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Handball-Bilanz
„Ich wurde von einigen Seiten belächelt“

Als Aufsteiger hat der TV Homburg um Abteilungsleiter Jörg Ecker (rechts) den Durchmarsch in die Oberliga geschafft.
Als Aufsteiger hat der TV Homburg um Abteilungsleiter Jörg Ecker (rechts) den Durchmarsch in die Oberliga geschafft. FOTO: mh / Markus Hagen
Homburg. Überraschend schafften die Homburger Handballer den Durchmarsch, wurden als Aufsteiger Saarlandliga-Meister und spielen nun Oberliga. Von Markus Hagen

Unglaublich, aber wahr: Der TV Homburg (zuvor HWE) schaffte innerhalb von zwei Jahren den Durchmarsch von der Verbandsliga Saar bis in die Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. TVH-Abteilungsleiter Jörg Ecker blickt voller Stolz zurück auf die starke Saison, für die sich die Homburger vor Beginn einiges ausgerechnet hatten. Doch die Meisterschaft und der nach drei Relegationsspielen feststehende Aufstieg kam dann doch überraschend.

Herr Ecker, welches sportliche Ziel hatte sich das Team der HWE Homburg nach dem Aufstieg aus der Handball-Verbands- in die Saarlandliga im Vorjahr gesetzt?

Jörg Ecker: Vor Saisonbeginn haben wir uns schon ausgerechnet, dass wir unter die besten drei Mannschaften kommen könnten. Mit dem HSV Merzig-Hilbringen und anderen Teams gab es starke Konkurrenz. Es wäre daher zu vermessen gewesen, gleich als Ziel den Titel anzugeben. Im Verlauf der Spielzeit zeigte sich dann aber, dass wir sehr gute Chancen haben, Meister zu werden. Schließlich waren wir schon von Beginn an Spitzenreiter – und dies lange Zeit ohne Punktverlust.



Der Aufbau und die Zusammensetzung des Kaders war langfristig darauf ausgerichtet, den Sprung in die RPS-Oberliga zu schaffen. Zwei bis drei Jahre hatten Sie dafür angesetzt. Nun gelang der Aufstieg schon im ersten Jahr nach dem Erreichen der Saarlandliga. Wo sehen Sie den Grundstein für diesen schnellen Erfolg?

Ecker: Ich wurde schon von einigen Seiten der HWE (Bis Saisonende spielte der TV Homburg mit dem SSV Erbach und der HVS Waldmohr in der Spielgemeinschaft HWE, Anm. d. Red.) belächelt. Dafür, dass ich als Ziel die Oberliga nannte. Mit Leo Frisch, Philipp Daume, Michael Mathieu, Daniel Thum, Christian Boscolo, Daniel Sorg und mit Spielertrainer Thomas Zellmer vom SV 64 Zweibrücken habe ich aber viele starke Spieler zurückgeholt. Ich wusste um die Qualitäten dieser Jungs und, dass wir folgerichtig die RPS-Oberliga anstreben können. Es passte einfach alles zusammen in dieser Saison. Auch wenn wir in der Rückrunde noch einige Punkte abgaben, bedingt durch verletzungsbedingte Ausfälle von Christian Boscolo, Leo Frisch, Roman Kolepp oder berufsbedingt von Michael Mathieu und Hendrik Schmidt.

Großen Anteil am sportlichen Erfolg hatte Spielertrainer Thomas Zellmer. Wie beurteilen Sie seine erste Station als Spielertrainer bei der HWE, beziehungsweise zuletzt dem TV Homburg?

Ecker: Ohne Zweifel haben wir mit Thomas Zellmer vor zwei Jahren einen starken Spielertrainer geholt, der zuvor schon in der 2. Bundesliga aufgelaufen ist. Er verstand es, aus unserem neu formierten Kader eine spielstarke Mannschaft zu formen, die gleich zweimal hintereinander Meister in der Verbandsliga Saar und dann in diesem Jahr in der Saarlandliga wurde. Nur Schade, dass er uns aus beruflichen und familiären Gründen für die kommende RPS-Oberliga- Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird und er zurückkehrt zu seinem Heimatverein SV 64 Zweibrücken.

Wo sehen sie die Stärken des Meisters HWE/TV Homburg?

Ecker: Auch wenn man qualitätsmäßig sehr gute Spieler im Kader hat, muss dies nicht automatisch zum Erfolg führen. In der gesamten Saison herrschte bei uns eine tolle Kameradschaft, ein Teamspirit bei dem jeder für den anderen da war. Das sind Tugenden, die für solche Erfolge unabdingbar sind. Einer für alle, alle für einen hieß es bei unseren Spielern und auch im gesamten Umfeld, von Trainern bis zu Betreuern und Mitarbeitern rund um die Mannschaft.

Wie geht es nun in der kommenden Runde weiter? Bleibt das Erfolgsteam des TVH bis auf Thomas Zellmer zusammen?

Ecker: Ja, bis auf Zellmer wird der Erfolgskader auch in der nächsten Saison für den TV Homburg in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar antreten.

Gibt es schon Verstärkungen?

Ecker: Mit dem Links- und Rechtsaußenspieler Matthias Mohn von der VT Zweibrücken-Saarpfalz haben wir den ersten Neuen geholt. Er wird für Leo Frisch spielen, der leider wegen eines Patellasehnenabrisses praktisch die nächste Saison nicht zur Verfügung stehen kann.

Wer wird Nachfolger von Spielertrainer Thomas Zellmer?

Ecker: Das wird noch entschieden. Auf jeden Fall sind die Spieler unseres Kaders mit in der Entscheidung über die Verpflichtung des neuen Trainers eingebunden. Das wird sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Wie sieht die Vorbereitung auf die nächste Saison aus?

Ecker: „Mitte Juni beginnen wir mit dem ersten Block der Vorbereitung. Nach einer Pause folgt der nächste Vorbereitungsblock, darunter auch ein Trainingslager im August.

Wo muss sich die Mannschaft noch verbessern, um auch in der RPS-Oberliga mithalten zu können?

Ecker: Unsere Defensive muss sich stabilisieren. Im 1:1-Abwehrverhalten müssen wir uns steigern. Dies gilt auch für das schnelle Spiel nach vorne.

Das Ziel für den TV Homburg in der RPS-Oberliga ist wahrscheinlich der Klassenverbleib – oder rechnen Sie sich mehr aus?

Ecker: Ohne Frage, unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Das wird schon eine schwere Aufgabe, die wir aber schaffen wollen.

Wen erwarten Sie als härteste Mitkontrahenten im Kampf um den Ligaverbleib? Wer ist Ihr Favorit auf die Meisterschaft?

Ecker: Wir werden vom ersten Spieltag an, um den Klassenerhalt kämpfen und spielen. Das ist uns bewusst. Mitkontrahenten dürften die HSG Eckbachtal, die HSG Völklingen und die TSG Friesenheim sein. Mein Meisterschafts-Ttopfavorit ist der TV Hochdorf.

Das Gespräch führte Markus Hagen.