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Deutscher Vizemeister
Nahezu perfektes Rennen zum Abschluss

DM-Silber im Einzel, Bronze mit der Mannschaft: Für Wsf-Kanut Holger Jung lief zum Saisonabschluss alles rund.
DM-Silber im Einzel, Bronze mit der Mannschaft: Für Wsf-Kanut Holger Jung lief zum Saisonabschluss alles rund. FOTO: Steffen Dietz/Privat
Markkleeberg. Kanuslalom: Holger Jung von den Wsf Zweibrücken wird deutscher Vizemeister im Einer-Kajak. red

Welch ein Saisonabschluss für Holger Jung. „Ich habe ihn selten so konzentriert und fokussiert erlebt“, sagte Landeskader-Trainer Florian Schlegel nach dem Finallauf des Wsf-Athleten bei den deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Kanuslalom. Dieser brachte dem 16-Jährigen in seinem zweiten und somit letzten Jugend-Jahr die Silbermedaille ein.

Im sächsischen Markkleeberg fanden die nationalen Meisterschaften auf höchstem Niveau statt. Souverän qualifizierte sich Jung am ersten Wettkampftag im ersten Lauf als Siebter für das Halbfinale, indem er nahezu fehlerfrei auf den sechsten Rang fuhr. Und schon andeutete, dass er das Podest für den Finallauf ins Visier genommen hat. Dort schaffte er es, in einen Flow zu kommen, der ihn sicher zu Silber brachte. „Da hat alles gepasst: Die Linie, die Toranfahrt, die Ausfahrt aus den Toren, jeder einzelne Paddelschlag. Es war nahezu perfekt – und ohne die Zwei-Sekunden-Strafe für eine Torberührung wäre Holger sogar deutscher Meister geworden“, sagte Schlegel. Aber auch als Vizemeister fuhr Jung am späten Sonntagabend stolz und zufrieden nach Hause.

 Seinem zwei Jahre älteren Bruder Ulf Jung ging es auf der Heimfahrt nicht ganz so gut. Denn er kam in diesen Flow im Finallauf überhaupt nicht rein. Ulf Jung startete zum letzten Mal bei den Junioren, bevor er in der kommenden Saison in der Leistungsklasse an den Start gehen wird. Auch er schaffte es, sich mit Rang acht gleich im ersten Qualilauf das Halbfinale zu sichern. Er arbeitete sich dort noch weiter nach vorne, ging als Sechster in das entscheidende Rennen. Dafür setzte er sich hohe Ziele: „Nach der verpassten WM-/EM-Qualifikation im Frühjahr würde ich schon gerne auf das Treppchen fahren.“ Doch dann passierte im Finale, was alle Träume platzen ließ. Ulf Jung fuhr auf der anspruchsvollen Strecke die Linie nicht sauber, hatte bereits am fünften Tor eine Stabberührung, was ihn letztlich komplett aus dem Konzept brachte. „Er hat nach dieser Berührung überhaupt nicht mehr in eine runde und stimmige Fahrweise zurückgefunden, was am Ende sogar noch zu einem groben Fahrfehler mit einer 50-Sekunden-Zeitstrafe führte“, fasste Florian Schlegel zusammen. So wurde der 18-Jährige letztlich Zehnter.



 Ein kleines Trostpflaster für ihn war die Bronzemedaille im Mannschaftslauf. Gemeinsam mit seinem Bruder Holger sowie dem Paddelkollegen Tom Pahl vom KSV Bad Kreuznach ging er als zweites Team Rheinland-Pfalz im Teamwettbewerb an den Start. Den Dreien gelang es mit einem sauberen und schnellen Lauf, auf Platz drei zu paddeln. Das Team Rheinland-Pfalz I in der Besetzung Schmidt, Dilli, Dietz (alle aus Bad Kreuznach) gewannen das Rennen.