| 19:09 Uhr

Keine Spur von Spitzenspiel-Charakter

 Zu sehr beeindrucken ließen sich die Mannen um VTZ-Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin (links) vom starken Spiel des TuS Dansenberg. Foto: norbert schwarz
Zu sehr beeindrucken ließen sich die Mannen um VTZ-Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin (links) vom starken Spiel des TuS Dansenberg. Foto: norbert schwarz FOTO: norbert schwarz
Dansenberg/Zweibrücken. Handball-Oberliga: VT Zweibrücken-Saarpfalz muss beim Spitzenreiter TuS Dansenberg eine deftige 16:32-Klatsche hinnehmen. Jadran Pesic

Das mit großer Spannung erwartete Spitzenspiel ist am Ende keins gewesen. Die Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz wurden beim Oberliga-Spitzenreiter TuS Dansenberg nach einer schwachen Leistung klar mit 16:32 (5:15) aus der Halle gefegt. Der TuS war den Zweibrückern in allen Belangen weit überlegen und legte vor ausverkaufter Halle eine fantastische Leistung an den Tag. Die VTZ fand hingegen nie zu ihrem Spiel - weder in der Abwehr noch im Angriff. Überragende Akteure aufseiten des TuS waren Goalie Markus Seitz, Ex-VTler Steffen Kiefer, der mit zwölf Treffern auch bester Torschütze der Partie war, sowie Mittelmann Tim Beutler.

"Wir haben voll versagt", brachte es VTZ-Allrounder Moritz Baumgart auf den Punkt. Den Zweibrückern war vor der Partie durchaus klar, dass einiges würde zusammenlaufen müssen, um hier einen Punkt zu ergattern. Dass man dann aber so chancenlos sein würde, damit hatte keiner gerechnet. "Man kann immer nur so gut spielen, wie es der Gegner zulässt. Dansenberg hat uns heute aber keine Chance gelassen", äußerte sich ein sichtlich ratloser VTZ-Trainer Danijel Grgic. Doch nicht nur Dansenberg stand der VTZ oft im Weg, sondern auch das Team selbst, das sich viele leichte Fehler leistete. Insgesamt 26 Fehlwürfe und 13 technische Fehler produzierten Grgics Jungs. So hatte die VTZ von der ersten Minute an Probleme mit der harten Gangart der Gastgeber. Nach wenigen Minuten saß bereits Tomas Kraucevicius mit blutiger Lippe auf der Bank. Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin folgte ihm wenig später mit einer Verletzung am rechten Sprunggelenk. Zwar konnten beide wieder ins Spielgeschehen eingreifen, aber der VTZ war anzumerken, dass sie sich haben beeindrucken lassen. Beide Mannschaften starteten mit einer 6:0-Abwehr, wobei die der Gastgeber bedeutend offensiver interpretiert wurde. Bis zum 4:6 durch Alexey Wetz, der anfangs die meiste Torgefahr ausstrahlte, waren die Zweibrücker zumindest in Schlagdistanz. Was aber in der Folge passierte, hatte etwas von einer Machtdemonstration. Über 16 Minuten lang traf die Mannschaft von Danijel Grgic nicht. Dansenberg zog auf 13:4 davon - und hatte in Markus Seitz einen herausragenden Torhüter, der am Ende des Tages 16 Paraden beisteuerte. Im Angriff war Ex-VTler Steffen Kiefer der alles überragende Mann, der alleine in den ersten 30 Minuten auf neun Treffer kam. Da halfen Grgic auch gleich zwei Auszeiten nicht weiter. In der 27. Minute beendete Wladislaw Kurotschkin die Torflaute der VTZ, verkürzte 5:13. Doch zur Halbzeit führte der TuS bereits mit 15:5.

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich das Bild nicht wirklich. Der TuS dominierte weiter nach Belieben, auch wenn die VTZ jetzt immerhin im Angriff ein paar Lösungen mehr fand. Dennoch hatte der Gastgeber keinerlei Probleme mit der Partie. Grgic versuchte alles, um seine Mannschaft in die Spur zu bringen. Doch es nütze nichts. Abwehrumstellungen wie Spielerwechsel zeigten kaum Wirkung. Der VTZ-Coach wirkte mit zunehmender Dauer etwas ratlos. Nach der Partie gab er zu, dass "man vielleicht auch etwas übermotiviert an die Sache herangegangen ist, aber der TuS auch einen wirklichen Sahnetag erwischt hat". Über 21:9, 26:12 und 30:15 zog Dansenberg unaufhaltsam zum 32:16-Sieg davon und unterstrich eindrucksvoll seine Aufstiegsambitionen.



"Ich bin etwas enttäuscht, weil wir seit zwei oder drei Wochen im Angriff nicht mehr unsere Leistung bringen. Wir wollten das Spiel möglichst lange offen gestalten, was uns heute nicht gelungen ist. Wir müssen jetzt einfach weiter hart arbeiten", erklärte Grgic. Sein Gegenüber Marco Sliwa sah vor allem die richtige Reaktion seiner Truppe auf die Niederlage vom letzten Wochenende. "Das war reine Kopfsache. Mein Team hat sich diesen Sieg heute redlich verdient", sagte Sliwa.

Aus Zweibrücker Sicht stellt sich die Frage, worauf der Leistungsabfall zurückzuführen ist. Aktuell scheint es so, dass die VTZ in der Hinrunde vielleicht über ihren Möglichkeiten gespielt und sich so den bis dahin fantastischen zweiten Platz erarbeitet hat. Nach den vergangenen Partien bleibt der Eindruck, dass der jungen Mannschaft noch etwas zur absoluten Spitze fehlt. Am kommenden Sonntag steht für die Zweibrücker das nächste Heimspiel auf dem Programm. Ab 18 Uhr ist dann gegen den HV Vallendar Wiedergutmachung für die klare Klatsche in Dansenberg angesagt.