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Köpfe frei fürs Bonusspiel

 Gegen Waldhof Mannheim hat der SVN zum ersten Mal über 90 Minuten überzeugt. Foto: cos
Gegen Waldhof Mannheim hat der SVN zum ersten Mal über 90 Minuten überzeugt. Foto: cos FOTO: cos
Zweibrücken. Ohne Druck kann Fußball-Regionalligist SVN Zweibrücken heute, 19 Uhr, beim 1. FC Saarbrücken aufspielen. Auch die Stimmung im Verein hat sich wieder gebessert, unter der Woche gab es klärende Gespräche zwischen Trainer und Team. Martin Wittenmeier

Vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken wirkt SVN-Trainer Adis Herceg ungewöhnlich ruhig, ja fast entspannt. Das liegt zum einen am ordentlichen Saisonstart seiner Mannschaft, zum anderen aber auch am heutigen Gegner. Für Herceg ist das Duell mit dem Drittliga-Absteiger ein Bonusspiel: Alles kann, nichts muss. Die Favoritenrolle schiebt der gebürtige Bosnier gerne dem Gastgeber zu. "Wir fahren ohne jeglichen Druck nach Saarbrücken. Wir haben hier nichts zu verlieren, können eigentlich nur gewinnen."

In der vergangenen Woche sah das Weltbild beim SVN noch komplett anders aus. Über "müde Köpfe" klagte Herceg vor dem letzten Heimspiel gegen Waldhof Mannheim: "Die Mannschaft befindet sich in einem Loch." (Wir berichteten.) Der 36-Jährige hat daraufhin reagiert, das Training zurückgeschraubt, zwei Vormittagseinheiten gestrichen. "Nur die Spieler, die am Sonntag nicht zum Einsatz gekommen sind, haben ein leichtes Training absolviert", erklärt Herceg.

Gegen Saarbrücken hofft Herceg, dass sein Team an die gezeigten Leistungen aus dem Mannheim-Spiel anknüpfen kann. Bislang hat beim SVN in erster Linie die Konstanz gefehlt. "In den vier Spielen davor haben wir nicht über 90 Minuten das abgeliefert, was eigentlich möglich wäre. In dieser Liga wird so etwas gnadenlos bestraft." Deshalb hat Herceg unter der Woche Tacheles geredet. In zwei, drei längeren Gesprächen mit dem Spielerrat habe man die Fehler aufgearbeitet: "Es gab deutliche Worte und die Jungs haben verstanden, worum es geht. Gegen Mannheim hat jeder gekämpft."

Beim 1. FC Saarbrücken träumt man von besseren Tagen. Nach dem überraschenden Abstieg aus der Dritten Liga zählt für die Malstatter nur der direkte Wiederaufstieg. Mit zehn Zählern nach dem fünften Spieltag liegt die Mannschaft von Cheftrainer Fuat Kilic im Soll. Nur die 1:3-Niederlage im Saarderby gegen die SV Elversberg schmerzt, zumal sich Angreifer Felix Luz schwer am Meniskus verletzt hat und mehrere Wochen ausfällt. Zuletzt punktete der FCS beim KSV Baunatal (1:0) aber wieder dreifach.

Adis Herceg muss sein Team im Mittelfeld umbauen. Emmanuel Mbella hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen und wird drei Wochen an der Hofenfelsstraße fehlen. Ansonsten sieht Herceg keinen Grund, die Mannschaft umzukrempeln. Nur an der taktischen Ausrichtung habe man in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel gefeilt - gegen den Favoriten möchte man nicht ins offene Messer laufen: "Bislang haben wir immer versucht selbst das Spiel zu machen, offensiv nach vorne zu spielen. Durchaus möglich, dass wir heute erstmal Saarbrücken kommen lassen."
Neuen Schwung mit nach Pirmasens nehmen

Nach dem 3:2-Sieg über Hessen Kassel , dem ersten Saisonerfolg für den FC Homburg, wollen die Grün-Weißen mit neuem Schwung auch heute Abend im Derby beim FK Pirmasens punkten. Für Homburgs Trainer Jens Kiefer steht die Partie allerdings unter ganz anderen Vorzeichen als noch das Spiel am Wochenende. "Ich rechne damit, dass Pirmasens aus seiner bisher stabilen Abwehr erst einmal versuchen wird, uns das Leben so schwer wie möglich zu machen." Bisher habe Pirmasens immer aus einer stark defensiven Grundhaltung versucht, erfolgreich zu sein.

