| 21:57 Uhr

Niederlage
Kalte Dusche für den FSV

Reingekrätscht: Der Jägersburger Sven Schreiber klärt gegen den zweifachen Pfeddersheimer Torschützen Andreas Buch (rechts).
Reingekrätscht: Der Jägersburger Sven Schreiber klärt gegen den zweifachen Pfeddersheimer Torschützen Andreas Buch (rechts). FOTO: Hagen / Markus Hagen
Pfeddersheim. Jägersburg leistet sich defensiv zu viele Patzer und kann eigene Chancen beim 1:4 gegen Pfeddersheim nicht nutzen. Von Markus Hagen

Herber Dämpfer für den FSV Jägersburg. Nach dem erfolgreichen Auftakt gegen Regionalliga-Absteiger Schott Mainz musste der Fußball-Oberligist am Samstag eine deftige 1:4-Pleite bei der TSG Pfeddersheim hinnehmen. Die nicht nur viel zu hoch ausfiel, sondern auch unnötig war. Mehrfach wurde der FSV in der Gluthitze im Uwe-Becker-Stadion überrascht, nachdem er zuvor das Spiel im Griff hatte.

So erstmals in der neunten Minute. Eine hohe Freistoß-Hereingabe nutzte Andres Buch, brachte den Ball per Akrobatikeinlage zum 1:0 für die TSG im Netz unter. Jägersburg fand schnell zurück in die Begegnung. Jeweils nach Freistoß (15./22.) von Steven Simon hätte Julian Fricker ausgleichen können. Seine beiden Kopfbälle gingen aus günstiger Position knapp über das TSG-Gehäuse. Von dieser war weiter in der Offensive wenig zu sehen. Der längst fällige Ausgleich resultierte aus einem Foulelfmeter, den Benjamin Himmel an Emanuel Luis Kiefer verursachte. Murat Adigüzel verwandelte zum 1:1 (34.). Fast hätte sich FSV-Trainer Thorsten Lahm kurz vor der Halbzeit über den zweiten Defensivpatzer ärgern müssen, als plötzlich Buch frei vom Tor stand, den Ball aber aus sieben Metern (42.) nicht unterbringen konnte.

„Im Wesentlichen hatten wir bis zur Pause die Begegnung im Griff, doch die beiden Aussetzer in der Abwehr hätten nicht sein dürfen“, bedauerte Lahm, dass seine Elf nicht ihre Chancen mit einer Pausenführung genutzt hat. Er habe einiges in der Pause angesprochen. „In den Zweikämpfen waren wir einen Tick zu passiv“, stellte der FSV-Coach fest. Nachdem Arman Ardestani (52.) für Jägersburg aus halbrechter Positon knapp die Führung verpasste, sein Schuss ging abgefälscht knapp vorbei, tat sich lange nichts mehr in der Partie. „Da geht mehr, wenn wir uns in den Zweikämpfen besser durchsetzen, aggressiver werden“, feuerte Lahm seine Jungs in einer Trinkpause an. Und in der Tat: Jägersburg wurde nun auch torgefährlich. Niklas Holzweißig (73.) und Ardestani (74.), dessen 16-Meter-Schuss von Torhüter Fabian Emig gerade noch über die Latte gelenkt wurde, hatten die 2:1-Führung für den Gast aus dem Saarland auf dem Fuß. Doch dann die kalte Dusche für den FSV, die sich bei hochsommerlicher Hitze wie ein Keulenschlag für die Spieler angefühlt haben musste. Marcel Oehlers (79.) Treffer zur erneuten Führung der TSG Pfeddersheim fiel aus dem Nichts. Jägersburg war am Zug, war dem Siegtreffer sehr nahe. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die TSG vorne nur wenig zu bieten. Doch der FSV wurde in Rückstand nervös. Der Gastgeber nutzte weitere Patzer gnadenlos durch zwei weitere Treffer in den Schlussminuten mit zwei Kontertoren von Sebastian Kaster (87.) und Buch (89.) aus. Der Spielverlauf war total auf den Kopf gestellt.



„So eine unnötige Niederlage“, ärgerte sich FSV-Innenverteidiger Moritz Braun. Zum einen habe man sich dumm bei den Gegentoren angestellt, zum anderen die wenigen, aber sehr guten Torchancen nicht genutzt. „Diese Niederlage müssen wir schnell abhaken. Wie gut, dass es schon am Dienstag mit dem Spiel in Bingen weitergeht“, ging der Blick von Moritz Braun schnell auf das nächste Spiel.