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Lohn einer überragenden Saison

 Marlene Hüther hat gut lachen: Die Schwimmerin der Wsf Zweibrücken geht heute bei der Kurzbahn-WM in Katar mit der deutschen 200-Meter-Freistil-Staffel ins Rennen. Foto: Seifert/pmz
Marlene Hüther hat gut lachen: Die Schwimmerin der Wsf Zweibrücken geht heute bei der Kurzbahn-WM in Katar mit der deutschen 200-Meter-Freistil-Staffel ins Rennen. Foto: Seifert/pmz FOTO: Seifert/pmz
Zweibrücken/Doha. Marlene Hüther von den Wsf Zweibrücken gehört zu den besten deutschen Nachwuchsschwimmerinnen. Jetzt mischt die 16-Jährige auch bei den „Großen“ mit und feiert ihr Nationalmannschaftsdebüt. Martin Wittenmeier

Für Marlene Hüther ist die Teilnahme an der heute beginnenden Kurzbahn-WM Lohn eines phänomenalen Jahres. Nach ihren fünf Medaillen bei der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaft vergangene Woche gibt die 16-jährige Ausnahmeschwimmerin der Wassersportfreunde (Wsf) Zweibrücken ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft und misst sich in Doha /Katar mit den internationalen Topathleten der Schwimmszene.

Bereits heute Mittag wird es ernst für die junge Dietrichingerin. Zusammen mit ihrer Trainingskameradin Annika Bruhn (SSG Saar Max Ritter ), der deutschen Meisterin Daniela Schreiber (SV Halle) und Silke Lippok (Hamburger SC) kämpft sie in der 4x200-Meter-Freistil-Staffel um den Einzug in das Finale, das dann am Abend ausgetragen wird. Auf Bahn zwei wird Hüther als zweite Schwimmerin für das deutsche Team ins Rennen gehen. Von Nervosität oder Anspannung sei überhaupt nichts zu merken, betont der Landeskader-Trainer des Saarländischen Schwimm-Bunds (SSB), Ralf Steffen, der neben Hüther und Bruhn noch vier weitere Athleten in Doha betreut. "Natürlich kann ich nicht in sie hineinschauen, aber ich habe das Gefühl, dass Marlene absolut entspannt und gut drauf ist." Die internationale Konkurrenz ist allerdings groß. "Australien, USA, Japan, China, Ungarn, auch Italien sind richtige schwere Brocken. Wenn wir ins Finale wollen, müssen die Mädels vom ersten Start weg alles abrufen und richtig rudern." Übertriebene Erwartungshaltungen bremst Ralf Steffen umgehend aus. Der Druck auf Debütantin Hüther soll so gering wie möglich gehalten werden. "Für sie geht es in erster Linie darum, zu lernen und die Leistungen aus der Vorwoche zu bestätigen. Nicht mehr und nicht weniger." Nach der Staffel ist die Weltmeisterschaft für Marlene Hüther aber noch nicht beendet. Aufgrund ihrer starken Vorstellung bei der DM in Wuppertal hat Bundestrainer Henning Lambertz die Schülerin des Rotenbühl-Gymnasiums in Saarbrücken auch im Einzel über die 200 Meter Freistil nominiert. Am Sonntag geht Hüther, die in persönlicher Bestzeit von 1:56,24 Minuten in Wuppertal die WM-Norm nur um 14 Hundertstel verpasst hatte, im Siebten von neun Vorläufen an den Start. Hier schätzt Steffen ihre Chancen auf den Endlauf aber als äußerst gering ein: "Marlene geht mit der 21ten Zeit in den Wettkampf. Für das Finale müsste sie ihre Bestzeit um zwei bis drei Sekunden steigern. Das wäre in der kurzen Zeit utopisch."

Die Rahmenbedingungen in Katar beschreibt Schwimmtrainer Steffen als "sehr gut". Am Montag habe es noch leicht geregnet, jetzt sei es zwar "ziemlich warm, aber nicht unangenehm heiß", man habe sich "gut akklimatisiert". Vom Hotel bis zur Wettkampfstätte, dem Hamad Aquatic Center, sind es 30 bis 40 Minuten Transferzeit. Im Schwimmbad selber sei es dagegen "recht kalt". Steffen: "Wenn man von draußen in die Halle kommt, sind das schon ziemlich große Temperaturunterschiede. Daran müssen sich die Schwimmer erst einmal gewöhnen. Auch das Wasser ist wohl etwas kühl."