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Traditionsturnier
Feß lässt sich Start zum Jubiläum nicht nehmen

Homburg. Der 68-Jährige griff bei der 50. Auflage des Karlsberg-Fechtturniers beim TV Homburg zum Degen.

Zum 50. Mal hat die Fechtabteilung des TV Homburg die Aktiven-Degenfechter aus den verschiedensten Bundesländern sowie dem benachbarten Ausland zum Karlsberg-Turnier eingeladen. Nach anfänglichen Wettkampfjahren im Freien auf der Rollschuhbahn hat sich die Veranstaltung zu einem starken Ranglistenturnier verschiedener Landesverbände entwickelt. Viele national und international starke Fechter standen hier bereits auf der Planche.

Bevor die Sportler am Sonntag die Klingen gekreuzt haben, kamen Vereinsverantwortliche und Athleten am Vorabend zu einer kleinen, geselligen Feier zusammen. Mit dabei einer, der die Geschichte des Turnier sehr gut kennt ist Norbert Feß. Seit 1968 schlägt er für den TV Homburg eine bemerkenswert starke Klinge sowohl als Fechter im Degen und Florett, als auch im Friesenkampf – ein Mehrkampf aus Fechten, Leichtathletik, Schwimmen und Schießen. 48 Mal wurde Feß deutscher Meister in verschiedenen Altersklassen im Friesenkampf. Mit dem Florett und Degen wurde er fünf Mal südwestdeutscher und zwei Mal südbadischer Meister. Dazu kommen 16 Landestitel mit Degen und Florett, sowie elf im Friesenkampf. 840 Turniere bestritt Feß in 50 Jahren Fechtsport, von denen er 131 als Sieger beendete. Der heute 69-Jährige startete weltweit bei Veranstaltungen, so zum Beispiel bei der Senioren-WM 2007 in Sydney und bei Europameisterschaften unter anderem in Luxemburg, Moskau, St. Gallen und Balatonfüred (Ungarn).

Feß übernahm am Jubiläumsabend die Aufgabe, den über 50 Gästen die Geschichte des Turniers zu beleuchten. Schon seit vielen Jahren findet die Veranstaltung in der großen Sporthalle der Robert-Bosch-Schule statt. Nicht so 1969. Der damalige Fecht-Abteilungsleiter des TV Homburg, Franz Klein, organisierte in Zusammenarbeit mit Paul Weber von der Karlsberg-Brauerei die Erstauflage. Gefochten wurde im Freien auf der ehemaligen Rollschuhanlage am Waldstadion mit 35 Teilnehmern. Auch ein Jahr später wurde im Freien am Waldstadion gekämpft, bis man wegen einsetzenden Regens in die Sporthalle der Hohenburgschule umziehen musste.



Viel älter als 50 Jahre ist übrigens schon die Fechtabteilung des TV Homburg, die im September 1925 gegründet wurde. Die ersten Trainingsstunden fanden im Casinosaal im Karlsberg statt. Später wurde in der „Hexenküche“ im Saalbau gefochten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Fechtsport beim TV Homburg wieder aufgenommen.1978 übernahm Norbert Feß die Leitung der Fechtabteilung. 15 Jahre später drohte die Auflösung der Abteilung mangels Fechter. Der Vorstand des Homburger Vereins entschloss sich zur Neustrukturierung der Fechtabteilung. Das sollte sich lohnen. Denn es folgten die goldenen 90er-Jahre mit fünf überragenden Fechterinnen. Viktoria Nagel, Corinna Busch, Eva Weber, Sandra und Caroline Heider sammelten in zehn Jahren nicht weniger als 158 Meisterschaften für den TVH. 113 Titel verbuchten allein die Geschwister Heider. Das A-Jugend-Team der Homburger mit Busch, Weber und Nagel wurde Vierter bei der DM 1996. Sandra Heider erkämpfte sich mit dem Florett 58 Mal Platz eins. Auch im Weltcup war die Homburgerin im Einsatz und stand schließlich auf Rang 39 in der deutschen Rangliste und als bisher einzige Homburgerin wurde sie in der Weltrangliste auf Platz 108 geführt. Viktoria Nagel sorgte für sportliche Erfolge im Friesenkampf und im Florett.

Norbert Feß ließ es sich dann auch nicht nehmen, nach seiner ersten Teilnahme am Karlsberg-Turnier 1969 auch am Sonntag bei der 50. Auflage in Homburg zum Degen zu greifen. In der Herrenkonkurrenz mit 25 Teilnehmern landete er auf Rang 20. Das Finale gewann Johannes Wiesemann vom Darmstädter FC mit 15:11 gegen Johannes Trützschler (Heidelberger FC). Auf Platz elf folgte Lars Imbsweiler (TV Homburg), die beiden Kämpfer der VT Zweibrücken, Christian Kempe und Thomas Tschernig, landeten auf den Rängen 16 und 17. Der Homburger Dieter Dörenbächer belegte Platz 25. Das Damen-Finale entschied Carolin Breitwieser von der TSG Friesenheim mit 16:14 gegen ihre Vereinskollegin Renate Alles für sich. VTZ-Fechterin Svenja Voigt, die in der 16er-Direktausscheidung der späteren Siegerin nach einem starken Auftritt 12:15 unterlag, landete auf Rang 13, direkt gefolgt von Vereinskameradin Petra Weber. Lokalmatadorin Kristina Ecker belegte Rang 15.

(ha)