Das ist dem Aufsteiger auch in seinen ersten drei Partien gelungen. Sieben Punkte sammelte der FKP und blieb dabei ohne Gegentor. Der 3:0-Heimsieg über die Offenbacher Kickers und der 1:0-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim II ließen aufhorchen.

Doch der Glanz der Anfangsphase beim FKP ist verflogen. Gegen die Spielvereinigung Neckarelz kassierte man im eigenen Stadion ein 0:3, und auch bei Wormatia Worms am vergangenen Samstag gab es bei der 0:2-Pleite nichts zu holen. FCH-Trainer Jens Kiefer war vor Ort: "Pirmasens hatte zwar die Chance zur Führung, aber dann hat Worms doch verdient gewonnen." Er hofft, dass seine Spieler mit viel Selbstvertrauen aus dem gewonnenen Spiel gegen Kassel in die Partie gehen. "Klar, wir werden auf Sieg spielen und versuchen, die positiven Dinge aus dem letzten Spiel auch in Pirmasens umzusetzen." Mit Positiv meint Kiefer, dass seine Elf sich viele Torchancen herausholte und diese immerhin zu drei Toren nutzen konnte. Negativ aber war, dass der Gegner auch diesmal aus wenigen Tormöglichkeiten zu zwei Toren kam. "Wir sind noch lange nicht soweit, dass sich der Gegner nach uns und unserer Spielweise richten muss", verweist Jens Kiefer auch darauf, dass in Sachen Aufstellung und Formation noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Im Angriff fehlen Kai Hesse (Muskelbündelriss) und Thierry Steimetz, dessen Sehnenreizung im Knie ein Teamtraining nicht zulässt. Weitere Offensivkräfte mit Christian Grimm und Giancarlo Pinna, mit denen der Trainer vor der Saison fest plante, sind noch nicht zu hundert Prozent fit. "Aber Pinna und Grimm sind auf den besten Weg dazu, ihre Fitness aufzuholen. Mit beiden Spielern habe ich noch mehr Variabilität im Offensivbereich." Christian Grimm zeigte zuletzt stark aufsteigende Form, erzielte zuletzt die 2:1-Führung gegen Hessen Kassel . Auch Angreifer Angelo Vaccaro hofft seine Treffsicherheit wieder zu erlangen, wichtig sei aber der Erfolg der Mannschaft: "Wer die Tore schießt, ist mir egal. Hauptsache wir gewinnen die Partie in Pirmasens ." mh

Elversberger Siegesserie endet durch 0:0 in Trier

Nach fünf Siegen in Folge hat die SV Elversberg in der Fußball-Regionalliga gestern Abend die ersten Punkte liegen lassen. Bei Eintracht Trier kam die SVE nicht über ein 0:0 hinaus. "Man hat heute gemerkt, dass wir in der Liga die Gejagten sind. Ich glaube, so stark werden die Trierer nicht mehr spielen", sagte Elversbergs Trainer Willi Kronhardt. Vor 1317 Zuschauern im Moselstadion fanden viele lange Bälle aus der eigenen Hälfte der SVE nur selten ihr Ziel. Von der Heimelf war in den ersten 45 Minuten ebenfalls nur wenig zu sehen. Im zweiten Abschnitt kam mehr Bewegung in die Partie. Triers Stürmer Rudi Carlier schoss per Fallrückzieher aus 16 Metern nur Zentimeter übers Tor (49.). Auf der anderen Seite scheiterte Mijo Tunjic aus zwölf Metern am stark parierenden Reisacher (51.). leh



 SVN-Trainer Adis Herceg hofft in Saarbrücken auf eine Überraschung. Foto: maw
SVN-Trainer Adis Herceg hofft in Saarbrücken auf eine Überraschung. Foto: maw FOTO: maw
 Angelo Vaccaro (rechts) hat zuletzt geschwächelt. Dennoch vertraut FCH-Trainer Jens Kiefer weiter auf seinen Stürmer. Foto: mh
Angelo Vaccaro (rechts) hat zuletzt geschwächelt. Dennoch vertraut FCH-Trainer Jens Kiefer weiter auf seinen Stürmer. Foto: mh FOTO: mh