspieler auszufallen. Routinier Bernd Hartfelder war bereits verletzt ins Freiburg-Match gegangen und musste zwischenzeitlich raus. Teamkollege Pascal Sefrin plagte sich mit Knieproblemen rum, und auch der Einsatz von Florian Wendland, der einen Schlagschuss abbekommen hatte, ist fraglich. „Gegen Bietigheim müssen wir definitiv noch mehr Tempo in unser Spiel bringen, wenn wir da bestehen wollen. Da haben wir noch Luft nach oben“, sagte Trenholm.