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Regionalliga Südwest
„Wir liegen absolut im Soll"

Kann mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein: Homburgs Trainer Jürgen Luginger.
Kann mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein: Homburgs Trainer Jürgen Luginger. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Homburg. Zur Hälfte der Saison belegt Regionalligist FC Homburg eine guten fünften Platz. Zum Ende der Hinrunde lief aber nicht mehr alles rund. Von Markus Hagen

Mit der Euphorie des Aufstiegs im Rücken legte Regionalligist FC Homburg einen grandiosen Start in die Regionalliga-Runde hin. Die letzten Spiele glichen dagegen mehr einer Achterbahnfahrt mit einigen Leistungsschwankungen.

Herr Luginger, wie fällt Ihre Bilanz nach der Vorrunde aus?

Jürgen Luginger Durchaus positiv. Wir haben 29 Punkte geholt und unsere Defensive ist mit 18 Gegentoren die zweitbeste der Liga. Mit Platz fünf liegen wir absolut im Soll und dort, wo wir uns das vor der Saison auch vorgestellt haben.



Im Angriff hat es trotz bester Chancen doch einige Male gehapert. Sind 24 Tore da insgesamt zu wenig?

Luginger Sicherlich hätten wir in einigen Spielen mehr Tore machen können, ja müssen. Chancen hierzu waren da. Manchmal fehlt doch die Effektivität, um die vorhandenen Möglichkeiten besser in Tore umzumünzen. Daran müssen wir weiter arbeiten.

Das wurde auch im Pokalspiel beim 1. FC Saarbrücken deutlich. Der FCS hat seine Chancen am Ende zum 2:1-Sieg genutzt.

Luginger Richtig. Es war ein 50:50-Spiel, das auch wir hätten gewinnen können. Es war schade, dass dieses Spiel schon im Achtelfinale stattfand. Eigentlich war es ein vorweggenommenes Endspiel.

In der Regionalliga war besonders auffällig, dass Ihre Elf gegen die Spitzenteams viele Punkte holte, gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel hingegen nur selten überzeugen konnte. Hat der FCH nicht doch einige Punkte zu viel liegen gelassen?

Luginger Von außen lässt sich das einfach so sagen. Aber man muss festhalten, dass auch die Mannschaften in der Abstiegszone ihre Qualitäten haben. Dazu sind uns immer wieder Sperren und Verletzungen – Kevin Maek, Sven Sellentin, Daniel Di Gregorio, Bernd Rosinger, Patrick Lienhard, Christopher Theisen – dazwischen gekommen und wir mussten daher immer wieder mit einer neuen oder veränderten Formation auflaufen. Außer beim 1:5 bei Waldhof Mannheim war auch in den verlorenen Spielen ein Sieg möglich. Mit Jaron Schäfer, dessen Ausfall bereits vor Saisonbeginn wegen einer Operation am Knie feststand, und nun Daniel Di Gregorio [Operation am Kreuzband] fallen langfristig zwei Spieler aus.

Denken Sie über neue Kräfte in der Winterpause nach?

Luginger Nein. Unser Kader ist mit 22 Feldspielern und drei Torhütern groß genug, um weiterhin eine starke Formation aufzustellen. Sollte uns der eine oder andere Spieler verlassen wollen, können wir darüber nachdenken, ob man noch einen Spieler holt. Der mögliche Neuzugang muss uns aber sportlich über die Saison hinaus weiterbringen. Dazu müssen auch die finanziellen Rahmenbedingungen passen. Nur einen Spieler holen, um den Kader aufzufüllen, das bringt nichts. Bisher hat auch noch keiner Abwanderungsgedanken geäußert.

Vor der Winterpause stehen noch drei Rückrundenspiele aus. Am Montag geht es im Waldstadion zunächst einmal gegen Worms. Wie sind Ihre Ziele für dieses Jahr und darüber hinaus für den Rest der Rückrunde?

Luginger Am Montag haben wir gegen Worms nach der 1:2-Hinspielniederlage noch etwas gut zu machen. Aber wir wollen nicht nur diese Partie, sondern auch anschließend die beiden Auswärts­spiele beim VfB Stuttgart II und der SV Elversberg gewinnen. Kurz gesagt: aus diesen drei Spielen so viele Punkte zu holen wie möglich. Für den weiteren Saisonverlauf gilt dann, an den Schwächen zu arbeiten, diese abzustellen und uns als Team weiterentwickeln. Klar ist dabei natürlich auch, dass wir die Tabelle im Auge behalten. Schließlich wollen wir uns möglichst weit vorne platzieren.

Wer kann Waldhof Mannheim im Kampf um die Meisterschaft noch gefährden?

Luginger Mannheim steht nach 17 Spielen verdient auf Platz eins, weil sie am konstantesten gespielt haben. Aber sie sind noch lange durch. Man muss abwarten, wie die Konkurrenz aus Steinbach, Ulm und Saarbrücken aus den Startlöchern kommt. Das Meisterschaftsrennen ist für mich weiter offen.

Wann geht es mit dem Training beim FC Homburg nach der Winterpause weiter? Wie sieht die Vorbereitung aus?

Luginger Wir fangen am 7. Januar mit der Vorbereitung auf die Restsaison an. Vom 31. Januar bis 7. Februar beziehen wir ein Trainingslager in Spanien, wo wir ein oder zwei Testspiele absolvieren werden. Planungen haben wir bereits aufgenommen.

Das Gespräch führte Markus Hagen.