| 20:42 Uhr

Starker Rückhalt
Torwart Haubeil hält die Punkte fest

Matchwinner für die A-Junioren des SV 64 gegen Pforzheim war Torhüter Benedict Haubeil.
Matchwinner für die A-Junioren des SV 64 gegen Pforzheim war Torhüter Benedict Haubeil. FOTO: Wittenmeier
Zweibrücken. Jugendbundesliga: Nachwuchshandballer des SV 64 Zweibrücken bezwingen die SG Pforzheim-Eutingen mit 21:19.

Nichts für schwache Nerven ist das erste Heimspiel der Saison für die A-Jugendhandballer des SV 64 Zweibrücken gewesen. Mit dem besseren Ausgang für die Gastgeber. Das Team von Trainer Klaus Peter Weinert schlug die favorisierte SG Pforzheim-Eutingen – dank einer enormen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang knapp mit 21:19. Überragender Mann der Jugendbundesliga-Begegnung war Zweibrückens Torwart Benedict Haubeil mit 18 Paraden.

Es war ein verrücktes Handballspiel, das die Zweibrücker ihren Fans am Sonntag in der Ignaz-Roth-Halle boten. In den ersten zwanzig Minuten war die SG klar tonangebend. Im Angriff überzeugten die Badener durch guten Kombinationshandball und spielten sich klare Torgelegenheiten heraus. Einzig Benedict Haubeil war es zu verdanken, dass die Partie nicht schon zu einem ganz frühen Zeitpunkt entschieden war. Immer wenn seine Vorderleute wieder einmal einen Schritt zu spät kamen, war der SV-Schlussmann auf seinem Posten und zeichnete sich mehrfach durch Glanzparaden aus. Obwohl eine höhere Führung als das zwischenzeitliche 7:2 für die Gäste möglich war, hatten die mitgereisten Fans der Gäste nur wenig Sorge, dass ihre Schützlinge am Ende als Sieger vom Platz gehen würden. Zu schwach war der Gesamtauftritt der Junglöwen bis zu diesem Zeitpunkt. Gerade die erste Rückraumreihe mit Nico Müller und Philipp Meiser, die neben ihrem Spielmacher Felix Dettinger agierten, hatten einen gebrauchten Tag erwischt. Müller mit vier technischen Fehlern und Meiser mit vier Fehlwürfen in Folge standen ungewollt als Sinnbild für die harmlosen Angriffe der 64er. Weinert reagierte und nahm eine Auszeit, in der er sein Team komplett neu formierte. Für den angeschlagenen Meiser, der sich bei einer unglücklichen Aktion am Zehennagel verletzte und nicht mehr mitwirken konnte, schickte der erfahrene Coach den erst 16-jährigen B-Jugendspieler Samir Altpeter aufs Feld. Im linken Rückraum sollte Johannes Knoll für mehr Torgefahr sorgen. Diese Maßnahme trug sofort Früchte. Beide Teams trafen bis zur Pause jeweils noch vier Mal und beim Spielstand von 6:11 wurden die Seiten gewechselt. „Wir haben uns gut auf den Gegner und seine Abwehr vorbereitet. Leider haben wir in den ersten zwanzig Minuten davon fast nichts auf die Platte gebracht“, erklärte Weinert.

Die Jungs aus der Westpfalz kamen wie ausgewechselt aus der Kabine. Angeführt von ihrem ganz starken Kapitän Sebastian Meister hebelten die Hausherren die offensive Deckung der Badener immer wieder durch eine kluge „Zwei-Kreisläufer-Taktik“ aus. Dettinger und Knoll waren in dieser Phase nicht nur selbst erfolgreich, sondern setzten ihre Mitspieler toll in Szene. 15 Minuten vor dem Ende hatten die wacker kämpfenden Junglöwen ihren Gegner beim 14:14 wieder gestellt. Danach musste Samir Altpeter nach einem Foul mit Rot vom Feld. Doch auch diesen Nackenschlag steckte der SV 64 weg. Nico Müller ersetzte ihn und sollte von nun an eine ganz wichtige Rolle spielen. Der gelernte Rückraumspieler wechselte auf die Kreisposition und erzielte je den Ausgleichstreffer zum 17:17 und zum 18:18 (53.). Der Zweibrücker Übungsleiter war mit seinem Griff in die taktische Trickkiste zufrieden: „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und anstatt mit Übergängen zu agieren, einfach mit zwei feststehenden Kreisläufern das gleiche taktische Ziel erreicht“. In den verbleibenden Minuten avancierte dann Torwart Benedict Haubeil zum großen Matchwinner. Mit unfassbaren Paraden, darunter bei einem Siebenmeter mit Nachwurf, einem Tempogegenstoß und zwei freien Würfen der Gäste hielt er in der Schlussphase, was es zu halten gab. Er ließ nur noch einen Treffer für die Pforzheimer zu. Philipp Becker (20:19) und Philipp Baus (21:19) machten mit ihren Toren von den Außen-Positionen den Deckel auf den ersten Heimsieg der Saison.