| 20:30 Uhr

EHC wird zwei Drittel überrannt
Hornets zu lange im Tiefschlaf

 Keine Chance hatten die Hornets im Heimspiel gegen Heilbronn. Symbolisch diese Szene:Aric Schinke (Mitte) kommt nicht an den Puck und fällt.
Keine Chance hatten die Hornets im Heimspiel gegen Heilbronn. Symbolisch diese Szene:Aric Schinke (Mitte) kommt nicht an den Puck und fällt. FOTO: Norbert Schwarz / nos
Zweibrücken. Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken verpennt die ersten beiden Drittel und unterliegt Spitzenreiter EHC Heilbronn zu Hause mit 7:9.

Zu spät sind die Hornets am Sonntagabend aufgewacht. So kassierte der Eishockey-Regionalligist im Heimspiel gegen Spitzenreiter Eisbären Heilbronn eine 7:9 (2:3/1:5/4:1)-Niederlage. Damit ist auch die jüngste Erfolgsserie von fünf Siegen gerissen. Vor allem die ersten beiden Drittel trat der amtierende Meister aus Zweibrücken desolat auf, startete seine Aufholjagd viel zu spät. Trainer Tomas Vodicka ärgerte sich, „denn alle wissen, dass 20 oder 25 gute Minuten gegen so einen Gegner nicht reichen“.

Kaum war das Spiel angepfiffen, da musste Hornets-Torwart Steven Teucke auch schon zum ersten Mal hinter sich greifen. Nach 20 Sekunden ging Heilbronn durch Arno Metz in Front, erhöhte in der siebten Minute gar auf 2:0. Zwar konnte Stephen Brüstle in der neunten Minute den Anschlusstreffer erzielen und Kenny Matheson in der 19. Minute sogar ausgleichen, doch 23 Sekunden später ging Heilbronn in Front. Mit 2:3 aus Sicht der Hornets ging es in die Kabine. Das Ergebnis war zu diesem Zeitpunkt durchaus glücklich für den EHC, der völlig konfus wirkte, nicht zusammenspielte und bis auf die zwei Einzelaktionen zu den Treffern kaum ein ansehnliches Spiel bot. Heilbronn dagegen zeigte ganz simples Eishockey: Zwei, drei schnelle Pässe, überfallartige Konter und präzise Schüsse, die saßen. „Genauso wollten auch wir eigentlich spielen. Warum das in den ersten beiden Dritteln so schlecht geklappt hat, kann ich nicht richtig sagen“, rang Coach Vodicka nach der Partie um Worte. „Wir haben zu kompliziert gespielt. Da noch warten, hier noch mal quer spielen. Das hat Heilbronn eindeutig besser gemacht“, ärgerte er sich.

Besonders im zweiten Drittel wurde das deutlich. Da zerlegte Heilbronn den Gastgeber regelrecht. Außer einem Ehrentreffer von Marc Lingenfelser in der 34. Minute ging nicht viel aufseiten der Hornets. Die Heilbronner hingegen trafen fünf Mal und so ging es für sie mit einer 8:3-Führung in die zweite Pause, ein Debakel für die Zweibrücker lag in der Luft.



Doch dann wachte das Team von Vodicka auf. Im letzten Durchgang zeigte der EHC plötzlich ein ganz anderes Gesicht. In der 49. und 50. Minute trafen André Nunold und Brad Cuzner, der EHC kam auf 5:8 heran. Heilbronn erhöhte in der 54. Minute auf 9:5. Es folgten sechs Minuten, in denen der EHC fast noch die Sensation schaffte: Das Team ging volles Risiko, nahm den im letzten Drittel für den schwachen Teucke gekommenen Tobias Chadim aus dem Tor und rannte mit sechs Spielern auf das Heilbronner Tor zu. In der 57. und 58. Minute wurde der Mut durch Treffer von Michael Neumann und Max Dörr belohnt, doch der ganz große Wurf blieb aus. Vor allem weil die Hornets viel zu spät angefangen haben, Eishockey zu spielen.

Das muss sich im Auswärtsspiel des EHC am Sonntag, 19 Uhr, beim Dritten EC Eppelheim ändern.

Der EHCZ hat vor seinem Heimspiel gegen Heilbronn die Gelder aus der Aktion „Powerplay gegen Krebs“ an den Verein Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland gespendet. Dazu hatte der EHC Sondertrikots versteigert, die für über 3000 Euro weggingen. Zudem haben viele gespendet, unter anderem der SV Contwig und das Autohaus Wagner, das den Betrag am Ende auf 5000 Euro aufgerundet hat. Anne Nagel, die den Scheck für den Verein in Empfang nahm, bedankte sich. „Wir können das Geld gut gebrauchen. Es ist wirklich ein toller Betrag, den wir gut investieren werden.“ Der Verein kümmert sich an der Uniklinik in Homburg um krebskranke Kinder und deren Eltern sowie Geschwister, um Kinder und Jugendliche nach der Therapie sowie um verwaiste Eltern und Geschwister.