| 22:52 Uhr

Eishockey-Regionalliga
Hornets nach irrer Aufholjagd im Finale

 Finale oho, Finale ohoho! Nicht nur auf den Rängen wurde nach der Schlusssirene ausgelassen gefeiert, sondern auch auf dem Eis. Die Hornets stehen nach dem 5:4 im Endspiel und treffen dort auf Meister Bietigheim.
Finale oho, Finale ohoho! Nicht nur auf den Rängen wurde nach der Schlusssirene ausgelassen gefeiert, sondern auch auf dem Eis. Die Hornets stehen nach dem 5:4 im Endspiel und treffen dort auf Meister Bietigheim. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Mit unbändigem Willen hat sich Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken gestern Abend in das Playoff-Finale gekämpft. Gegen Heilbronn drehten die Hornets im Mitteldrittel einen 0:3-Rückstand und gewannen noch 5:4. Von Martin Wittenmeier

Unfassbar langsam tickten die letzten Minuten herunter. Als die Uhr endlich bei null angekommen war, gab es auf den Rängen und auf dem Eis kein Halten mehr. Alle Spieler des EHC Zweibrücken stürmten auf Torwart Steven Teucke zu und feierten ausgelassen den Einzug ins Playoff-Finale. Terry Trenholm stand da noch ungläubig an der Bande. „Das war geil. Nein, mehr als geil. Unsere Leistung heute war unfassbar“, sprudelte es plötzlich aus dem Hornets-Trainer raus. Sekunden zuvor hatten seine Jungs den Heilbronner EC in einem packenden dritten Halbfinale mit 5:4 (0:2/5:1/0:1) besiegt.

Kurz nach Beginn des zweiten Drittels sah das noch komplett anders aus. Muxmäuschenstill war es da in der Zweibrücker Ice-Arena, die mit über 1200 Fans aus allen Nähten platzte. Sören Breiter hatte direkt nach Wiederbeginn zum 3:0 für Heilbronn getroffen, das Finale war für die Hornets zu diesem Zeitpunkt ganz weit entfernt. „Ganz ehrlich, ich habe nicht geglaubt, dass wir das noch packen“, gab Trenholm hinterher zu. Bereits im ersten Abschnitt hatten Felix Kollmar (4.) und Kevin Malez (11.) für die Gäste getroffen.

Doch mit dem Rücken zur Wand spielten die Hornets plötzlich wie entfesselt auf. Nach dem 1:3-Anschlusstreffer von Maximilian Dörr (26.) schlug es fast im Minutentakt im Kasten von Heilbronns Goalie Andrew Hare ein. Marc Lingenfelser erzielte noch in der gleichen Minute per Penalty das zweite Tor der Hornets. Innerhalb von acht Minuten drehten die Zweibrücker die Partie völlig, machten aus dem 0:3 ein 5:3. Ein Zuspiel von Marco Trenholm (30.) versenkte Dörr zum Ausgleich. Keine 30 Sekunden später lag der Puck erneut hinter Hare im Heilbronner Tor. In Überzahl war Felix Stokowski zur Stelle und besorgte die erste Zweibrücker Führung in der gesamten Playoff-Serie. Den Gastgebern gelang jetzt fast alles, Heilbronn wurde völlig überrannt. Fabian Fellhauer schnappte sich die Scheibe in der eigene Hälfte, umkurvte drei oder vier Heilbronner Abwehrspieler und ließ auch noch Hare aussteigen. Und auf der Gegenseite hatte Steven Teucke seinen großen Moment, als er einen Penalty von HEC-Spielertrainer Heiko Vogler über seinen Kasten lenkte und damit die 5:3-Führung verteidigte. „Unser erstes Tor war der Knackpunkt. Die Jungs haben danach unfassbar gekämpft. Jeder wollte ins Finale, jeder hat alles dafür gegeben“, lobte Trenholm sein Team.



Im Schlussdrittel warf Heilbronn alles nach vorne, drängte mit aller Macht auf den Anschluss. Den Hornets gelang es in dieser Phase kaum noch, sich aus dem eigenen Drittel zu befreien. Die Aufholjagd im zweiten Abschnitt hatte viel Kraft gekostet. Ein Überzahlspiel brachte die Gäste schließlich heran. Vogler traf zwölf Minuten vor dem Ende zum 4:5. Danach spielte nur noch Heilbronn, nahm kurz vor Schluss sogar noch Hare für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Vergeblich! Mit Mann und Maus verteidigten die Hornets ihren knappen Vorsprung über die Zeit und stehen nach 2017 wieder im Endspiel – diesmal gegen Meister Bietigheim.