| 20:09 Uhr

Eishockey-Regionalliga Südwest
Hornets brennen Feuerwerk zu Weihnachten ab

 Hornets-Stürmer Dan Radke (vorne) war gegen Hügelsheim ein echter Aktivposten. Der US-Amerikaner erzielte nicht nur zwei Treffer selbst, sondern bereitete auch noch zwei weitere Tore vor. 
Hornets-Stürmer Dan Radke (vorne) war gegen Hügelsheim ein echter Aktivposten. Der US-Amerikaner erzielte nicht nur zwei Treffer selbst, sondern bereitete auch noch zwei weitere Tore vor.  FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Vor einigen Wochen sah es noch so aus, als hätte Regionalligist EHC Zweibrücken seine Playoff-Chancen verspielt. Spätestens nach dem beeindruckenden 8:1 gegen Titelkandidat Hügelsheim mischen die Hornets aber wieder kräftig in der Vergabe der vier Tickets mit. Von Martin Wittenmeier

Bescherung war für die Hornets und ihre Fans in diesem Jahr schon einen Tag früher: Dank eines klaren 8:1 (3:1/5:0/0:0)-Erfolges gegen den ESC Hügelsheim hat der EHC Zweibrücken nicht nur die Rhinos überholt, sondern überwintert mit 30 Punkten auch als Zweiter in der Regionalliga Südwest (wir berichteten). Zum Spitzenplatz, den derzeit Bietigheim innehat, fehlt den Hornets nur ein Pünktchen. Allerdings schadet auch ein Blick in den Rückspiegel nicht. Ravensburg als Dritter steht auch bei 30 Zählern und hat zudem ein Spiel weniger absolviert. Hügelsheim – durch die Pleite am Sonntag auf Platz vier zurückgefallen – und der Fünfte Eppelheim habe beide 29 Zähler und mischen ebenfalls in der Verlosung der vier Playoff-Plätze mit.

EHC-Trainer Terry Trenholm war nach dem Sieg über den bisherigen Tabellenführer zunächst „sprachlos“, fand dann aber doch noch ein paar Worte. „Wir wollten viel Druck auf die Hügelsheimer Verteidigung ausüben und die starken Ausländer aus dem Spiel nehmen. Das ist uns sehr gut gelungen. Außerdem haben wir fast keine Fehler gemacht.“ Sein Gegenüber Richard Drewniak nahm die Klatsche durchaus gefasst auf. „Es gibt Tage, an denen läuft’s und es gibt Tage, an denen nicht. Der Sieg für die Hornets geht absolut in Ordnung, auch in der Höhe“, gab der Zweibrücker Ex-Trainer nach dem Match zu.

In der mit 870 Fans proppenvollen Ice-Arena knisterte es von Beginn an. Die Hornets zeigten, dass sie gewillt waren, auf einem Playoff-Platz in die kurze Weihnachtspause zu gehen. „Der Coach hat uns vor dem Spiel noch einmal eingeschworen und wir haben das auf dem Eis prima umgesetzt“, erklärte EHC-Stürmer Tomas Vodicka. Gerade 64 Sekunden waren um, da lag der Puck auch schon im Kasten von Rhinos-Torwart Max Häberle. Verteidiger Felix Stokowski hatte nach starker Vorarbeit von Dan Radke zur frühen Führung getroffen. Sechs Minuten später war es der US-Amerikaner selbst, der in Überzahl für den EHCZ nachlegte. Häberle ließ einen Schuss von Stephen Brüstle nach vorne abprallen, Radke stand goldrichtig und erhöhte auf 2:0.



Etwas überraschend stellte Hügelsheim kurz darauf den Anschluss durch Martin Vachal (9.) her. Nachdem ein weiteres Tor von Radke von den Schiedsrichtern nicht anerkannt worden war, fiel in der Schlussminute des ersten Drittels doch noch der längst überfällige dritte Zweibrücker Treffer. Erneut war es ein Powerplay, das den Erfolg brachte. Nach einem Bullygewinn erzielte Brüstle das 3:1. Drewniak dagegen schmeckten die vielen Strafen gegen sein Team überhaupt nicht. Dabei hatte er vor dem Spiel noch gewarnt, dass Zweibrücken die „beste Offensive der Liga“ habe und gerade im Überzahlspiel brandgefährlich sei. „Die Jungs sollten von der Strafbank wegbleiben, das hat nicht geklappt.“

Wie beim 4:1 durch Felix Stokowski, als gleich zwei Hügelsheimer eine Zwei-Minuten-Strafe abbrummten. Und auch beim sehenswerten fünften Tor – Dan Radke hatte die Scheibe mit der Rückhand unter die Latte genagelt – waren die Hornets ein Mann mehr auf dem Eis. Von den Rhinos kam erschreckend wenig. Nur selten wurde Steven Teucke im Zweibrücker Kasten geprüft. Dafür machten seine Vorderleute umso mehr Betrieb und wirbelten die Hügelsheimer Defensive durcheinander. Maximilian Dörr (32.) markierte das 6:1, danach war Christian Werth (35.) an der Reihe und schenkte Häberle das siebte Gegentor ein. Damit war im zweiten Abschnitt aber immer noch nicht Schluss: Vladimir Zvonik bediente Stürmer Marc Lingenfelser (38.), der den Puck zum 8:1 in die Maschen jagte. Im Schlussdrittel passierte nicht mehr viel. Von den Gästen kam kein echtes Aufbäumen. Ohne Mühe brachten die Hornets ihre hohe Führung ins Ziel und ließen sich anschließend auf ihrer Ehrenrunde von den Fans feiern.

„Heute haben wir uns selbst das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht“, meinte Terry Trenholm anschließend mit Blick auf die Tabelle. „Wir wollten auf einem Playoff-Platz in die Pause gehen, das haben wir geschafft.“ Allerdings sei es noch ein weiter Weg. „Die Liga ist so eng zusammen, es sind noch acht Spiele. Alles kann passieren.“ Wohin die Reise mit den Hornets gehen soll, ist aber klar: „Playoffs, Finale, Meisterschaft!“ Den nächsten Schritt dazu will der EHCZ am 13. Januar (19 Uhr) machen. Dann empfangen die Zweibrücker den direkten Konkurrenten EC Eppelheim zum ersten Spiel im neuen Jahr in der Ice-Arena.