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Talente der Region
Marika Oberle wandelt in den Fußstapfen der Mutter

Die elfjährige Springreiterin Marika Oberle und ihr Hannoveraner Grafchristo sind ein tolles Gespann.
Die elfjährige Springreiterin Marika Oberle und ihr Hannoveraner Grafchristo sind ein tolles Gespann. FOTO: Cordual von Waldow / red
Zweibrücken. Die gerade einmal elfjährige Springreiterin wurde jetzt in den E-Kader des Pferdesportverbands Pfalz berufen. Von Cordula von Waldow

„Ich denke, ich konnte erst reiten und dann laufen“, überlegt Marika Oberle lachend. Schon als Kleinkind saß die elfjährige Helmholtz-Gymnasiastin bei Mama Anne auf dem Pferd. Jetzt wurde die junge Springreiterin in den E-Kader des Pferdesportverbands Pfalz berufen. Von ihrem ersten Kadertraining mit Landestrainer Sepp Gemein ist sie total begeistert. „Da habe ich viel Neues gelernt. Zum Beispiel, dass ich mich zwischen den Hindernissen mehr in den Sattel setzen soll, damit Graf bei mir bleibt und nicht so ins Laufen kommt“, berichtet sie.

Reiten gelernt Marika bei ihrer Mama. Zu ihrem dritten Geburtstag bekam sie Pony Johnny geschenkt. Heute läuft das rotscheckige Shetlandpony meist als frei als Rasenmäher über den Rechentalerhof. „Der kleine Hengst ist absolut clever und hat eine super Arbeitseinstellung“, erklärt Anne Oberle, warum Marika den Zwölfjährigen noch manchmal reitet, auch wenn sie fast mitlaufen kann. Fünf Jahre lang trug das Pony das Mädchen von der Führzügelklasse bis zu Reiterwettbewerben auf den ersten Turnieren. Außerdem voltigierte sie sechs Jahre lang in der Gruppe Pegasus der VRG-Südwestpfalz im Landgestüt. Mit Hilfe des Seniors Gismo, der mit fast 30 Jahren sein Gnadenbrot auf der Koppel erhält, stieg sie behutsam aufs Großpferd um. Ihre ersten großen Erfolge feierte Marika jedoch mit Mamas 13-jährigem Hannoveraner Grafchristo. Von Anfang an wollte die junge Reiterin Springen. Mutter Anne, Trägerin des Goldenen Reitabzeichens für zehn Siege in der schweren Klasse und amtierende Vize-Landesmeisterin, ist ihr großes Vorbild. Sie trainiert ihre Tochter zwar, doch auf Turnieren hält sich die Profireiterin zurück. „Wenn Marika springt, bin ich total nervös. Das überträgt sich dann nur“, weiß sie und überlässt die Vorbereitung beim Abreiten lieber jemand anderem aus der netten Stallgemeinschaft auf dem Rechentalerhof.

Marikas Springkarriere begann erst vor gut einem Jahr. 2016 legte sie ihr Reitabzeichen ab und sattelte zum Jahresende das erste Mal in ihrem Heimatverein in Zweibrücken. „Gleich im A-Springen, auf Stil“, erinnert sich die Elfjährige an ihr Debut. „Das Pony war zu klein und Graf noch zu groß. Und noch ein Pferd kaufen wollte ich nicht“, erklärt Anne Oberle, weshalb ihre Tochter die sonst üblichen Prüfungen der Einstiegsklasse übersprang. Nach dem ersten Auftritt war die junge Reiterin enttäuscht von sich, doch schon bald stellte sich der Erfolg ein: Jeder Ritt führte in die Schleifenränge. Auch Gold und Silber konnte sie bereits gewinnen. Ihr schönster Erfolg war der zweite Platz in einem A-Springen auf Fehler/Zeit in Zeiskam. „Da war ich rundum zufrieden mit mir, weil ich alles genau so gemacht habe, wie ich wollte“, erinnert sie sich auch an das Lob von Richtern und Begleitern. Längst hat sie Erfahrungen in Zwei-Sterne-Prüfungen gesammelt und will in dieser Saison noch in die nächst höhere Klasse L mit Hindernissen von 1,20 Metern Höhe aufsteigen. Außerdem will sie bei den Pfalzmeisterschaften antreten. Fünf Tage in der Woche ist Marika im Stall, denn auch das Gymnasium fordert Konzentration. Ihre Lieblingsfächer sind aktuell Sport und Mathe. Um gemeinsam mit ihrer besten Freundin noch mehr Spaß zu haben, hat sie ihr kurzer Hand das Reiten beigebracht, so dass die Mädchen auch gemeinsam ausreiten können.