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Neustart nach dem Neustart

 Christian Telch (links) steht ab sofort nicht mehr im Kader des SVN Zweibrücken. Foto: pma/cos
Christian Telch (links) steht ab sofort nicht mehr im Kader des SVN Zweibrücken. Foto: pma/cos FOTO: pma/cos
Zweibrücken. Beim 1:1 in Pirmasens hat der FC Homburg wertvolle zwei Punkte eingebüßt. Um Anschluss an das Mittelfeld zu finden, hat Trainer Jens Kiefer an diesem Samstag, 14 Uhr, einen Sieg gegen Neckarelz eingeplant. Martin Wittenmeier

Abseits des Platzes rumort es gewaltig beim SVN Zweibrücken . Vor der Partie beim 1. FC Saarbrücken am Mittwochabend hatte der Regionalligist fünf Spieler aufgefordert, sich bis zum Ende der Transferperiode einen neuen Verein zu suchen (wir berichteten). Zumindest einen kann der SVN von der Gehaltsliste streichen: Christian Telch hat gestern Abend vor dem Abschlusstraining seinen Vertrag aufgelöst und gehört ab sofort nicht mehr dem Kader an. Auch mit André Fliess könnte es bald eine Einigung geben. Der 22-jährige Angreifer absolviert beim Ligakonkurrenten FC Nöttingen ein Probetraining. Ein weiterer Spieler würde derzeit ebenfalls bei einem neuen Verein vorspielen, bestätigte der Vorsitzende des SVN Zweibrücken , Richard Denger.

An diesem Samstag, 14 Uhr, gastiert die U 23 des 1. FC Kaiserslautern an der Hofenfelsstraße, und trotz aller finanzieller Querelen geht SVN-Trainer Adis Herceg mit Zuversicht in das Heimspiel. "In Saarbrücken sind wir über 90 Minuten gut aufgetreten. Leider haben wir dumme Tore kassiert, den zweiten und dritten Treffer hätten wir verhindern können. An diese Leistung müssen wir am Samstag anknüpfen." Allerdings werde es gegen die Reserve der roten Teufel "brutal schwer": "Ich habe Kaiserslautern im Spiel gegen Elversberg beobachtet. Das ist eine extrem spielstarke Mannschaft, die den Ball sehr gut laufen lässt und schnell kombiniert. Die werden am Ende der Runde weit vorne stehen." Aktuell liegt der FCK II mit zehn Zählern auf dem vierten Tabellenplatz und ist gut in Form. Am Dienstag hatte das Team von Trainer Konrad Fünfstück den KSV Baunatal deutlich mit 4:0 abgefertigt.

Die jüngsten Entwicklungen im Verein haben auch Herceg überrascht, seien aber Teil des schnelllebigen Geschäfts. "Das war leider alles etwas kurzfristig, aber wir konnten da kein Risiko eingehen." Dennoch sei es schade, die Mannschaft werde durch die Zwangsabgänge an Qualität verlieren. "Aber es bringt ja nichts, wenn wir Leute wegschicken, die für 250, 300 Euro spielen." Unter der Woche beim FCS kamen bereits mehrere Spieler aus der zweiten Reihe zum Einsatz und hätten ihre Sache sehr gut gemeistert, sagt Herceg. "Es war wichtig, dass die Jungs gesehen haben, dass sie in der Regionalliga mithalten können, sich nicht verstecken müssen."

