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Kartsport
Auf vier Rädern groß geworden

Sie präsentieren das Ticket zur WM: Max Reis, Mutter Melanie Deska, Vater Ralph Reis und Karthaus-Geschäftsführer Antonio Cipolla (rechts) auf der E-Kart-Rennstrecke in Zweibrücken.
Sie präsentieren das Ticket zur WM: Max Reis, Mutter Melanie Deska, Vater Ralph Reis und Karthaus-Geschäftsführer Antonio Cipolla (rechts) auf der E-Kart-Rennstrecke in Zweibrücken. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken-Ramstein. Max Reis flitzt von Erfolg zu Erfolg. Ende November startet der Elfjährige bei der Kart-WM in Brasilien. Von Volker Baumann

Der elfjährige Max Reis ist optimistisch, bei der Kart-Weltmeisterschaft Ende November in Brasilien ganz vorne – zumindest unter den Top Ten – landen zu können. Dafür ist er mit Vater Ralph so oft es geht zum Training auf verschiedenen Rennstrecken unterwegs. Manchmal geht es sogar bis nach Belgien. Denn entsprechende Kart-Strecken sind bei uns in der Region relativ dünn gesät. „Ab und zu bekomme ich dafür in der Schule freitags mal frei“, erläutert Max das Entgegenkommen seines Gymnasiums für ein Trainingswochenende.

Wie kommt man in diesem Alter zum Kart-Sport? „Ich habe eigentlich nie mit Legos oder ähnlichen Dingen gespielt, sondern mich immer auf mein Bobby-Car geschwungen und bin damit herumgefahren“, beschreibt er sein frühes Faible für Autos und den Rennsport. Mutter Melanie Deska stammt aus Zweibrücken und ist vielen bekannt durch ihren Crepes-Stand, der bei keinem Fest in Zweibrücken fehlen darf. Sie sei am Anfang skeptisch gewesen, Max am Rennsport teilnehmen zu lassen – habe sich im Laufe der Zeit allerdings von ihrer Aussage „Auf keinen Fall!“ zur Zustimmung bewegen lassen. „Der Junge hat Talent“. Das sei schon früh die Aussage von Kennern der Szene gewesen, die Max auf den Trainingsstrecken beobachtet hätten. „Wenn man sieht, wie er fährt, dann müssen wir das machen“, sei die Entscheidung von Melanie Deska und Ralph Reis zur Zukunft ihres Sohnes dann schließlich einstimmig ausgefallen. Inzwischen hat Max zum Training ein eigenes Kart mit Maranello-Chassis und zuhause einen Simulator, den ein Ingenieur der Formel 4 entworfen hat. Sein großes Ziel sei natürlich die Formel­ 1, deren Stars er schon treffen und sich mit ihnen unterhalten konnte.

Der sportliche Werdegang des jungen Rennfahrers ist beeindruckend: Max Reis wurde 2007 geboren und ist seit etwa fünf Jahren im Kartsport aktiv. Er dominierte im Jahr 2016 die Sportart Kartslalom deutschlandweit und konnte die Titel Saarlandmeister (Mitglied im AC Homburg), Südwestdeutscher Meister und Deutscher Meister erringen. Im Jahr 2017 stieg Max in den Rundstrecken-Rennsport ein und nahm an der Serie „ACV Kart Nationals“ teil. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit verbesserte er sich über die Saison hinweg stetig. Fortschritte von Rennen zu Rennen waren deutlich erkennbar. Gegen Ende der Saison konnte er unter anderem bereits zwei Pole Positions im Qualifying und einen Dreifachsieg an einem Wochenende einfahren. In der Gesamtwertung der „ACV Kart Nationals 2017“ belegte er am Ende den fünften Platz in der Gesamtwertung. 2018 ging Max in der Rotax-Micro-Klasse in drei verschiedenen Rennserien an den Start und dominierte die Rennen in seiner Altersklasse. Er gewann zwei Rennserien und beendete eine Serie als Vizemeister. Beim Graf-Berghe-von-Trips Memorial in Kerpen gewann er mehrfach und entschied die Bambini-Klasse souverän für sich. Max konnte die höchste deutsche Rotax-Serie in seiner Altersklasse gewinnen und hat sich damit für die Teilnahme an der Rotax-Weltmeisterschaft in Brasilien vom 26. November bis 1. Dezember diesen Jahres qualifiziert. In allen 15 Saisonrennen belegte Max einen der Plätze eins bis drei. Die Serie „ACV Kart Nationals 2018“ konnte der junge Rennfahrer ebenfalls souverän für sich entscheiden. Er gewann neun von zehn Rennen der Serie und fuhr in fünf Qualifyings vier Mal die Pole Position ein. Am Ende wies er den größten Punktevorsprung der gesamten Serie auf, kein Titelgewinner hatte mehr Punkte gesammelt.



Eine Feier zum Dank aller Unterstützer und den seit 2017 bestehenden Fanclub fand vor Kurzem im Zweibrücker Karthaus am Fashion Outlet statt. Geschäftsführer Antonio Cipolla habe, wie er sagt, „Max schon vorher auf dem Schirm gehabt“. Mit der Zeit habe sich eine Freundschaft entwickelt und Max sei des Öfteren auch auf seiner E-Kart-Strecke unterwegs. Auch Max gefällts, ab und zu mal ohne große Geräuschkulisse seine Runden drehen zu können.