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Punkte verschenkt
Mix aus Pech und einfachen Fehlern

Ein bitteres Remis mussten die SV64-Handballerinen um Lucie Krein (Mitte) in Trier hinnehmen.
Ein bitteres Remis mussten die SV64-Handballerinen um Lucie Krein (Mitte) in Trier hinnehmen. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Trier. Oberliga-Handballerinnen des SV 64 geben klare Führung aus der Hand und müssen sich in Trier mit Punkt begnügen. Von Roman Kuhn

Ungläubig stehen die Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken und Trainer Rüdiger Lydorf nach Abpfiff auf dem Feld. Gerade hatten sie sich von der Bundesligareserve der DJK-MJC Trier nach einer dramatischen Schlussphase 28:28 (13:14)-Unentschieden getrennt. Beste Werferinnen bei den Löwinnen waren Lucie Krein und Katharina Koch mit jeweils acht Treffern.

Nach dem Spiel rang der noch sichtlich mitgenommene Trainer der Zweibrücker Coach um Worte. Er versuchte kurz zusammenzufassen, wie es um sein Gefühlsleben gerade steht: „Ob das jetzt ein gewonnener oder ein verlorener Punkt ist, ist schwierig zu sagen. Eine durchaus mögliche Niederlage wäre total unverdient gewesen. Mit dem glücklichen Punktgewinn müssen wir leben“, erklärte er. Das gerechte Ergebnis nach sechzig Minuten hätte gefühlt auf jeden Fall ein Auswärtssieg sein müssen. „Warum sich dieses Spiel in den letzten Minuten noch gegen uns gedreht hat, muss ich mir erst nochmal auf Video anschauen.“ In dem ersten Moment hatte Lydorf keine plausible Erklärung für die Schlussphase „und ich möchte auch niemanden ungerechtfertigt Vorwürfe machen“.

Denn 55 Minuten lang spielten die SV64-Frauen zur vollsten Zufriedenheit ihres Übungsleiters. Die Abwehr verteidigte, vor einer stark haltenden Torfrau Daphne Huber, aggressiv und beweglich. Immer wieder bissen sich die Trierer Miezen, die in Bestbesetzung inklusive Verstärkung aus dem Bundesligakader angetreten waren, an der Zweibrücker Verteidigung die Zähne aus. Im Angriff sorgten vor allem Katharina Koch und Lucie Krein für viel Torgefahr und setzten ihre Mitspieler glänzend in Szene. Lediglich die Chancenverwertung war noch ausbaufähig. Zwei Siebenmeter und einige freie Großchancen ließen die Gäste etwas zu fahrlässig liegen. Das sollte sich am Ende rächen.



Als Katharina Koch den Treffer zur 27:22-Führung erzielte (54.), glaubte wohl keiner der 160 Zuschauer in der Wolfsberghalle noch daran, dass sie in den verbleibenden sechs Minuten noch ein Handballdrama erleben würden. Durch einen aus Zweibrücker Sicht ungenießbaren Mix aus Pech, unglücklichen Aktionen, Übermut, falschen Wahrnehmungen und fehlender Erfahrung stellten die Gastgeberinnen durch einen 6:0-Lauf den Spielverlauf komplett auf den Kopf. 40 Sekunden vor dem Ende führten die Trierer sogar mit 28:27. Im letzten Angriff der Begegnung war es SV64-Spielmacherin Lucie Krein vorbehalten, durch ihren achten Treffer, den mehr als verdienten Punkt zu sichern. So richtig freuen konnte sich nach dem Schlusspfiff so keine der beiden Mannschaften. Irgendwie hatten wohl alle Beteiligten das Gefühl, dass hier mehr drin gewesen wäre.

Durch die Karnevalspause haben die SV-Frauen etwas mehr Zeit, dieses Remis zu verdauen. Am Sonntag, 18. Februar, empfangen sie dann um 16 Uhr den Tabellennachbarn VTV Mundenheim zum nächsten Punktspiel.

Ebenfalls mit einem Remis endete die Partie der Damen-Zweiten beim TuS Brotdorf. Ein 25:25 (15:9) stand am Ende auf der Anzeigetafel. Die SV-Frauen mussten stark ersatzgeschwächt zu dem Saarlandligaspiel anreisen. Da die weibliche A-Jugend parallel im Einsatz war und einige Spielerinnen krankheitsbedingt fehlten, konnten die Löwinnen nur mit gerade einmal sechs Feldspielrinnen antreten. Die Gastgeberinnen bestimmten 45 Minuten lang das Geschehen. Beim Zwischenstand von 20:12 schien die Vorentscheidung bereits gefallen. Doch die Truppe um die beiden ehemaligen Regionalligarecken Katrin Hoffmann und Conny Scherf hatten sich noch lange nicht aufgegeben. In einer fulminanten Aufholjagd, legten die Gäste aus der Westpfalz einen 13:5-Lauf auf die Platte und entführten am Ende verdient einen Punkt.