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Mit ruhiger Hand ab ins Gold

 Bogenschützin Paula Kaufmann visiert das Ziel genau an. Foto: Verein
Bogenschützin Paula Kaufmann visiert das Ziel genau an. Foto: Verein FOTO: Verein
Bexbach. Das Bogenschießen gehört beim Schützenverein „Mach mit“ Bexbach seit 30 Jahren zum Standardangebot. Zu den Nachwuchsschützen gehört Paula Kaufmann, die sich gezielt auf die Saarlandmeisterschaften vorbereitet. prkt

Nach sechs Monaten Hallentraining trainieren die Bogenschützen des Schützenverbandes "Mach mit" in Bexbach wieder im Freien. Paula Kaufmann, der "das Bogenschießen richtig ans Herz gewachsen ist", schießt seit Herbst 2011. Ihre Begeisterung für das Bogenschießen , "das ein außergewöhnlicher Sport ist", wurde beim Kirkeler Mittelaltermarkt geweckt. Die Sportart hat Tradition. Früher zum Lebensunterhalt genutzt, ist sie den heutigen Gegebenheiten angepasst worden. So benutzen die meisten Schützen heute ein Visier. Dann wird der Bogen Recurve-Bogen genannt.

"Ich schieße blank, also die traditionelle Methode, wie wir sie von Robin Hood kennen", erklärt die Jugendliche. "Das macht mir mehr Spaß." Außerdem visiere sie die Ziele lieber mit ihren Augen an als durch ein speziell eingestelltes Rädchen.

"Ich starte in diesem Jahr zum ersten Mal in der Jugendklasse", erklärt die 15-jährige Schülerin. Dort gebe es keine Abteilung "Blankschütze", und darum muss sie gegen die Recurvebogen-Schützen antreten.

Bisher habe ich an drei Saarlandmeisterschaften teilgenommen und eine Silber- und zwei Bronze-Medaillen errungen. Entscheidend für meine Leistung ist, "dass ich mich im Verein wohlfühle". Dafür sorge der langjährige Trainer Stieven Bungert. "Er ist nett, verständnisvoll und hat ein Herz für seine Schützlinge", betont die Bogenschützin. Er gibt sich sehr viel Mühe und denkt sich immer tolle Events, wie das Westernschießen im Sommer oder das Fackelschießen im Frühherbst, aus. Aber auch beim Weihnachts- und dem Faschingsschießen stehe der Spaß im Vordergrund. Aufgrund dieser Angebote habe ihr Verein 2011 den dritten und 2013 den zweiten Platz beim Vereins-Wettbewerb "Sterne des Sports" für sein gesellschaftliches Engagement gewonnen.

Volle Konzentration gefordert

Aber auch die Co-Trainer, Marius und Seppi, die für jeden Spaß zu haben sind, verlangen im Training volle Konzentration. Denn das Bogenschießen , das einer Waffe gleichgesetzt wird, erfordert viel Disziplin. Deshalb weist Trainer Bungert jeweils "auf die Gefahren" hin. So dürfen die Bogenschützen erst zu den Zielscheiben laufen, wenn alle Pfeile abgeschossen sind. Es spricht für die Disziplin der Bexbacher Bogenschützen, dass bisher noch keine Vorfälle registriert worden sind.

"Ich trainiere immer freitags, während einige Bogenschützen auch bis zu drei Mal die Woche schießen." In der Hallensaison bieten die Bexbacher noch alle zwei Wochen samstags ein spezielles dreistündiges Kadertraining an. Das ist sehr anstrengend, zahlt sich aber auf Dauer aus. Eine der erwachsenen Schützinnen, Kathrin Kölsch, erreichte bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg den 8. Platz. Das ist der größte nationale Erfolg.

Derzeit läuft die Vorbereitung auf die Landesmeisterschaft. Die Fläche der höchsten Ringzahl hat auf einer Scheibe aus 18 Metern Entfernung nur noch die Größe eines Kronkorkens. Dann heißt es wieder "Ab ins Gold !"

mach-mit-bexbach.de

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Hintergrund"Mach mit" Bexbach hat 16 Jugendliche und noch eine größere Anzahl erwachsene Schützen. Der Älteste ist der 78-jährige Engelbert Calligaro. Er hat 1984 die Abteilung Bogenschießen mitbegründet. Der Verein, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, bietet noch Luftgewehrschießen und Großkaliber an. prkt