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Medelsheim will wieder aus dem Tabellenkeller

Medelsheim/Brenschelbach. Dem glanzvollen Wiederaufstieg in die Bezirksliga folgte eine hervorragende Hinrunde. Doch schon in der Rückrunde letztes Jahr begann eine außergewöhnliche Talfahrt der SG Parr Medelsheim-Brenschelbach. Nur einen Sieg landete die Elf. ott

Schon in der Endphase gab Jochen Strobel durch seinen Rücktritt ein Signal, sollte die Mannschaft aufgerüttelt werden. Doch der positive Effekt blieb aus. Es folgte nach Saisonende der Abgang von Leistungsträgern. Neuerlicher Trainerwechsel und dann eine Vorrunde ohne Sieg. Mit lediglich zwei Punkten ziert die Mannschaft jetzt das Tabellenende. Schon nach wenigen Wochen hatte der neue Trainer Christian Schmelzer die Segel gestrichen, Jochen Strobel heuerte wieder an. "Die Vorstände kamen nach den hohen Niederlagen auf mich zu und es gab in Folge mehrere Gespräche mit Mannschaftsrat, Vorstandschaft und dann auch mit der kompletten Mannschaft. Es zeichnete sich ab, dass schon erste Auflösungserscheinungen erkennbar waren und es war zu befürchten, dass die Mannschaft schon bis zur Winterpause auseinanderfällt, " beschreibt er die Situation. Seine Aufgabe bestehe darin, das Team zusammenzuhalten und sportlich noch zu versuchen, was geht. Doch außer einem Achtungserfolg gegen Blieskastel verpuffte die "Wechsel-Euphorie" wie im Flug. Dass gegenüber dem Kader im Aufstiegsjahr schon neun Spieler fehlen, sei jedoch nicht der einzige Grund für die Talfahrt: Verletzungspech, Schiedsrichterentscheidungen, Platzzustand, glücklos. Abstiegskampf eben. Hinzu komme, dass auch die Spielersuche, um den Kader qualitativ aufzurüsten, erfolglos blieb. Zugesichert worden seien mindestens vier Spieler. "Das Selbstbewusstsein leidet. Es ist eine Kopfsache, " so Strobel. Er stellt neben der sportlichen Misere auch strukturelle Fehlentwicklungen innerhalb der Spielgemeinschaft der beiden Clubs SG Parr Medelsheim und SV Brenschelbach fest, die unterschwellig ebenfalls in den Köpfen herumschwirren. "Es fehlen ganze Generationen in verantwortlichen Positionen." Vor einem halben Jahr fehlte auf Medelsheimer Seite die komplette Vorstandschaft. Überwiegend aktive junge Spieler hätten Verantwortung übernommen. Jetzt beginne das gleiche Spiel auch in den Brenschelbacher Reihen. Alle drei Vorsitzenden wollen nicht mehr weitermachen. Strobel, der selbst zehn Jahre das Vereinsschiff steuerte, befürchtet bei einem neuerlichen Abstieg fatale Folgen.

Zumindest die Spieler hätten den Ernst der Lage erkannt, seien nach dem desolaten Spiel in Walsheim zu einer Kehrtwendung bereit, wollten in der Wintervorbereitung hart trainieren, alles versuchen aus dem Loch heraus zu kommen. "Ohne Verstärkung werde es aber nicht gehen", meint der Coach, "und wenn Vorstandschaft und Verein nicht die nächsten drei Wochen aktiv werden, dann ist es zu spät."