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Handball
Hoffnung auf ein weiteres Handballfest

Der Matchwinner im letzten Zweibrücker Stadtderby im November 2017: Kapitän Philip Wiese erzielte Sekunden vor dem Ende das entscheidende 24:23 für die VTZ Saarpfalz.
Der Matchwinner im letzten Zweibrücker Stadtderby im November 2017: Kapitän Philip Wiese erzielte Sekunden vor dem Ende das entscheidende 24:23 für die VTZ Saarpfalz. FOTO: Norbert Schwarz / nos
Zweibrücken. Ein Freudentag für sportbegeisterte Zweibrücker: In der Handball-Oberliga treffen am Samstag die VTZ und der SV 64 aufeinander. Von Jadran Pesic und Roman Kuhn

Mundenheim gegen Friesenheim in Ludwigshafen, Mülheim gegen Vallendar in Koblenz und SV 64 gegen VTZ Saarpfalz in Zweibrücken – das sind die Stadtderbys in der Handball-Oberliga RPS. Doch das Zweibrücker ragt nicht nur in Sachen Fanbegeisterung deutlich heraus: 1100 begeisterte Anhänger zählte man im Hinspiel in der Zweibrücker Westpfalzhalle. Beim Koblenzer Derby waren es 700, in Ludwigshafen gerade mal 150 Zuschauer.  Es gibt wohl kein anderes Aufeinandertreffen in der Oberliga, bei dem der Tabellenstand, die Zielsetzung für die Saison, die Favoritenrolle für das Spiel oder der Verlauf in der aktuellen Runde im Vorfeld dermaßen unwichtig sind, und trotzdem alle Spieler, Trainer, Funktionäre und Fans total elektrisiert sind.

Am Samstag um 18 Uhr ist es jetzt wieder so weit, die VTZ empfängt den Lokalrivalen SV 64. Das Hinspiel gewann der Ligaprimus VTZ knapp dank eines Treffers von Kapitän Philip Wiese wenige Sekunden vor Ende der Partie. „Wie wahrscheinlich alle Handballbegeisterten freuen auch wir uns als Mannschaft sehr auf das Derby. Zuletzt wurde man immer wieder auf den Samstag angesprochen“, sagt Wiese.  Auch wenn die Motivation für den Samstag kaum größer sein könnte, gibt er sich  gelassen: „Die Vorfreude ist schon groß und die Anspannung vor dem Spiel nimmt natürlich immer mehr zu.“

Die VTZ geht zwar als leichter Favorit in die Partie, doch spätestens seit dem letzten Wochenende weiß man, dass es schnell in beide Richtungen gehen kann. Während der SV 64 zuhause den TV Bitburg in alle Einzelteile zerlegt hat, haben die Jungs von VTZ-Trainer Danijel Grgic beim VTV Mundenheim eine derbe Niederlage kassiert. Es bleiben gemischte Gefühle. Obwohl es bisher die einzige Niederlage der VTZ in diesem Kalenderjahr war und der Vorsprung auf den nächsten Verfolger im Kampf um die Meisterschaft weiter drei Punkte beträgt, erreichen die Handballer der VTZ nicht mehr ihr Leistungsmaximum. Auch Danijel Grgic sieht das ganz ähnlich: „Bei uns geht die Leistungskurve seit ein paar Wochen langsam nach unten. Das ist meiner Meinung nach nur eine Kopfsache. Wir haben vergessen, was uns davor so stark gemacht hat. Es ist natürlich nicht einfach, das abzustellen, aber ich hoffe, dass die Jungs das verstanden haben und wir uns am Samstag wieder als Einheit präsentieren, in der sich jeder für den anderen zerreißt. Sollte uns das nicht gelingen, werden wir kaum eine Chance haben.“ Für den Lokalrivalen ist Grgic indes voll des Lobes. „Sie spielen für mich neben der HF Illtal den schönsten Handball der Liga. Deren großes Plus ist der Zusammenhalt und ihr Tempospiel. Das ist eine Mannschaft mit sehr gut ausgebildeten Spielern. Ich glaube, wenn sie ihre Leistung konstanter abrufen würden, könnten sie jedes Spiel in der Meisterschaft gewinnen.“



Für die VTZ hat es derweil das Restprogramm immer noch in sich, es ist noch lange nichts entschieden. VTZ-Kapitän Philip Wiese ist zunächst auf das Derby fokussiert: „Ich hoffe wieder auf ein großes Interesse seitens der Zuschauer sowie ein spannendes und faires Spiel. Wenn es dann am Ende so ausgeht wie im Hinspiel, wäre das ganz cool.“

Aus Sicht des SV 64 hatte das „Handballfest“ in der Vorrunde mit der VTZ einen glücklichen Gewinner. Nicht zuletzt, weil der Co-Trainer der Zweibrücker Löwen, Jonas Denk, Sekunden vor dem Abpfiff verfrüht die „grüne Karte“ legte, damit eine Auszeit beantragte und letztendlich den Ausgleichtreffer von Marc-Robin Eisel annullierte.

 Trainer Axel Koch hat in der zurückliegenden Trainingswoche seine Schützlinge intensiv auf das Derby vorbereitet. Seit langer Zeit konnte er, mit wenigen Ausnahmen, mit dem kompletten Kader trainieren. Lediglich Niklas Bayer fällt wegen seines Bänderrisses weiter aus. Besonderes Augenmerk legt Koch dabei wiederum auf die Abwehr: „Wir sind natürlich alle hochmotiviert. Entscheidend wird es sein, wie unser Abwehrverband den wurfstarken Rückraum der VTZ in den Griff bekommt. Besonders die beiden Halbangreifer Tomas Kraucevicius und Philipp Wiese, die immer wieder über die Mitte Schüsse suchen, müssen hier aggressiv bekämpft werden. Aber auch Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin ist zweikampfstark und treffsicher“.

Im Angriff setzt der Übungsleiter auf das bewährte schnelle Spiel mit vielen Positionswechseln, um die VTZ-Defensive in die Breite zu ziehen und somit die Angriffsräume zu vergrößern.

Organisatorisch läuft bisher alles wie am Schnürchen: Laut VTZ wird das Spiel erneut gut angenommen, viele Karten gingen bereits im Vorverkauf über den Tresen. Doch auch an der Abendkasse werde es noch genügend Tickets geben. Aufgrund des großen Interesses sollte man aber rechtzeitig in der Halle sein, rät die VTZ.

Bei der Partie ging es wie immer hoch her, was auch Dominik Rifel (links) zu spüren bekam.
Bei der Partie ging es wie immer hoch her, was auch Dominik Rifel (links) zu spüren bekam. FOTO: Norbert Schwarz / nos