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Eishockey-Regionalliga
Hornets halten Playoff-Traum am Leben

Brad Cuzner (links) und die Hornets haben noch immer die Playoffs vor Augen. Nach dem Erfolg in Schwenningen steigt die Zuversicht beim Meister.
Brad Cuzner (links) und die Hornets haben noch immer die Playoffs vor Augen. Nach dem Erfolg in Schwenningen steigt die Zuversicht beim Meister. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Schwenningen/Zweibrücken. Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken darf sich weiter Hoffnungen machen, seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Während die Hornets ihr Spiel in Schwenningen klar mit 8:3 gewannen, kassierte Konkurrent Hügelsheim am Samstag eine Heimniederlage. Am nächsten Spieltag kommt es zum direkten Duell der beiden Playoff-Kandidaten. Von Martin Wittenmeier

Die Playoff-Hoffnung lebt noch beim EHC Zweibrücken. Die Hornets gewannen nicht nur am Freitagabend ihr Auswärtsspiel beim Schwenninger ERC mit 8:3 (3:2/1:1/4:0), sondern profitierten auch von der 0:4-Heimniederlage des ESC Hügelsheim keine 24 Stunden später gegen den Regionalliga-Dritten EC Eppelheim, der sein Playoff-Ticket damit so gut wie sicher haben dürfte. In der Tabelle ist das Team von Trainer Tomas Vodicka wieder bis auf einen Punkt an Hügelsheim herangerückt, hat allerdings auch schon eine Partie mehr absolviert als der ESC. Eine Vorentscheidung, wer am Ende tatsächlich in die Ausscheidungsspiele einzieht, könnte bereits am kommenden Samstag fallen. Dann treffen im Baden Airpark die Rhinos aus Hügelsheim und die Zweibrücker Hornets im direkten Duell aufeinander. Bei einer Niederlage wäre der EHCZ wohl raus aus dem Rennen.

Tomas Vodicka denkt vorerst aber nur von Spiel zu Spiel. „Vor der Partie in Schwenningen habe ich erklärt, dass wir unsere restlichen fünf Spiele gewinnen müssen, wenn wir noch in die Playoffs wollen. Den ersten Sieg haben wir jetzt geholt, bleiben also noch vier“, lautet die einfach Rechnung des Hornets-Trainers. „Solange die Chance da ist, wird jeder im Verein alles geben, dieses Ziel zu erreichen.“ Das Spiel in Schwenningen sei der erste Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Zuvor mussten die Hornets allerdings eine Schrecksekunde überstehen. Auf dem Weg zum Spiel war ein anderer Wagen auf ein Zweibrücker Spielerauto aufgefahren. Torhüterin Michelle Teucke verletzte sich dabei leicht und wurde von Mitspieler Marius Metzner ins Krankenhaus gebracht. „Zum Glück hat Michelle sich wohl nur eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen“, atmet Vodicka auf. Und auch Teucke selbst gab noch am gleichen Abend auf Facebook Entwarnung. „Danke an alle. Mir geht es soweit gut“, schrieb sie den besorgten Fans.



Weniger gut lief es zunächst für die Hornets auf dem Eis. Keine vier Minuten waren gespielt, da erzielte Marin Kusenic das 1:0 für den ERC. Die Zweibrücker Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Nur 70 Sekunden nach dem Rückstand war Defensivmann Aric Schinke mit dem Ausgleich zur Stelle. Und wiederum nur drei Minuten später besorgte Maximilian Dörr nach Vorlage von Kenny Matheson das 2:1 für den EHCZ. Im ersten Drittel ging es weiter Schlag auf Schlag. Schwenningen nutzte gleich seine erste Überzahl und markierte durch Silas Abert (11.) das 2:2. Der Ausgleich hatte aber nur 32 Sekunden bestand, dann war es erneut Maximilian Dörr, der ein Zuspiel von Brad Cuzner zum dritten Zweibrücker Treffer verwandelte. Danach verpassten es die Hornets in doppelter Überzahl, ihre Führung bis zur Pause weiter auszubauen.

Das erledigte dafür Marc Lingenfelser (23.) kurz nach dem Seitenwechsel. Der Stürmer hatte ebenfalls mit im Unfallwagen gesessen und konnte erst zum zweiten Drittel für die Hornets aufs Eis. Neun Minuten später klingelte es dann wieder, diesmal auf der anderen Seite. Andreas Erlenbusch ließ Steven Teucke im Zweibrücker Kasten keine Chance und verkürzte auf 3:4. Auch die Hornets hatten noch einige gute Gelegenheiten, mit einer deutlicheren Führung in die letzte Pause zu gehen. Aber Brad Cuzner scheiterte nach einem Konter in Unterzahl an Schwenningens Goalie Thomas Ower.

Besser machten es die beiden Zweibrücker Kontingentspieler zum Start in das Schlussdrittel. Cuzner bediente Matheson, und dieser traf zum 5:3 (43.). In der 52. Minute war es dann Cuzner selbst, der sich nach Vorarbeit von Florian Wendland in die Torschützenliste eintragen konnte. Mit dem sechsten Zweibrücker Treffer war die Partie entschieden. Während Schwenningen in der Schlussphase unnötige Härte in das Spiel brachte, legten die Hornets lieber noch zweimal nach. Kenny Matheson (58.) und Maximilian Dörr (59.) erhöhten zum verdienten 8:3. „Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Ravensburg bin ich wirklich zufrieden mit dem Spiel heute“, erklärte Vodicka. Allerdings habe man erneut noch zu viele Torchancen liegen lassen.

Ein echter Wermutstropfen ist dagegen die Spieldauerstrafe, die sich Verteidiger Stephen Brüstle zwölf Sekunden vor dem Spielende einhandelte. Bei Schwenningen lagen die Nerven blank und es flogen plötzlich noch einmal die Fäuste. „Ich bin weder sauer noch stinkig auf Stephen. Er war nicht der Auslöser der Schlägerei und wollte nur unsere jungen Spieler schützen. Ich verstehe auch nicht, warum die Schwenninger da so hart eingestiegen sind, die Partie war ja entschieden. Das Stephen uns jetzt im nächsten Spiel fehlt, ist natürlich extrem bitter.“ Denn dann müssen die Hornets nach Hügelsheim – zum vielleicht wichtigsten Spiel dieser Saison.