| 16:14 Uhr

Handball-Oberliga
Offensivstarke VTZ Saarpfalz überrollt Mülheim

 Dominik Rifel (am Ball) von der VTZ Saarpfalz trug sich beim Kantersieg gegen Mülheim auch in die Torschützenliste ein.
Dominik Rifel (am Ball) von der VTZ Saarpfalz trug sich beim Kantersieg gegen Mülheim auch in die Torschützenliste ein. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Beim Handball-Oberligisten aus Zweibrücken lief beim 38:29-Erfolg über den TV Mülheim viel zusammen. Als nächstes steht das Stadtderby an. Von Jadran Pesic

Die Leistungskurve der Oberliga-Handballer der VT Zweibrücken zeigt weiter nach oben. Wie schon in der Vorwoche beim klaren Erfolg gegen den HC Dillingen/Diefflen, zeigten die Spieler gegen den TV Mülheim, dass die Ideen des neuen Zweibrücker Trainergespanns erste Früchte tragen. Mit 38:29 (19:12) schlagen sie den Underdog klar und überzeugend, auch wenn sie gerade in der Abwehr noch viel Luft nach oben haben.

Eine positive Nachricht gab es bereits vor dem Spiel zu vermelden: Die Zweibrücker präsentierten als Neuzugang den Franzosen Loic Laurent, der den kleinen Zweibrücker Kader vorerst mal bis zum Saisonende verstärken wird.

Gegen Mülheim gab Laurent gleich sein Debüt. In der 14. Spielminute kam der Neuzugang, der zuvor für den TuS Dansenberg auf Torejagd ging, als Einwechselspieler in die Partie. Wenig später setzte er gleich mit einem No-Look-Pass hinter dem Rücken Kreisläufer Erik Zilincik in Szene, der souverän abschloss. Auch wenn ihm noch deutlich anzumerken war, dass er lange nicht gespielt hatte ließ er immer mal wieder seine Klasse aufblitzen. „Loic trainiert jetzt seit zwei oder drei Wochen bei uns mit. Jeder Sportler weiß, wie schwer es ist, wenn man lange nicht gespielt hat. Wir sind aber sehr froh ihn bei uns zu haben“, sagte Coach Philip Wiese nach der Partie. Laurent wird zunächst einmal bis zum Saisonende bei der VTZ bleiben.



Gegen den TV Mülheim zeigten sich die Zweibrücker sehr spielfreudig, ließen aber dafür in der Abwehr zu oft auch Zügel schleifen. So beschrieb Mülheim-Coach Hilmar Bjarnason die Partie später als einen „Tag der offenen Tür“. Beide Mannschaften hätten die Abwehrarbeit vernachlässigt.

Auch Wiese, der dieses Mal die alleinige Verantwortung für die Geschicke seiner Mannschaft zu tragen hatte, sah es ähnlich. „Mit 29 Gegentoren bin ich nicht zufrieden. Bis zur Halbzeit war das noch ganz ok. In der zweiten Halbzeit haben wir aber im Angriff zu viele Bälle verloren und dann durch Gegenstöße, aber auch durch den linken Rückraum der Gäste einfache Tore bekommen. Das muss besser werden.“

Besonders spielfreudig zeigten sich bei den Rosenstädtern vor allem Kapitän Martin Mokris und Kreisläufer Erik Zilincik. Das Duo steuerte insgesamt 18 Treffer zum klaren Heimerfolg bei und war kaum zu halten.

Von Beginn an drückten die Saarpfälzer ordentlich auf das Gaspedal. Als sie bereits 3:1 führten, waren gerade mal 1:35 Minuten gespielt. Doch die Gäste aus Mülheim ließen sich davon nicht ins Bockshorn jagen und blieben auf Schlagdistanz. Als der gute Tom Paetow in der 14. Spielminute auf 9:5 erhöhte, hatte Gästetrainer Bjarnason genug gesehen und nahm eine Auszeit.

In der Folge fing sich seine Mannschaft und verkürzte den Rückstand bis auf 10:8. „Wir haben dann eine Chance im Gegenstoß und anstatt auf 10:9 zu verkürzen, kriegen wir später das 11:8“, trauerte er der vergebenen Chance nach. Die VTZ übernahm jetzt die Kontrolle in der Partie und hatte in der Phase in Yannic Klöckner einen bestens aufgelegten Schlussmann. Bis zur Halbzeit hatten sie den Vorsprung auf komfortable 7 Punkte ausgebaut (19:12).

Da auch in der zweiten Halbzeit beide Mannschaften der Abwehrarbeit nicht die höchste Priorität zukommen ließen, entwickelt sich eine sehr muntere Partie mit vielen Toren. Die Gastgeber konnten ihren Vorsprung sogar etwas ausbauen und zeigten sich im Angriff ideenreich und effektiv. Die Partie war nach dem Treffer des starken Martin Mokris zum 24:14 (37.) früh entschieden. Zwischenzeitlich konnten die Hausherren den Vorsprung gar noch etwas weiter ausbauen, und das obwohl Wiese viel durchwechselte. Zumindest im Angriffsspiel kam bis zum Ende kein wirklicher Bruch ins Spiel.

Nach einer Fastnachtspause in der nächsten Woche steigt in 14 Tagen dann das große Stadtderby gegen den SV 64 Zweibrücken. Die Meisterschaft ist dem Ligaprimus bei sechs Punkten Vorsprung kaum noch zu nehmen. Dementsprechend geht der SV 64 auch als klarer Favorit in die Partie. Die VTZ Saarpfalz, die in den letzten beiden Spielen gute bis sehr gute Ansätze gezeigt hat, kann nur mit einer Top-Leistung dem Tabellenersten gefährlich werden. Doch nach den letzten beiden Partien ist es zumindest nicht ausgeschlossen, dass die Überraschung gelingen kann. Wichtig wird es sein Neuzugang Laurent noch weiter zu integrieren. Eine schnelle Genesung der angeschlagenen und verletzten Spieler dürfte die Chancen der VTZ im Derby auch weiter erhöhen.

VTZ: Yannic Klöckner (1-41, 9 Paraden), Alexander Dörr (42-60, 3 Paraden) im Tor, Martin Mokris 10/3, Erik Zilincik 8, Tom Paetow 6, Tomas Kraucevicius 5, Richard Wilga 3, Jonas Mayer 2, Dominik Rifel 2, Jacob Brauns 1, Loic Laurent 1, Jannick Flockerzi