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Ohne Netz und doppelten Boden an die Weltspitze

 Mathias Conrad gehört zur Elite der deutschen Kletterer. Heute startet der Zweibrücker bei der Boulder-WM in München. Foto: pma
Mathias Conrad gehört zur Elite der deutschen Kletterer. Heute startet der Zweibrücker bei der Boulder-WM in München. Foto: pma FOTO: pma
Zweibrücken/München. Heute startet im Münchner Olympiastadion die Weltmeisterschaft im Bouldern. In schwindelnder Höhe kämpfen die besten Kletterer der Welt bis Samstag um den Titel. Auch ein Zweibrücker rechnet sich gute Chancen aus. Martin Wittenmeier

"Niemand fährt hier hin, um Zweiter zu werden." Mit jeder Menge Selbstvertrauen reist Mathias Conrad vom Deutschen Alpenverein (DAV), Sektion Zweibrücken, zu seiner dritten Weltmeisterschaft im Bouldern. Der 25-Jährige gehört zum fünfköpfigen deutschen Herren-Aufgebot, das ab heute in München um den Titel klettert. Insgesamt haben sich mehr als 250 Athleten aus 30 Nationen für das Sport-Event angemeldet.

Den außergewöhnlichen Sport hat er im Alter von neun Jahren für sich entdeckt. "Bekannte aus Bayern haben mich damals mit in eine Kletterhalle genommen. Mit 13, 14 Jahren habe ich dann angefangen, Bouldern nicht mehr nur als Hobby zu sehen und immer leistungsorientierter trainiert", erzählt Conrad, der sich gerade auf dem Weg nach München befindet. Im "Camp 4" am Zweibrücker Flughafen findet Mathias Conrad beste Trainingsmöglichkeiten vor. Er selbst ist hier als Trainer angestellt und leitet nebenbei auch einen Routenbauservice, der Kletterhallen in Deutschland bedient. Mit seiner Leistungsgruppe hat er einen Trainingsplan für das ganze Jahr ausgearbeitet. Muskelaufbau, Kraftausdauer, die Vorbereitung auf die WM im eigenen Land war schweißtreibend. Zum erfolgreichen Klettern gehöre allerdings mehr als reine Muskelkraft, erklärt Conrad: "Bouldern ist zu einem großen Teil Kopfsache, und natürlich spielt auch das Glück eine Rolle. Dem einen liegt die gesteckte Route, dem anderen nicht."

Deshalb sei es auch so schwierig, im Vorfeld Prognosen abzugeben. "Es gibt bestimmt 40 Teilnehmer, die den Sprung in das Finale der besten Sechs oder Sieben schaffen können. Jeder kämpft für sich und gegen die Wand."

Ab zehn Uhr tritt Mathias Conrad heute in der Qualifikationsrunde um den Einzug in das Halbfinale an. Die Vorschlussrunde findet am Samstag zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr statt, das Finale um 18.30 Uhr.