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Offensivspieler verlässt den FC Homburg
Drei ereignisreiche Jahre beim FCH enden

 Der 23-jährige Tom Schmitt erlebte beim FC Homburg in drei Spielzeiten so einiges an Höhen und Tiefen.
Der 23-jährige Tom Schmitt erlebte beim FC Homburg in drei Spielzeiten so einiges an Höhen und Tiefen. FOTO: red / Markus Hagen
Homburg. Offensivspieler Tom Schmitt verlässt den Fußball-Regionalligisten nach der Saison. Am Samstag ist sein letztes Heimspiel, Gegner im Saarpfalz-Derby ist der FK Pirmasens. Von Ralph Tiné und Markus Hagen

Waren es die Strapazen des gerade beendeten Trainings im strömenden Regen. Oder ist es der Wehmut über seinen baldigen Abschied. Auf jeden Fall macht Offensivspieler Tom Schmitt einen etwas bedrückten Eindruck, als er über seine zu Ende gehende Zeit beim FC Homburg redet. Das letzte Heimspiel des Fußball-Regionalligisten in dieser Saison gegen Mitaufsteiger FK Pirmasens an diesem Samstag, 14 Uhr, wird für Schmitt auch der letzte Auftritt im Waldstadion sein– zumindest im FCH-Trikot.

„Ich war drei Jahre hier, habe in der Zeit viel erlebt: Abstieg, Wiederaufstieg – und in dieser Saison haben wir als Aufsteiger auch etwas Besonderes geschafft. Klar ist das Spiel am Samstag ein besonderes für mich“, sagt der gebürtige Koblenzer. Mit seiner vorbildlichen Einstellung hat sich Schmitt beim FCH-Anhang viele Freunde gemacht. Wenn er aufläuft, kann man sicher sein, volle Pulle zu bekommen.

Vor allem in der Saison 2017/2018, als dem FCH nach dem Abstieg aus der Regionalliga mit einem furiosen Ritt durch die Oberliga der sofortige Wiederaufstieg gelang, erhielt der Außenstürmer viel Lob. Mit zwölf Toren und ebenso vielen Vorlagen hatte Schmitt entscheidenden Anteil am Titel. „Der Aufstieg war ein unbeschreibliches Erlebnis. Damals sind wir als Team so eng zusammengerückt, dass wir das sogar in die Regionalliga übertragen konnten“, erzählt er. Zurück in der vierthöchsten Spielklasse, lief es für Schmitt zunächst gut. Jedoch nahmen die üppigen Einsatzzeiten, die der 23-Jährige in der ersten Saisonhälfte hatte, danach rapide ab. Der Einsatz war nach wie vor einwandfrei, der fußballerische Ertrag stimmte aber nicht mehr mit dem läuferischen und kämpferischen Aufwand überein. Es reichte einfach nicht mehr für die deutlich gestiegenen Ansprüche der Mannschaft. „Ich glaube, ich habe zu Beginn der Saison gute Spiele gemacht und hatte dann eine Phase, wo es nicht so lief. Daraus muss ich lernen“, sagt Schmitt und beweist eine erstaunliche Selbstreflexion für einen Spieler seines Alters. „Ich denke, ich muss mehr Konstanz auf dem Platz bringen. Wenn ich das bei meinem neuen Verein schaffe, glaube ich, dass vieles möglich ist.“



Wie es nach dem FCH für ihn weitergehen wird, lässt Schmitt entspannt auf sich zukommen. Er weiß, dass die konkreten Personalplanungen bei vielen Vereinen erst losgehen, wenn Auf- und Abstiege nach dem letzten Spieltag feststehen. „Ich würde die Region auch mal komplett wechseln. Auch das Ausland kann ich mir vorstellen“, sagt Schmitt. So verlässt er Homburg „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie er sagt. „Ich freue mich auf neue Herausforderungen, aber ich habe hier auch Leute kennen gelernt, die ich ins Herz geschlossen habe – vielleicht sogar Freunde, wenn man es im Fußball so nennen kann.“ Wahrscheinlich war es dann doch eher Wehmut, der für die leicht bedrückte Stimmung sorgte.

Neben Schmitt werden am Samstag auch Gaetano Giordano, Christian Lensch und Marco Gaiser verabschiedet. Ebenfalls verlassen sollen den Verein Bernd Rosinger und Sven Sellentin. Ob der auslaufende Vertrag von Konstantinos Neofytos verlängert wird, ließ FCH-Trainer Jürgen Luginger offen.

Der Coach will sich am Samstag mit einem Heimsieg von den Fans verabschieden. Doch Luginger weiß, dass der FKP eine schwer bespielbare Mannschaft ist, die sehr kompakt auftritt. „Sollten wir in Rückstand geraten, wird es verdammt schwer, das Spiel noch zu drehen.“

Indessen zeigt sich FKP-Trainer Peter Tretter, der nach der Saison als Coach aufhört und ins Management des Vereins wechselt, sehr zufrieden, dass sein Team vorzeitig den Klassenerhalt nach zuletzt fünf Siegen in Folge geschafft hat. „Ich bin selbst überrascht, dass wir den Ligaerhalt schon drei Spiele vor Saisonende unter Dach und Fach haben.“ Seine Mannschaft könne, wie der FC Homburg auch, ohne Druck aufspielen. „Wir wollen dennoch in Homburg und auch anschließend gegen Elversberg nicht leer ausgehen.“ Tretter will die beiden Topclubs ärgern. Favorit sei am Samstag klar der FC Homburg. „Mein Kollege Jürgen Luginger macht großartige Arbeit, wie man nicht nur in der Oberliga mit der souveränen Meisterschaft sehen konnte, sondern auch jetzt als Aufsteiger in der Regionalliga mit Platz drei.“ Nur zu gerne würde der FKP dennoch für die Oberligapartie der Vorsaison Revanche nehmen, als Homburg im Waldstadion vor 4000 Zuschauern den späteren Vizemeister mit 3:0 bezwang.

Gestern ist der FC Homburg auf dem Transfermarkt tätig geworden. Mit dem 24-jährigen Damjan Marceta wurde der Torjäger des Meisters der Hessenliga und Aufsteiger zur Regionalliga Südwest FC Gießen bis Juni 2021 für zwei Jahre unter Vertrag genommen. In den bisherigen 23 Saisoneinsätzen für Gießen schoss Marceta 20 Treffer. „In allen seinen Stationen bewies Damjan eine hervorragende Torquote. Er ist ein sehr beweglicher Stürmer und mehr als nur eine Ergänzung unseres Kaders“, betonte FCH-Trainer Jürgen Luginger.