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Mit 66 ist noch lange nicht Schluss

 Rudi Dreßler (rechts) hält es fußballerisch mit Udo Jürgens, der einst sang: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Auch in der Halle war er für den TuS Maßweiler immer wieder am Ball. So wie hier bei der Verbandsgemeinde-Meisterschaft 2003. Foto: Hutzler/pmz
Rudi Dreßler (rechts) hält es fußballerisch mit Udo Jürgens, der einst sang: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Auch in der Halle war er für den TuS Maßweiler immer wieder am Ball. So wie hier bei der Verbandsgemeinde-Meisterschaft 2003. Foto: Hutzler/pmz FOTO: Hutzler/pmz
Maßweiler. In vielen Sportvereinen gibt es Urgesteine und Unikate, die mit Leib und Seele dabei sind. In loser Abfolge stellt der Pfälzische Merkur einige von ihnen vor. Heute im achten Teil: Fußballer Rudi Dreßler, der auch noch mit 66 Jahren aktiv in der zweiten Mannschaft des TuS Maßweiler kickt. Sebastian Dingler

Mit 66 Jahren noch aktiv Fußball und Tennis spielen? Das schaffen wirklich nur ganz wenige. Der Maßweiler Rudi Dreßler toppt auch das noch, indem er im hohen Fußballalter sogar am regulären Spielbetrieb der zweiten Mannschaft des TuS Maßweiler teilnimmt. In der C-Klasse Zweibrücken-Pirmasens Mitte muss er sich dann mit Spielern auseinandersetzen, die seine Kinder sein könnten - wenn nicht gar seine Enkel. Weil ihm das aber an sportlicher Betätigung nicht ausreicht, spielt Dreßler auch noch Tennis . "Dazu hat mich Silvia Semmet vom TC überredet, als ich 54 war", sagt der rüstige Rentner, der von großen Verletzungen zeitlebens verschont geblieben ist. "Ich war immer im Training, habe die Muskulatur immer trainiert. Manche wollen ja gleich einen Spurt anziehen, nachdem sie drei Wochen nix gemacht haben", erklärt der fußballverrückte Maßweiler .

Das erste Spiel im Seniorenbereich absolvierte Dreßler im Jahr 1967, an der Seite seines Vaters gegen den SV Wiesbach. Wie viel Spiele es insgesamt gewesen sind in den bald 50 Jahren seiner Fußballkarriere, kann der zweifache Großvater nicht sagen. Dass es weit über 1000 sein müssen, lässt sich leicht ausrechnen.

Zwischendurch verließ der in Maßweiler geborene Dreßler seinen Heimatverein auch mal: So war er in den Achtzigern Trainer in Oberauerbach, Reifenberg sowie Petersberg, außerdem beim VfR Thaleischweiler und dem SV 53 Rodalben. Zwischendurch war er auch als Spielertrainer bei "seinem" TuS Maßweiler aktiv. Im Schnitt 15 bis 20 Tore schoss er dabei pro Runde, solange er noch im Sturm auflief. Später, im Mittelfeld, waren es im Durchschnitt aber immer noch etwa acht Tore.



Als bester Mitspieler ist Rudi Dreßler Franz Pfeifer, ebenfalls beim TuS Maßweiler , in Erinnerung geblieben. Als Trainer habe ihn der Clausener Karl Speiser geprägt. Unter Trainer Lothar Keim feierte Dreßler seine sportlich größten Erfolge, da spielte er vier Jahre mit dem TuS Maßweiler in der Bezirksliga. Nicht nur bei seinem erstes Spiel lautete der Gegner SV Wiesbach, auch bei seinem denkwürdigsten: "In Wiesbach haben wir mal 3:2 gewonnen, da habe ich meinen ersten Dreierpack gemacht." Das ist allerdings auch schon wieder fast 50 Jahre her. "Im Jahr 1968 oder '69 muss das gewesen sein", erinnert sich Dreßler zurück.

Fußballspielen will Dreßler noch, solange es eben geht. Neben der zweiten Mannschaft des TuS Maßweiler kickt er auch noch für diverse Spielgemeinschaften im Altherren-Bereich. "Mit der Ü60 der VB Zweibrücken haben wir zum Beispiel den Zweiten gemacht im südwestdeutschen Fußballverband", berichtet er stolz. Fast täglich ist Dreßler auch im Training bei einem der Fußballteams oder im Tennis aktiv. Nur dienstags steht meist nichts an sportlicher Betätigung auf dem Programm. Ihm falle es ohnehin schwer, daheim rumzusitzen. Nachdem Rudi Dreßler vor drei Jahren in Rente gegangen ist, kümmert er sich auf freiwilliger Basis um alles, was in Maßweiler so anfällt. Da mäht er mal das Gras um den Tennisplatz oder schneidet die Hecken am Kindergarten. Nur eines hat Dreßler während der langen Karriere nicht erreicht: Dass man ihm, wie so vielen anderen, einen Spitznamen verpasst hätte. "Aber jetzt rufen sie mich 'Alter'", sagt er schmunzelnd.

Für seine Serie "Mit Leib und Seele" sucht der Pfälzische Merkur sportliche Urgesteine und Unikate. Gibt es auch in Ihrem Verein jemanden, der in diese Kategorie passt, noch sportlich aktiv ist und dringend einmal vorgestellt werden sollte? Dann melden Sie sich in der Merkur-Redaktion, Hauptstraße 66 in Zweibrücken, unter der Telefonnummer (0 63 32) 80 00 50 oder per E-Mail an merkur@pm-zw.de.