Ab Montag beginnt in Niederauerbach ein kompletter Neustart. Bereits der Zweite in dieser Spielzeit. Ein oder zwei neue Spieler sollen trotz aller Sparzwänge bis zum Montag noch verpflichtet werden, "frischen Wind" in die Mannschaft bringen, betont Adis Herceg. "Es wird wieder dauern, bis sich das Team eingespielt hat. Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen, damit wir unser Saisonziel erreichen. Bislang haben wir das gut gemacht. Fünf Punkte aus sechs Spielen sind okay."Mit dem FC Homburg und der Spielvereinigung Neckarelz treffen am heutigen Samstag ab 14 Uhr im Homburger Waldstadion zwei Mannschaften aufeinander, die bisher hinter den Erwartungen geblieben sind. Homburgs Trainer Jens Kiefer hofft, dass seine Mannschaft nach dem verpassten Sieg ("Die Chancen hierzu waren ausreichend vorhanden") in Pirmasens , sich die drei Zähler im Waldstadion gegen Neckarelz sichert. "Ich rechne auch diesmal wieder damit, dass es ein enges Spiel wird." Der 39-jährige Fußballtrainer erwartet, dass seine Mannschaft dominiert und mit einer klaren Struktur in die Partie geht. Soll heißen: "Wie im Heimspiel erwarte ich möglichst viele herausgespielte Tormöglichkeiten, ohne dem Gegner gute Konterchancen zu ermöglichen." Mit erst fünf Punkten auf dem Konto, wäre es für den FC Homburg äußerst wichtig, einen Sieg einzufahren, um nicht endgültig den Anschluss an das obere Tabellendrittel zu verlieren.

Thierry Steimetz fällt wegen einer hartnäckigen Sehnenentzündung im Knie weiter auf unbestimmte Zeit aus, Kai Hesse (Muskelbündelriss) steht noch bis mindestens Ende Oktober nicht zur Verfügung. Zudem ist Nils Fischer nach seiner gelb-roten Karte in Pirmasens gesperrt.

Nicht mehr im Kader der Grün-Weißen ist Andreas Frick, der nun für den Oberligisten SSV Reutlingen spielt. Kiefer: "Andreas war mit seiner Situation beim FC Homburg unzufrieden, weil er in der Regionalliga noch nicht für uns gespielt hat. Er war nahe dran, in die Anfangself zu kommen. Wegen der U 23-Regelung war er aber dann am Spieltag nicht mehr im Kader." Frick habe den Wunsch geäußert, in die Nähe seiner Heimat nach Reutlingen zu wechseln. Diesem hätten der FCH und er entsprochen. Die Zelte beim FC Homburg hat der Neuzugang des FCH vom SC Pfullendorf noch nicht ganz abgebrochen. "Frick hat die Möglichkeit, in der Winterpause wieder zum FCH zurückzukehren." Diese Option habe der FC Homburg für Andreas Frick offen gehalten.

Ersatz für Frick hat der FC Homburg derweil noch nicht gefunden. "Wenn wir noch einen Spieler holen, dann muss er mich voll überzeugen und auch eine Alternative zu vorhandenen Akteuren sein. Ich hole keinen Spieler dazu, nur um den Kader aufzufüllen", erklärt der FCH-Coach. Mit einem Sieg könnte der FC Homburg am Samstag sein Punktekonto auf acht aufstocken und dann einigermaßen gelassen in die nächsten Aufgaben gehen.

Peter Hogen, Trainer der Spielvereinigung Neckarelz, ist mit dem bisherigen Verlauf der Saison mit erst sechs Punkten auch nicht einverstanden. "Uns fehlen gut sechs Punkte", meint der Coach des Homburger Gegners. Nun hofft er, dass seine Elf nach zwei Heimpleiten in Folge, auswärts sich mit einem Zähler in Homburg etwas stabilisieren kann. "Im letzten Jahr haben wir das Spiel im Waldstadion gemacht, hatten zehn Torchancen, aber am Ende hat Homburg 2:0 gewonnen." Diesmal soll es zumindest punktemäßig anders laufen.

 Spektakulär aber erfolglos: Clement Halet und der FC Homburg vergeben zu viele Torgelegenheiten. Foto: Markus Hagen
Spektakulär aber erfolglos: Clement Halet und der FC Homburg vergeben zu viele Torgelegenheiten. Foto: Markus Hagen FOTO: Markus Hagen