| 23:45 Uhr

Fußball-Oberliga
Homburg fühlt sich um Sieg betrogen

Hitzig und umkämpft war das Spitzenspiel zwischen Trier und Homburg. Hier duelliert sich FCH-Mittelfeldspieler Tom Schmitt (rechts) mit Godmer Mabouba von der Eintracht.
Hitzig und umkämpft war das Spitzenspiel zwischen Trier und Homburg. Hier duelliert sich FCH-Mittelfeldspieler Tom Schmitt (rechts) mit Godmer Mabouba von der Eintracht. FOTO: Markus Hagen / mh
Trier. Tabellenführer kassiert in Trier umstrittenen Ausgleich in Nachspielzeit. Danach kommt es zu tumultartigen Szenen. Von Markus Hagen

Es läuft die 92. Minute in der Fußball-Oberligapartie zwischen Eintracht Trier und dem FC Homburg. Der FCH liegt zu diesem Zeitpunkt verdient mit 1:0 in Führung. Ein letzter verzweifelter Angriff der Moselaner rollt auf das Homburger Tor zu. Plötzlich liegt FCH-Außenverteidiger Eric Lickert, der für den erkrankten Jan Eichmann spielt, nach einem Zweikampf bewegungslos am Boden. Trier nutzt die Lücke und gleicht durch Josef Cinar zum schmeichelhaften 1:1 aus. Zuvor hatte die Eintracht während der 90 Minuten nicht eine nennenswerte Torchance verzeichnet.

Die Aufregung nach dem Ausgleichstreffer war groß. Es kam nach dem Tor vor der Trainerbank der Grün-Weißen zu tumultartigen Szenen. Homburg wollte den Ausgleichstreffer so nicht hinnehmen. FCH-Trainer Jürgen Luginger: „Bei einer solchen Aktion muss der Schiedsrichter abbrechen. Lickert hat sich schwer verletzt. Trier hätte den Ball ins Aus schießen müssen.“

Beobachter der Szene auf der Tribüne sprachen sogar von einem Ellenbogenschlag des Trieres gegen den Kehlkopf von Lickert, ungeahndet vom Schiedsrichtergespann. Lickert hatte daraufhin die Zunge verschluckt, musste nach dem Abpfiff minutenlang auf dem Platz behandelt werden, ehe er in ein Krankenhaus gefahren wurde. Eine medizinische Erstversorgung war nicht möglich – da weder Arzt noch Sanitäter im Stadion waren. „Wir werden uns auch darüber beim Regionalverband beschweren“, erklärte Homburgs Co-Trainer Andre Kilian. Nach der Aktion sollen heftige Worte gegen Schiedsrichter Tom Bauer und  seinen Assistenten Jens Schmidt gefallen sein. FCH-Spieler Sven Sökler wurde mit der Roten Karte wegen Schiedsrichterbeleidung vom Platz gestellt. Das will der FCH aber nicht akzeptieren. „Sven hat überhaupt nichts gesagt, wie mir auch ein Trierer Spieler bestätigt hat“, so Luginger. Gegen eine Sperre werde der FC Homburg Einspruch einlegen.



Schon früh war der designierte Oberligameister in Führung gegangen. Kai Hesse (17.) markierte seinen ersten Saisontreffer zum 1:0. Später musste er wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Tom Schmitt und Patrick Dulleck hatten weitere Chancen auf Seiten der Homburger. Der knappe Pausenrückstand für Trier: schmeichelhaft. Nach dem Seitenwechsel vergaben die Grün-Weißen weitere hochkarätige Gelegenheiten. Auch Pech war im Spiel. So prallte der Ball bei einem Schuss von Konstantinos Neofytos (54.) vom Innenpfosten zurück aufs Spielfeld. Sven Sökler (77.) traf aus 25 Metern nur die Latte.

„Wir haben trotz einiger Ausfälle hervorragend gespielt, die Partie und den Gegner klar dominiert. Aber wir haben es versäumt, das 2:0 oder 3:0 nachzulegen“, merkte Luginger hinterher an. Fassungslosigkeit herrschte nach dem Schlusspfiff auch bei den Homburger Spielern. Außenverteidiger Marc Gallego: „So ist halt Fußball. Wir hätten längst den Sack zumachen müssen, stattdessen kassieren wir ein Tor, das nicht hätte fallen dürfen.“