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Sportkolumne
Kampf gegen das drohende Aus

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Nachwuchsmangel, zu wenige Hallenzeiten, riesige Konkurrenz durch das vielfältige Sportangebot – damit kämpfen viele Vereine. Dass es aber zudem bald gar keine Spiel- und Trainingsstätte in der Stadt mehr gibt, ist ein noch viel größeres Problem. Und genau damit plagen sich derzeit die Kegler in Zweibrücken. Da die letzte Bahn in der Stadt im Sommer schließt, werden sie heimatlos. Mit aller Macht stemmen sich die Aktiven gegen das drohende Aus ihrer – in Gesamt-Deutschland vom Aussterben bedrohten – Sportart. Von Svenja Hofer

Einen rund 400 000 Euro teuren Neubau einer Bahn können sich weder der rund 100 Mann umfassende Kegelring noch die klamme Stadt leisten, die immerhin ein Grundstück in Erbpacht angeboten hatte. Doch auch das allein hilft den Keglern nicht. So ist Ersatz für die schließende Bahn in Zweibrücken nicht in Sicht.

Zur Aufrechterhaltung des Kegelsports muss der Ligenbetrieb im Sommer aber weitergehen. Immerhin vier Vereine der Stadt nehmen mit der SG Zweibrücken, der KSG, der Fortuna Vollkugel und dem SKC Rimschweiler von der Regional- bis in die unteren Ligen mit mehreren Mannschaften daran teil. Sie alle haben in den vergangenen Monaten nach Lösungen gesucht, sich nach auswärtigen Spielstätten umgesehen. Dabei auch die Idee entwickelt, womöglich künftig als komplette Zweibrücker Spielgemeinschaft anzutreten, gemeinsam für das Überleben des Sports zu kämpfen. Zumindest für die KSG ist schon klar, dass sie ab der neuen Runde auf der Anlage in Pirmasens – Trainings- und Spielzeiten sind dort bereits abgeklärt – weiterkegeln wollen. Darüber haben die Vereinsmitglieder abgestimmt. Soll der Sport in Zweibrücken überleben, müssen einfach neue Wege, neue Kooperationen her.

Da zeitnahe Lösungen in Zweibrücken nicht in Sicht sind, ist das Ausweichen auf auswärtige Spielstätten der richtige Weg. Wenn auch das Fünkchen Hoffnung bleibt, in Zukunft auch in der eigenen Stadt wieder den Sport ausüben zu können, so könnte doch ausgerechnet das Jahr zum 60. Jubiläum des Kegelrings das letzte sein, in dem in Zweibrücken selbst alle Neune fallen.