| 22:38 Uhr

Handball-Oberliga
Katharina Koch zeigt keine Nerven

Annalena Frank (am Ball) erzielte nicht nur vier Treffer, sondern holte kurz vor Schluss auch den entscheidenden Siebenmeter für die SV-Frauen heraus, den Katharina Koch zum 25:24 verwandelte.
Annalena Frank (am Ball) erzielte nicht nur vier Treffer, sondern holte kurz vor Schluss auch den entscheidenden Siebenmeter für die SV-Frauen heraus, den Katharina Koch zum 25:24 verwandelte. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Die erfahrenste Spielerin des SV 64 Zweibrücken verwandelt vier Sekunden vor Schluss den entscheidenden Siebenmeter zum 25:24-Sieg über den TV Bassenheim. Von Roman Kuhn

Vierter Sieg im fünften Spiel: Die Oberligafrauen des SV 64 Zweibrücken geben zum Ende der Saison noch einmal richtig Vollgas. Auch der Tabellenvierte aus Bassenheim musste sich nach einer dramatischen Schlussphase den Zweibrücker Löwinnen knapp mit 24:25 (9:11) beugen. Beste Werferin war, wie so oft in dieser Saison, Katharina Koch mit neun Treffern.

Wie nah Sieg und Niederlage im Handball zusammen liegen können, zeigte sich am Samstagabend in der Ignaz-Roth-Halle. Nach einer grandiosen Aufholjagd erzielten die Gäste aus dem Rheinland eine Minute vor dem Abpfiff den hart erkämpften Ausgleichstreffer zum 24:24 und hofften auf einen erfolgreichen Beutezug in der Westpfalz. Zweibrückens Coach Rüdiger Lydorf beantragte eine Auszeit und schwor seine Schützlinge für die verbleibenden 30 Sekunden auf den letzten Angriff ein. Ausgerechnet der ältesten und der jüngsten Spielerin im Trikot der 64er war es dann vergönnt, den Deckel auf den doppelten Punktegewinn drauf zu machen. Jugendspielerin Annalena Frank – das Küken im Team der Löwinnen – fasste sich ein Herz und wagte den entscheidenden Durchbruch und konnte nur auf Kosten eines Strafwurfs regelwidrig gestoppt werden. Den fälligen Siebenmeter verwandelte dann Oldie Katharina Koch vier Sekunden vor Schluss mit größter Entschlossenheit und Siegeswillen. Die erfahrene Spielführerin absolviert im Alter von 35 Jahren ihre wahrscheinlich beste Saison für die SV-Frauen. Die letzten Bemühungen den nochmaligen Ausgleich zu erzielen, verpuffte für die Bassenheimer beim Versuch einer „Schnellen Mitte“ durch einen überhasteten Fehlpass. Der Schlusspfiff ging dann in der schwarz-weißen Jubeltraube unter.

In den 59 Minuten vor dem dramatischen Finale sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes und gutes Oberligaspiel, bei dem die Hausherren meistens knapp die Nase vorne hatten. Über die Zwischenstände von 4:4 (10.), 7:7 (22.) und 9:9 (27.) schafften es die Mädels um ihre Spielmacherin Lucie Krein, sich kurz vor der Halbzeit auf 11:9 abzusetzen.



Nach dem Seitenwechsel sah der Zweibrücker Trainer Lydorf dann ein Spiel mit „offenem Visier“, wie er es selbst formulierte. Tatsächlich bekamen die beiden Abwehrreihen keinen Zugriff mehr auf die gegnerischen Offensivbemühungen. Als zwei Minuten vor dem Ende Katharina Koch und Annalena Frank mit einem Doppelschlag die 24:22 Führung heraus warfen, glaubte alle an eine Vorentscheidung. Doch die Gäste aus der Nähe von Koblenz kämpften sich ins Spiel zurück und mussten doch die Heimfahrt mit leeren Händen antreten.

Durch diesen Heimsieg kletterten die 64er auf den sechsten Tabellenplatz und überholten damit den ewigen Saarrivalen aus Marpingen, der eigentlich als einer der Meisterschaftsfavoriten in die Saison gestartet war. Bester Saarverein bleibt der HSV Püttlingen.