| 22:50 Uhr

Handball-Oberliga
„Die Jungs werden alles raushauen, was sie haben“

 Stefan Bullacher, Trainer des SV 64 Zweibrücken.
Stefan Bullacher, Trainer des SV 64 Zweibrücken. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken bestreitet am Samstag das Gigantenduell in der Handball-Oberliga gegen den ärgsten Verfolger SG Saulheim.

Am Samstag um 18 Uhr kommt es in der Westpfalzhalle zum Gipfeltreffen in der Handball-Oberliga zwischen dem Tabellenführer SV 64 Zweibrücken und seinem ärgsten Verfolger SG Saulheim. Beide Mannschaften trennen zwei Punkte. SV-Trainer Stefan Bullacher sprach vor dem Spitzenspiel über seine Gefühlswelt, den Gegner – und die Rolle der Zuschauer

Herr Bullacher, Sie zählen mit Ihren 51 Jahren zu den erfahrenen Trainern der Liga. Sind Sie vor einer Partie wie dem anstehenden Topspiel gegen Saulheim trotzdem noch nervös?

Ich habe in all den Jahren meine Leidenschaft nie verloren. Ich bin am Spielfeldrand immer noch so emotional, als hätte ich selbst ein Trikot an. Ich kann nach Niederlagen nur ganz schlecht schlafen und vor großen Spielen steigt mein Gefühlspegel jeden Tag. Eine positive Anspannung ist wichtig, um Höchstleistungen zu bringen. Aber nervös bin ich schon lange nicht mehr. Das habe ich bereits als Spieler abgelegt. Ich halte es da gerne mit einem Zitat aus der Ecke der Motivationstrainer: „Die Aussicht auf Erfolg treibt mich immer mehr an, als die Angst vor der Niederlage“.



Ihr Team führt die Tabelle mit einer Niederlage an. Direkt dahinter steht die SG Saulheim, die zweimal verloren hat. Haben Sie diese Konstellation vor der Saison erwartet?

Ich habe eine völlig ausgeglichene und breite Spitze erwartet. Unsere Jungs, aber auch die Saulheimer, können unglaublich stolz auf ihre Leistung sein. Das ist so außergewöhnlich, dass man es eigentlich rational gar nicht erklären kann. Über einen so langen Zeitraum dermaßen konstant gut zu spielen, gebührt allergrößten Respekt. Natürlich ist diese Tatsache aber auch dem Umstand geschuldet, dass andere Mannschaften hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben sind.

Was sind die Gründe für die bislang so starke Saison?

Wir haben im Vorfeld unsere Hausaufgaben gut gemacht. Mit Marko Ivankovic, Marc Robin Eisel, Tobias Alt und Tom Ihl sind vor der Saison genau die richtigen Spieler zu uns gestoßen. Wir treten als geschlossene Einheit ohne Stars auf und definieren uns auch auf dem Spielfeld immer als Kollektiv. Wir konnten sehr oft unser Leistungspotenzial abrufen und hatten in wichtigen Momenten auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Für uns spielen die Fans eine wichtige Rolle. Sie haben ein tolles Gespür dafür, wenn unser junges Team in einer schwierigen Phase steckt und Unterstützung braucht. Dann stehen sie wie ein Mann hinter den Jungs.

Was dürfen die Zuschauer am Samstag vom Topspiel erwarten?

Saulheim ist uns vor allem durch ihre beiden ehemaligen Zweitligaspieler Christopher Klee und Matthias Conrad körperlich überlegen. Auf der Spielmacherposition haben sie mit Darren Weber vom Drittligisten Groß-Bieberau einen intelligenten und torgefährlichen Neuzugang gewonnen. Diese Mannschaft hat Qualität und die Fans können sich auf einen echten Handball-Leckerbissen freuen.

Und von Ihrer Mannschaft?

Wir gehen weiter geradlinig unseren „Zweibrücker Weg“ mit eigenen Talenten. Wir verfolgen einen erkennbaren Spielstil mit offensiver Deckung, Tempohandball und vielen Varianten im Angriff. Wir haben uns dieses Spitzenspiel verdient und wollen die Riesenchance nutzen, uns abzusetzen. Die Jungs werden alles raushauen was sie haben.

Die Fragen stellte Roman Kuhn