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Nach der Pause aufgewacht

 SVN-Spieler Nassim Banouas (rechts) hält den Koblenzer Carlos Penan.Foto: Weiss
SVN-Spieler Nassim Banouas (rechts) hält den Koblenzer Carlos Penan.Foto: Weiss FOTO: Weiss
Koblenz. Zwei grundverschiedene Halbzeiten lieferte der SVN Zweibrücken bei der TuS Koblenz ab. Nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang erkämpfte sich die Truppe von Trainer Adis Herceg einen Punkt. Bodo Heinemann

Trainer Adis Herceg hatte (fast) alles richtig gemacht. Zumindest in der Halbzeitpause. Denn nach wenig erbaulicher Leistung in den ersten 45 Minuten legte sein SVN Zweibrücken im Spiel der Fußball-Regionalliga Südwest bei der TuS Koblenz ordentlich zu und kam beim Tabellenletzten immerhin noch zu einem 1:1 (0:1), dem ersten Unentschieden im vierten Saisonspiel. Entsprechend zwiegespalten präsentierte sich der Zweibrücker Coach nach dem Abpfiff: "Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen. Was meine Mannschaft aber danach abgeliefert hat, war der totale Wahnsinn." Ähnlich sah es sein Koblenzer Kollege Evangelos Nessos: "Wir hätten zur Pause schon mit 2:0 führen können. Am Ende aber müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein."

Im Prinzip war es ein einziger Personaltausch, der das Zweibrücker Spiel nach Wiederanpfiff wie gewünscht beleben sollte. Für Bruno Gomis, der sich erst auf der rechten und dann auf der linken Außenbahn ohne Fortune bemühte, kam nun Philip Roller ins Spiel und sorgte für mehr Schwung in der vorderen Abteilung. "Falschen Ehrgeiz" nannte Herceg als Begründung für die Auswechslung der Nummer 78 und schob dann noch hinterher: "Sonst ist Bruno immer gut in 1:1-Situationen, aber heute war das nichts." Der SVN-Coach hatte im Vergleich zur vorangegangenen 1:2-Heimpleite gegen den Aufsteiger aus Nöttingen zwei Änderungen an der Startformation vorgenommen und ging eigentlich hoffnungsfroh - "Wir haben vorher überragend trainiert" - ins Spiel beim Liga-Schlusslicht. Toni Reljic blieb zunächst auf der Bank, dafür nahm André Fliess die zentrale Position in der Dreier-Mittelfeldreihe ein. Simon Maurer rückte anstelle des fehlenden Christian Telch etwas nach vorne neben Adam Bouzid auf die Doppelsechs, im Gegenzug kam Nico Müller in der Abwehr von Beginn an auf der rechten Seite zum Einsatz. Warum es dann nicht rund lief? Herceg: "In der ersten Halbzeit hat uns einfach das Selbstvertrauen gefehlt, da haben wir Koblenz kaum gestört. In der Pause habe ich mir dann gedacht, dass es schlimmer eigentlich nicht mehr kommen kann." Nassim Banouas zählte als Innenverteidiger schon in der schwachen ersten Halbzeit zu den Besseren im SVN-Dress, den Wirkungskreis des routinierten Anel Dzaka als Schaltzentrale im offensiven Mittelfeld des Gastgebers konnte aber auch er nur selten stören. Beim Führungstreffer der Koblenzer, das erste Erfolgserlebnis der Schängel nach zuvor 470 torlosen Minuten, spitzelte der knapp 34-Jährige den Ball unerreichbar für den Zweibrücker Torwart Thorsten Hodel ins lange Eck (27.). Die Nummer eins des SVN sagte später: "Danach hatten wir echt Glück, dass die nicht noch das 2:0 machen. So war es am Ende wohl ein gerechtes Ergebnis."

Nach einer Stunde blieben nennenswerte Offensivaktionen des Gastgebers absolute Mangelware. In dieser Phase gelang dem SVN auch der finale Ausgleich, als Jannik Sommer völlig freistehend die Einladung dankend annahm: Als der Gastgeber auf der rechten Seite schlecht verschob und unzureichend verteidigte, landete das Spielgerät beim Zweibrücker Mann mit der Nummer neun, der in aller Seelenruhe den Ball mit der Innenseite von der Strafraumgrenze im rechten Torwinkel platzieren konnte (67.). Schon in der 51. Minute war der Ausgleich eigentlich fällig, als Rufat Dadashov zentral durch die Koblenzer Abwehr spazierte, seinen Meister aber im herausstürzenden TuS-Torwart Fabrice Vollborn fand. Dass am Ende nach zwei Heimpleiten in Folge nicht der zweite Auswärtssieg des SVN heraussprang, lag an der mangelnden Chancenverwertung der Gäste und am aufmerksamen Vollborn. "Am Schluss war Koblenz doch total tot. So gesehen haben wir hier natürlich zwei Punkte verloren", sagte Hodel. Am kommenden Sonntag, 14 Uhr, empfängt der SVN Zweibrücken im heimischen Westpfalzstadion Waldhof Mannheim.

Zum Thema:

Auf einen BlickSVN: Hodel - Müller, Banouas, Meisenheimer, Bach - Maurer, Bouzid (83. Reljic) - Gomis (46. Roller), Fliess (74. Mbella), Sommer - Dadashov.Tore: 1:0 Dzaka (27.), 1:1 Sommer (67.).Gelbe Karten: Dzaka, Arslan - Mbella.Zuschauer: 1076.Schiedsrichter: Tobias Endriß (Göppingen). bh