| 22:00 Uhr

Kellerduell
Das Abwehrbollwerk soll erneut halten

  Mit starken Paraden verhalf Torwart Yannic Klöckner der VTZ Saarpfalz zum Auswärtssieg in Willstätt. Gegen Schlusslicht Baden-Baden fordert er von seinen Vorderleuten wieder eine stabile und konzentrierte Leistung.
Mit starken Paraden verhalf Torwart Yannic Klöckner der VTZ Saarpfalz zum Auswärtssieg in Willstätt. Gegen Schlusslicht Baden-Baden fordert er von seinen Vorderleuten wieder eine stabile und konzentrierte Leistung. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Den Handballern der VTZ Saarpfalz steht in der 3. Liga mit Schlusslicht TSV Baden-Baden eine vermeintlich leichte Aufgabe ins Haus. Doch bei der VTZ schrillen nach dem Hinspiel alle Alarmglocken. Im Kampf um den Klassenerhalt ist ein Sieg dennoch Pflicht. Von Jadran Pesic

Die Handballer der VTZ Saarpfalz haben ihre Ausgangssituation im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga vor dem Heimspiel am Sonntag (17 Uhr, Westpfalzhalle) gegen Schlusslicht TSV Baden-Baden deutlich verbessert. Mit dem Sieg am letzten Spieltag beim TV Willstätt sind die Zweibrücker nicht nur mit dem TSV Neuhausen/Filder, der den ersten Nichtabstiegsplatz belegt, nach Punkten gleichgezogen – auch konnte der direkte Vergleich mit den ebenfalls abstiegsbedrohten Willstättern gewonnen werden. Dieser entscheidet nämlich am Ende der Saison anstelle des Torverhältnisses bei Punktgleichheit darüber, wer die Klasse hält.

Am Sonntag soll gegen den Tabellenletzten Baden-Baden der nächste Schritt Richtung Klassenerhalt getan werden. Der Schlüssel zum Erfolg soll wieder eine starke Abwehr sein. Auf ihr Prunkstück konnte sich die VTZ gegen Willstätt verlassen. Gerade mal 18 Gegentore ließen die Zweibrücker um den starken Torwart Yannic Klöckner zu und gewannen hochverdient mit 22:18.

„Wir konnten uns auf unsere Defensive verlassen und haben Willstätt immer wieder zu unkontrollierten und unsauberen Würfen gezwungen. Wir konnten uns im Angriff, den einen oder anderen Fehler erlauben, weil wir uns die Bälle in der Abwehr wieder zurückerobert haben“, lobt Klöckner seine Vorderleute. Er ergänzt: „Im Angriff haben wir über weite Strecken kontrolliert gespielt und geduldig auf unsere Chancen gewartet.“ Der VTZ-Torwart schlug aber auch kritische Töne an: „Einige glasklare Chancen und Gegenstöße haben wir aber ausgelassen“.



Der anstehende Spieltag in der 3. Liga Süd wird gerade im Tabellenkeller hochinteressant. Denn am Wochenende treffen die vier Letztplatzierten in direkten Duellen aufeinander. Zeitgleich zu der Partie der Zweibrücker gegen Baden-Baden spielt Neuhausen gegen Willstätt. Für alle vier Mannschaft geht es an diesem Spieltag um viel – für VTZ-Gegner Baden-Baden vielleicht sogar um Alles. Der Aufsteiger hat nur drei Punkte auf dem Konto und kann im Falle einer Niederlage wohl schon für die Oberliga planen. Dennoch sollte die VTZ gewarnt sein. im Hinspiel gegen Baden-Baden sahen die Zweibrücker fünf Minuten vor Schluss beim Stand von 27:31 schon wie der sichere Verlierer aus. Mit einem Kraftakt konnten die Saarpfälzer die Partie damals noch drehen. Darauf verlassen, dass das wieder gelingt, sollte sich die VTZ nicht.

TVS-Trainer Ralf Ludwig war nach der 31:33-Niederlage damals auch Minuten nach Spielende sprachlos.

Bester Torschütze der Baden-Badener ist der halbrechte Jonas Schuster. Auch auf Linksaußen Simon Bornhäußer, der der VTZ im Hinspiel satte 13 Tore einschenkte, müssen die Zweibrücker aufpassen.

Torhüter Klöckner hat sich mit dem Gegner ausgiebig beschäftigt. Er erklärt: „Sie haben keine überragenden Einzelspieler, sind aber mannschaftlich geschlossen. Wenn wir ihnen Räume geben und ihnen erlauben, ihr Spiel aufzuziehen, wird es wieder schwer für uns. Wir müssen hinten wieder stabil stehen und im Angriff ruhig und konzentriert bleiben.“

Mit einem Sieg könnten die Rosenstädter im besten Fall schon auf einen Nichtabstiegsplatz springen, zumindest aber den Druck auf die vor ihnen liegenden Mannschaften erhöhen. Eine Niederlage gegen das Schlusslicht wäre für die VTZ im Kampf um den Klassenerhalt indes fatal. „Wir haben eine realistische Chance, die Klassen zu halten – aber dafür müssen wir am Wochenende gewinnen“, fordert Klöckner.

Personell gibt es bei den Zweibrückern gute und schlechte Nachrichten. Die schlechte: Torwart-Riese Sven Mevissen wird Trainer Danijel Grgic wegen familiärer Gründe vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen. Seinen Platz wird bis zum Ende der Saison Routinier Christian Ruppert übernehmen. Die gute: Nach dem Wechsel von Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin zum Ligarivalen HG Saarlouis konnte die VTZ umgehend reagieren. Mit Patrick Bach vom Oberliga-Spitzenteam HF Illtal konnte einer der vielleicht besten Kreisläufer des Saarlands dazu bewegt werden, in die Rosenstadt zur VTZ zu wechseln. Der Vertrag gelte zunächst für ein Jahr und unabhängig von der Liga hatte Bach bereits am Donnerstag auf Anfrage mitgeteilt.