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Tischtennis-Oberliga
Oberliga-Derby wird zum Krimi

 Julia Dieter behielt nach einem langen, Kräfte raubenden Match gegen Pirmasens die Nerven und sicherte den Riedelbergerinnen den Punkt im Südwest-Derby der Oberliga.
Julia Dieter behielt nach einem langen, Kräfte raubenden Match gegen Pirmasens die Nerven und sicherte den Riedelbergerinnen den Punkt im Südwest-Derby der Oberliga. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Riedelberg. Tischtennis: TTC Riedelberg und TTC Pirmasens trennen sich nach mehr als drei Stunden 7:7-Unentschieden.

Spektakuläre Ballwechsel, Dramatik und Emotionen: Das Südwestpfalz-Derby in der Tischtennis-Oberliga der Damen hatte alles, was den Sport ausmacht. Nur eines fehlte am Ende – ein Sieger. In einem wahren Marathonmatch teilten sich der TTC Riedelberg und der Aufsteiger TTC Pirmasens am Samstagabend nach mehr als drei Stunden beim 7:7 die Punkte.

„Wir hatten insgeheim auf einen Punkt gehofft, von daher sind wir absolut zufrieden. Gerade nach dem schwachen Start“, meinte Monika Kiefer, die Mannschaftsführerin des TTC Pirmasens, nach dem Tischtennis-Krimi. Um ein Haar hätte ihr Team sogar beide Zähler aus Riedelberg entführt. Während Kiefer auch ihr drittes und letztes Einzel gegen Victoria Schaaff souverän in vier Sätzen gewann, stand es am Nebentisch Spitz auf Knopf. Teamkollegin Bettina Schmidt führte gegen Riedelbergs Nummer zwei, Julia Dieter, im Entscheidungssatz mit 10:9. Doch mit dem Rücken zu Wand wehrte Dieter den Matchball ab und behauptete sich schließlich mit 12:10. Damit war das leistungsgerechte Unentschieden zwischen beiden Mannschaften perfekt.

In den Doppeln schien es noch so, als sollten die Gastgeberinnen an diesem Tag die Nase vorn haben. Überraschend glatt mit 11:6, 11:8 und 12:10 gewann die Riedelberger Kombo Elena Süs/Julia Dieter gegen Monika Kiefer und Anika Links. Etwas mehr Mühe hatten Denise Bicha und Victoria Schaaff im Duell mit Sabine Podgorski und Bettina Schmidt, setzten sich aber in vier knappen Sätzen mit 11:9, 8:11, 11:9 und 11:9 durch.



Doch in den Einzeln kippte die Partie. Dreimal ging es in einen fünften Satz, dreimal stellte der TTC Pirmasens, die ohne Neuzugang Lisa Girolimetto angetreten waren, den Sieger. Elena Süs und Monika Kiefer lieferten sich ein packendes Offensivspiel, in dem die Pirmasenserin mit 11:8 im finalen Durchgang die Platte als Sieger verließ. „Ich habe schon so oft gegen Elena gespielt, aber meistens verloren“, freute sich Kiefer über ihren Coup. Am Paralleltisch sah es zunächst so aus, als sollte Anika Links gegen Julia Dieter einen 2:0-Satzvorsprung verspielen, doch die Pirmasenserin siegte am Ende hauchdünn mit 11:9. Als dann auch noch Denisa Bicha in fünf Sätzen gegen Schmidt den Kürzeren zog, war das Derby gedreht. Podgorski hatte gegen Schaaff sogar das 4:2 für die Gäste auf dem Schläger. Doch die Riedelbergerin wahrte die Nerven und gewann in fünf umkämpften Sätzen.

Danach gelang es keinem Team mehr, sich abzusetzen. Riedelberg legte durch Süs (3:1 gegen Links) vor, Pirmasens glich durch Kiefer (3:1 gegen Dieter) wieder aus. Im Anschluss siegte Bicha in drei Sätzen gegen Podgorski, während Schmidt mit einem 3:0 über Schaaff quasi alles auf Anfang stellte. Süs, Dieter und Bicha gewannen auf Gastgeber-Seite jeweils noch ein Einzel, Kiefer, Links und Schmidt für den Oberliga-Neuling. „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf sehr gut wider“, fand Riedelbergs Kapitänin Elena Süs. „Wir wussten, dass es ein Match auf Augenhöhe wird. Aber wenn du mit 2:0 aus den Doppeln gehst, willst du natürlich mehr. Trotzdem sind wir mit dem Punkt zufrieden“, erklärte Süs und zollte dem Gegner Respekt: „Ich glaube, dass Pirmasens in der Oberliga eine sehr gute Rolle spielen wird.“