| 22:40 Uhr

Ole Bischof zu Besuch
Trainieren mit einem Olympiasieger

Über 100 Judoka haben am Samstag in Erbach Tipps und Tricks von Olympiasieger Ole Bischof (li.) erhalten.
Über 100 Judoka haben am Samstag in Erbach Tipps und Tricks von Olympiasieger Ole Bischof (li.) erhalten. FOTO: Markus hagen
Erbach . Zum Jubiläum schaut Ole Bischof bei den Erbacher Judoka vorbei und geht mit über 100 Sportlern auf die Matte. Von Markus Hagen

Viel Gewusel herrscht am Samstagmorgen bereits um 9.30 Uhr im Erbacher Sportzentrum. Judoka im Alter von zehn bis 64 Jahren aus dem gesamten Saarland, aus Hessen und Rheinland-Pfalz machten sich bereit für einen ganz besonderen Lehrgang, zu dem der Kenshi-Club Homburg-Erbach anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Judosport in Erbach“ eingeladen hatte. Kein geringerer als Ole Bischof hatte sich angesagt, um sowohl am Morgen als auch am Nachmittag in jeweils zweistündigen Trainingseinheiten dem Nachwuchs, aber auch den erfahrenen Judoka Tipps zu geben und besondere Techniken zu demonstrieren.

2008 wurde der heute 39-Jährige in Peking in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm Olympiasieger. Vier Jahre später bei den Sommerspielen in London stand Bischof wieder auf dem Podest. Dieses Mal erhielt er die Silbermedaille. „Immer wieder werde ich zu solchen Lehrgängen eingeladen. Ich mache das gerne, um dem Nachwuchs, aber auch den erfahrenen Kämpfern von meinem Wissen und Können ein Stück weiter zu geben“, erklärt Bischof kurz vor Beginn der ersten Übungseinheit. Inzwischen hat er seine Karriere beendet, ist bei der Finanzabteilung des Fernsehsenders PRO 7 beschäftigt. Dem Judosport bleibt er aber weiterhin treu. Etwa in Form von solchen Lehrgängen. In Deutschland, aber auch in Schweden, der Schweiz und den USA sei er unterwegs.

Der einst erfolgreiche Erbacher Judoka Bartholomäus Konat, Sohn von Vorstandsmitglied und Trainer Slavomir Konat vom Judoclub Kenshi Homburg Erbach, kennt Ole Bischof gut. Gemeinsam trainierten sie schon vor einigen Jahren in Köln bei Lehrgängen des Deutschen Judobunds. „Toll, dass Ole zu unserem Jubiläum nach Erbach kommen konnte“, freuten sich Vater und Sohn Konat über den prominenten Besuch im Sportzentrum.



110 Judokämpfer aus den verschiedensten Alters- und Gewichtsklassen standen dann kurz nach zehn Uhr an den drei aufgebauten Mattenfeldern. Darunter auch Arnold Resch. „Ich habe zwar schon zweimal an solchen Lehrgängen mit Ole Bischof teilgenommen. Aber wenn sich die Chance ergibt, komme ich gerne immer wieder“, erklärt der 25-Jährige, der für den JJC Mendig bei Koblenz auf die Matte geht und in der Bundesliga für JT Rheinland startet. „Es macht immer wieder Spaß“, betont der Bundesligakämpfer. Für den Judoclub Oberthal startet der 14-jährige Noah Proson. Seit zwei Jahren betreibt der Theleyer Judosport. „Ich kenne Ole Bischof aus dem Fernsehen und von seinen Starts bei den Olympischen Spielen. Als ich erfuhr, dass ich mit ihm in Erbach trainieren kann, habe ich mich spontan angemeldet.“

Dies galt auch für viele Sportler aus dem Erbacher Judoclub. „Das ist für uns alle ein großer Moment – von einem so starken und erfolgreichen Judoka Vieles zu erfahren und auch Neues kennen zu lernen“, ist Benjamin Schneider gespannt. Der 25-Jährige ist Bischof schon einmal begegnet. 2003 konnte er bereits mit ihm in seinem Heimatverein TSG Reutlingen trainieren. „Super, dass ich ihn 15 Jahre später wieder begrüßen konnte.“

Dann stand endlich die erste von zwei Übungseinheiten auf dem Programm. Locker ging es zum Aufwärmen, dann zeigte Ole Bischof einige Techniken, half den Kids bei der Durchführung. „Der Spaß steht dabei natürlich im Vordergrund. Aber es ist mir auch wichtig, den vielen aktiven Judoka einiges von dem weiter zu geben, was sie für ihren Sport und ihren Wettkampf brauchen können.“