| 20:40 Uhr

Leichtathletik: Kein Hallenmeeting beim LAZ
2019 nur noch ein großes Meeting beim LAZ

 Raphael Holzdeppe ist bislang unter der WM-Qualihöhe geblieben. In Hof startet er am Samstag den nächsten Versuch. Foto: Svenja Hofer
Raphael Holzdeppe ist bislang unter der WM-Qualihöhe geblieben. In Hof startet er am Samstag den nächsten Versuch. Foto: Svenja Hofer FOTO: Hofer Svenja
Zweibrücken . Das Elite-Hallenmeeting entfällt. Der Himmelsstürmer-Cup am 20. Juni wird aber um den Frauen-Speerwurf erweitert. Von Svenja Hofer

Erstmals seit 2013 wird es im kommenden Jahr keinen Hallenstürmer-Cup beim LAZ Zweibrücken geben. „Zumindest nicht in der Form der vergangenen Jahre“, erklärte der Vereinsvorsitzende Bernhard Brenner gestern Nachmittag. „Das ist die gravierende Veränderung im nächsten Jahr.“ Anders wird zudem der Himmelsstürmer-Cup im Sommer ablaufen. „Als Kompensation wird dieser erweitert“, erklärte Brenner. Die Zuschauer kämen vornehmlich wegen der Lokalmatadore ins Stadion. „Und seit diesem Jahr haben wir mit Christin Hussong einen neuen absoluten Star mit einer Goldmedaille bei einem internationalen Wettbewerb.“ Daher habe es nahe gelegen, Speerwurf ins Meetingprogramm aufzunehmen.

Die Überlegungen, 2019 von dem Hallenmeeting Abstand zu nehmen, seien „durch ein paar Ungereimtheiten“ entstanden. „Es hieß, dass es ab dem 1. Januar 2019 vom Weltverband IAAF und vom europäischen Verband einen neuen Regelkatalog bezüglich der Nominierung für internationale Wettkämpfe geben wird“, erklärte der sportliche Leiter Alexander Vieweg. Demnach wird es künftig nicht mehr nach dem bekannten System gehen, dass die drei Erstplatzierten der deutschen Meisterschaft oder die vom nationalen Verband Nominierten zu einer internationalen Meisterschaft fahren, sondern es wird ein System geben, bei dem die Athleten über das gesamte Jahr Punkte sammeln können. „Jedes Meeting weltweit wird sich klassifizieren müssen. Verschiedene Punkte werden dabei berücksichtigt – etwa Preisgelder, startende Athleten, Verwertungsrechte, Eintritt.“ Die besten 25 oder 30 Athleten je Disziplin werden schließlich über die Punkte zu den Titelkämpfen zugelassen.

Das LAZ habe seine beiden Meetings klassifizieren lassen. „Doch wir wissen, wie schwer es überhaupt ist, Athleten für die Halle zu bekommen, da das Zeitfenster im Winter sehr klein ist. Und wir können uns dann einfach nicht mit Meetings in London oder Zürich messen“, macht Vieweg den Grund für die Entscheidung klar. „Kurz vor knapp hat die IAAF für 2019 – 2020 wird es aber auf jeden Fall so kommen – wieder Abstand von der Regeländerung genommen“, sagte Brenner. Während das LAZ bereits in der Neustrukturierung ihrer Meetings war. Vorerst werde es demnach keinen Hallenstürmer-Cup geben. „Wir wollen hier kein Meeting mit B-Klasse-Athleten machen, für die wir noch viel Geld zahlen müssen.“ Dieser Schritt bedeute aber nicht unbedingt das endgültige Aus des Elite-Hallenstürmer-Cups.



„Wir haben es für das kommende Jahr als sinnvoller angesehen, die Kräfte für den Sommer – für eine Top-Veranstaltung – zu bündeln, wenn wir den Frauen-Speerwurf noch dazu nehmen“, sage Brenner. Die Entscheidung sei nach Gesprächen mit allen Trainern, Athleten und Verantwortlichen getroffen worden. Brenner: „Wir schauen einfach mal, wie es angenommen wird.“

Im Sommer ist sich das LAZ sicher, weiterhin viele gute Athleten nach Zweibrücken lotsen zu können. „Erstens ist die Wettkampfperiode hier viel größer“, erklärt Vieweg. In der kommenden Saison durch die späte WM Ende September/Anfang Oktober in Doha ohnehin. „Zudem haben wir hier einfach sehr gute Möglichkeiten. Es gibt fast kein anderes Meeting, bei sich der Veranstalter so individuell auf die Springer einlassen kann – je nach Windrichtung, mit oder ohne Steg. Und das wissen die Athleten auch.“ Mit den zwei Topathleten des LAZ – Raphael Holzdeppe im Stabhochsprung und Christin Hussong im Speerwurf – zwei, die hier kräftig die Werbetrommel rühren und hier auch die Athleten für begeistern“, betonte Vieweg, der sich sicher ist, dass das große Meeting, mit einem anderen Charakter „aufgrund der Vielfältigkeit der Disziplinen“ sehr gut angenommen wird. Zumal es nicht bei den zwei Disziplinen bleiben muss, sondern sogar noch weiter wachsen könnte. „Wann hat man schon die Möglichkeit, Christin vor der Haustür live werfen zu sehen.“

Stattfinden wird der größere Himmelsstürmer-Cup am Fronleichnams-Donnerstag, 20. Juni. Anfang des Jahres wird das LAZ ein Hallenspringen für den eigenen Nachwuchs und Springer aus der Region anbieten. Zudem steht am Freitag, 25. Januar, noch eine große Feier an. „Da wir da ja jetzt Luft haben“, sagt Brenner lachend, „werden wir das 30. Jubiläum, das zwar eigentlich 2018 war, feiern.“ Gemeinsam mit ehemaligen und aktuellen Athleten, mit Freunden und Sponsoren will das Leichtathletikzentrum die 30 Jahre mit den vielen Erfolgen und Titeln Revue passieren lassen.