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Nach Nationalteam-Einsatz angeschlagen

 Jerome Müller konnte im Finale nicht mehr mitwirken. Fotos: Klos
Jerome Müller konnte im Finale nicht mehr mitwirken. Fotos: Klos
Merzig. Von den insgesamt 13 Handballern des SV 64 Zweibrücken, die am Sparkassen-Cup in Merzig – zwei im Nationalteam, elf in der Saarauswahl – teilgenommen haben, kehren fünf angeschlagen zurück. Christian Gauf

Erstmals seit 2007 steht eine andere Nationalmannschaft als die deutsche oben auf dem Podest des Sparkassen-Cups in Merzig : Die U18-Handballer aus Dänemark setzten sich im Endspiel des internationalen Topturniers mit 30:25 gegen den Seriensieger, bei dem mit Jerome Müller und Björn Zintel auch zwei Spieler des SV 64 Zweibrücken aufliefen, durch. Im Spiel um Platz sieben unterlag die Saarauswahl mit den 64ern Robin Egelhof, Erik Pohland, Philipp Hammann, Yannic Klöckner, Benedikt Berz, Nils Wöschler, Patrick Bach, Robin Sauer, Tom Grieser und Niklas Bayer und Sebastian Mathieu Island mit 20:25.

"Natürlich sind wir stolz darauf, dass so viele unserer Spieler nominiert wurden", sagt der Zweibrücker Jugendkoordinator und Trainer der Drittliga-Mannschaft, Stefan Bullacher. "Es ist auch alles andere als selbstverständlich, dass Björn und Jerome erneut in der Nationalmannschaft spielen durften". Doch das Mitwirken hat auch eine Kehrseite. Müller verletzte sich am Knie, konnte am Finaltag nicht mehr mitwirken. Eine MRT-Untersuchung am Dienstag ergab, dass es "zum Glück nur ein Bluterguss ist, die Bänder und Knochen sind heil geblieben", ist Müller erleichtert. Bullacher muss neben der Trainingsumplanung weitere Handicaps in Kauf nehmen. Zintel behindert eine Fußverletzung, Pohland ist am Rücken verletzt, Hammann und Wöschler fingen sich einen Magen-Darm-Virus ein und Egelhof musste wegen der eingeschränkten Personalsituation der HVS-Auswahl zwei Tage komplett durchspielen. "Hinzu kommt, dass mit Aris und Kubo ja auch noch zwei weitere Spieler der Drittliga-Mannschaft verletzt sind", so Bullacher.

Aus sportlicher Sicht verlief das Turnier für die deutschen Teams nicht ganz optimal. Björn Zintel, der als Kapitän das deutsche Team aufs Feld führte, zeigte aber insbesondere im Halbfinale gegen die Schweiz (26:22) und im Finale gegen Dänemark eine starke Leistung. Jerome Müller erbrachte in den drei Vorrundenspielen ebenfalls den Nachweis, dass er einer der Leistungsträger im DHB-Team ist, erzielte beim 25:20-Auftaktsieg gegen die Niederlande sechs Tore, und war damit erfolgreichster Torschütze der Auswahl. Mit sieben Toren war Björn Zintel im Halbfinale schließlich erfolgreichster Torschütze, steuerte auch fünf Tore zur Finalniederlage bei. "Der Sieg Dänemarks ging allerdings völlig in Ordnung", sagte Zuschauer Müller, "die waren stark und hatten uns wirklich gut im Griff".

Völlig chancenlos gegen die Jugend-Nationalmannschaften war die Saarauswahl. Gegen die Nationalmannschaft der Schweiz verlor der HVS mit 11:27 (5:13), gegen Dänemark 15:27 (7:13) und gegen Polen 18:28 (7:15). Dabei lief es auch für die SV-Jungs nicht gerade optimal, gelang es ihnen nur selten, Akzente zu setzen. "Das ist aber auch kein Wunder, wenn die vier besten Spieler nicht dabei sein können", erklärte Bullacher mit Blick darauf, dass neben den beiden Zweibrücker Nationalspielern mit Michael Schulz und Lars Weisgerber auch zwei Spieler der HG Saarlouis im Trikot mit dem Bundesadler aufliefen. Immerhin vermochte sich die Saarauswahl zu steigern. Waren gegen die Schweiz die Zweibrücker Erik Pohland 2/1, Nils Wöschler 1, Patrick Bach 1 und Tom Grieser 1 erfolgreich, lief es im Spiel gegen Dänemark nicht gut. Lediglich Pohland mit zwei und Bayer mit einem Treffer waren für die SV-Jungs erfolgreich. Im letzten Vorrundenspiel gegen Polen (18:28) traf Egelhof fünfmal. Pohland, Wöschler, Grieser, Mathieu und Bach erzielten je einen Treffer. "Wir haben uns leider als Mannschaft nicht gefunden", bedauerte Pohland. "Ich habe aber auch den Eindruck, dass die Nationalmannschaften im Hinblick auf die im Sommer anstehende WM in diesem Jahr mit ihren stärksten Spielern angetreten sind".

Am Finaltag war es dann insbesondere Pohland, der sich steigerte, gegen Island mit seinen insgesamt sieben Toren großen Anteil an der 16:12-Halbzeitführung hatte, danach eine Manndeckung erhielt. Gegen die nun wesentlich offensivere Deckung der Isländer tat sich die Saarauswahl im zweiten Durchgang zusehends schwerer und verlor das Spiel am Ende noch mit 25:20.

Somit endete der Sparkassen-Cup mit dem Turniersieg Dänemarks, Zweiter wurde Deutschland, Dritter die Niederlande , Vierter die Schweiz , Fünfter Polen , Sechster Tschechien, Siebter Island , die Saarlandauswahl landete auf Rang acht.