| 22:10 Uhr

Mentale Vorbereitung vor dem Adrenalinkick

 Die Taekwondo-Talente Benedict-Maurice Sarther und Alisha Roos beim Training in der Dellfelder Schulturnhalle. Foto: MAy
Die Taekwondo-Talente Benedict-Maurice Sarther und Alisha Roos beim Training in der Dellfelder Schulturnhalle. Foto: MAy FOTO: MAy
Contwig. Viele junge Sporthoffnungen gibt es in der Region. In loser Abfolge stellt der Merkur einige von ihnen vor. Heute im zehnten Teil: die beiden Taekwondo-Kämpfer Alisha Roos und Benedict-Maurice Sarther. Katja May

Tritte in den Halsbereich oder gezielte Schläge in den Unterleib, die den Gegner ausknocken - für die beiden jungen Taekwondo-Kämpfer Alisha Roos und Benedict-Maurice Sarther ist das ganz normal. Seit zwei beziehungsweise sechs Jahren üben sie den koreanischen Kampfsport bei den Contwiger Teakwondo-Devils aus. Über Freunde fanden beide den Weg zum Sport. "Es macht einfach Spaß und ist sehr abwechslungsreich", sagt die zehnjährige Alisha. Benedict-Maurice mag am Taekwondo vor allem den Adrenalinkick, den er regelmäßig bei Wettkämpfen empfindet. In der olympischen Sportart treten die Kämpfer auf einer Matte innerhalb eines eingegrenzten Bereichs gegeneinander an. Für bestimmte Schläge und Techniken werden von Kampfrichtern Punkte vergeben. Ein Kampf geht dabei, je nach Altersklasse, über mehrere Runden und nur wenige Minuten. Um erfolgreich zu sein, geht Benedict-Maurice vor jedem Kampf noch mal in Ruhe alle Bewegungsabläufe durch: "Man muss sich mental vorbereiten. Ich suche mir dann einen ruhigen Ort und gehe im Kopf alles durch." Der 14-Jährige bestreitet im Jahr zwischen 15 und 20 Turniere. Dabei platziert er sich bei 80 Prozent unter den ersten Drei. "Der Erfolg motiviert, weiterzumachen", erklärt er. Und, so erläutert Trainer Axel Conrad: "Je mehr Erfolge sie aufweisen, desto mehr Kämpfe stehen ihnen offen."

Um mit Taekwondo-Kämpfern in ganz Deutschland mithalten zu können, trainieren die beiden Jugendlichen deshalb drei Mal die Woche. Manchmal zusätzlich am Wochenende bei Taekwondo-Meister Tamer in Frankfurt. "In Hessen gibt es einen Taekwondo-Landeskader. Deshalb haben wir uns der Schule um Meister Tamer angeschlossen, um unseren Kämpfern die Möglichkeit zu geben, an Sichtungslehrgängen teilzunehmen und es vielleicht in den Kader zu schaffen", erklärt Conrad. 2014 wurde Benedict-Maurice von Meister Tamer sogar der Kinderschwarzgurt, die höchste Auszeichnung für junge Kämpfer, verliehen. Alishas Ziel ist es ebenfalls eines Tages diesen Gürtel, auch genannt ,Dan', zu erwerben. Noch hat sie den gelb-grünen Gürtel inne und wird im März die Prüfung für den grünen ablegen. Erst einmal liegt ihr Fokus aber auf den Kinderchampionships Anfang Februar in Sindelfingen, der inoffiziellen Kinder WM im Taekwondo : "Ich möchte Erste werden und nach Korea eingeladen werden." Einige Vertreter des koreanischen Taekwondo-Verbands werden bei der Veranstaltung die Nachwuchstalente sichten und besonders begabte Jugendliche zu einem Trainingscamp in Korea einladen. Auch Benedict-Maurice erhofft sich deshalb natürlich ein besonders gutes Abschneiden bei der Kinder-WM: "Ich möchte immer der Beste sein." Seinen derzeit größten persönlichen Erfolg feierte er 2015 als er in der Jugend A 55-59 Kilogramm nach nur vier Sekunden den Gegner durch K.o. besiegte. Alisha kann in ihrer Klasse der Jugend C 41-45 Kilo einen K.o.-Sieg nach sieben Sekunden verzeichnen.