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SV 64 Zweibrücken
Mit dem Credo von Jürgen Klopp in die Zukunft

  Auch Kreisläufer Benjamin Zellmer (am Ball) hat seinen Vertrag beim SV 64 Zweibrücken schon früh verlängert. Er ist momentan der einzige Feldspieler der Löwen, der nicht schon seit der Jugend für den Verein aufläuft.
Auch Kreisläufer Benjamin Zellmer (am Ball) hat seinen Vertrag beim SV 64 Zweibrücken schon früh verlängert. Er ist momentan der einzige Feldspieler der Löwen, der nicht schon seit der Jugend für den Verein aufläuft. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Nicht nur sportlich läuft es für die Handballer vom SV 64 Zweibrücken rund. Der Oberliga-Tabellenführer hat die Verträge mit zahlreichen Spielern verlängert. Auch Trainer Stefan Bullacher hält dem Verein die Treue. Von Roman Kuhn

Die Oberligahandballer des SV 64 Zweibrücken befinden sich zwar seit zwei Wochen in der Winterpause – doch der Vorstand der 64er arbeitet weiter mit Hochdruck an der Kaderplanung für die kommende Saison. Und das erfolgreich. Bislang zwölf Spieler haben den Verantwortlichen zugesagt, dem aktuellen Tabellenführer auch in der nächsten Spielzeit die Treue zu halten. Alle Vereinbarungen gelten sowohl für die Oberliga als auch für die 3.Bundesliga. „Ich bin froh und stolz, dass der überwiegende Teil der Mannschaft schon so früh entschieden hat, unseren eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen. Das bestätigt uns in unserer Philosophie“, freute sich der erste Vorsitzende Jürgen Knoch.

Trainer Stefan Bullacher hat seinen Vertrag bereits vor Wochen verlängert. Der A-Lizenzinhaber trainiert neben den Herren auch die männliche C-Jugend des Vereins. „Ich habe schon bei meiner Rückkehr im letzten Jahr mit dem Vorstand besprochen, dass ich mein Engagement nicht an Spielklassen festmache, sondern mit den Menschen verbinde. Unsere gemeinsame Entwicklung geht auf allen Ebenen in die richtige Richtung. Unsere Jungs bekennen sich klar zum Verein und im Nachwuchsbereich bauen viele fleißige Hände ein starkes Fundament für die Zukunft. Meine Zusage war eine Selbstverständlichkeit“, hebt Bullacher, der nach seiner Tätigkeit beim Drittligisten TV Hochdorf vor anderthalb Jahren trotz höherklassiger Angebote überraschend zum SV 64 zurückgekehrt war, das Gesamtkonzept des Vereins hervor.

Noch früher als der Trainer legten sich allerdings Tom Grieser, Niklas Bayer und Torwart Marko Ivankovic auf eine weitere Zusammenarbeit fest. Alle drei Leistungsträger gaben schon vor der laufenden Saison ihre Zusage für zwei Jahre.



Auch die beiden Kapitäne Philipp Hammann und Benni Zellmer bleiben bis mindestens 2021 beim SV64. „Ich fühle mich hier bei den Löwen sehr wohl und freue mich sehr, weiter ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Unsere Entwicklung diese Saison ist großartig und ich bin mir sicher, dass noch einiges an Potenzial in uns steckt“, sagt Hammann. Der schnelle Rechtsaußen wechselte mit dreizehn Jahren in die C-Jugend der Löwen und debütierte in der Aufstiegssaison 2013/14 in der ersten Mannschaft. Bereits zwei Jahre zuvor trug Vize-Kapitän Zellmer erstmals das Trikot der Löwen. Er kam damals von der TSG Friesenheim und ist aktuell der einzige Feldspieler, der nicht schon in der Zweibrücker Talentschmiede ausgebildet wurde. „Seit ich 2011 zum SV 64 gewechselt bin, fühle ich mich hier rundum wohl. Der Verein leistet großartige Arbeit und die Fans sind einmalig. Als mir damals gesagt wurde, dass der Verein wie eine große Familie ist, war das keine leere Floskel“, erklärt Zellmer.

Aus den Reihen der jungen Garde, die 2016 mit dem Erreichen des Halbfinals der Deutschen B-Jugendmeisterschaft gegen die Füchse Berlin den größten Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte erreicht hatten, halten Tim Schaller, Kian Schwarzer und Sebastian Meister dem Verein die Treue. Komplettiert wird das zukünftige Team der 64er von den beiden Rückkehrern Tobias Alt und Tom Ihl, die nach einem kurzen Gastspiel bei den HF Illtal vor der Runde wieder zum SV 64 Zweibrücken zurückgekehrt sind. Außerdem können sich die SV-Fans auf weitere Tore ihres Rückraumschützen Christopher Huber freuen. Der 21-Jährige, der sich in den letzten beiden Spielzeiten enorm entwickelt hat, sagt: „Der Zusammenhalt im Team ist extrem gut und ich will nächstes Jahr da weiter machen, wo ich bis zu meinem Ausfall (Fußverletzung Anm. d. Red.) aufgehört habe.“

Somit steht das Gros des zukünftigen Kaders der Zweibrücker Löwen unabhängig von der Spielklasse früh in der Saison fest. Der Vorstand der 64er steht mit weiteren Spielern aus dem aktuellen Kader – aber auch schon mit potenziellen Neuzugängen – im Austausch. Die Kaderplanungen sollen in Kürze abgeschlossen werden.

Trainer Bullacher freut sich über die Zusagen und die gemeinsame Zukunft mit „vielen charakterstarken Persönlichkeiten.“ „Die Jungs leben im Hier und Jetzt und wollen etwas gestalten und eigene Ziele erreichen. Sie haben aufgehört, von der erfolgreichen Vergangenheit in der 3. Bundesliga und bei Deutschen Jugendmeisterschaften zu träumen. Das hat über Jahre unsere Entwicklung blockiert“, erklärt der Coach, der den Weg des Vereins auf einer Wellenlänge mit dem Credo von Fußball-Erfolgstrainer Jürgen Klopp sieht. „Er hat das bei seiner Antrittsrede in Liverpool vor vier Jahren treffend formuliert: Wir wollen den Rucksack der Geschichte ablegen und aus Zweiflern wieder Überzeugte machen – das ist ein Leitbild, das wir verfolgen“.