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Hoffnung auf die Sensation lebt

Nochmal alles geben: Die SV-B-Jugend um Kian Schwarzer hat noch alle Chancen aufs DM-Finale. Foto: mw
Nochmal alles geben: Die SV-B-Jugend um Kian Schwarzer hat noch alle Chancen aufs DM-Finale. Foto: mw FOTO: mw
Zweibrücken. Das Heimspiel des Jahres steht für die B-Jugend-Handballer des SV 64 Zweibrücken vor der Tür: Am Samstag geht es im Halbfinale gegen die Füchse Berlin um den Einzug ins Endspiel der deutschen Meisterschaft. Christian Gauf

Erfolge haben die Nachwuchs-Handballer des SV 64 Zweibrücken in den vergangenen Jahren schon einige gefeiert. Ein Highlight war der erstmalige Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga 2014, getoppt durch den Klassenverbleib und Platz drei in dieser Runde. Noch nie in den zurückliegenden 52 Jahren seit der Vereinsgründung fand allerdings ein Halbfinale um die deutsche Meisterschaft mit Zweibrücker Beteiligung in Zweibrücken statt. Diese Premiere gibt es nun am Samstag um 18 Uhr in der Westpfalzhalle, wenn die B-Junioren die Füchse aus Berlin zum Rückspiel empfangen.

Die Jungs von Trainer Tony Hennersdorf, die sich nach schwachem Saisonstart mit einer Serie von 31:1 Zählern noch die Meisterschaft in der Oberliga sicherten, sich dann in den Viertelfinalspielen gegen den Hessenmeister Hanau und den Niederachsen-Vertreter Hildesheim durchsetzten, kämpfen gegen den amtierenden deutschen Meister mit ihrem Trainergespann Bob Hanning und Volker Zerbe noch um das Finalticket. Dass die Entscheidung, wer sich für das Endspiel - entweder gegen Flensburg-Handewitt oder die Rhein-Neckar-Löwen - qualifizieren wird, erst im zweiten Halbfinale fällt, ist alleine Bestätigung für eine außergewöhnliche Saison, in der es den SV-Jungs gelungen ist, im Konzert der Nachwuchsteams der Bundesligisten und Förderzentren mitzuhalten. Um sich allerdings tatsächlich gegen die Füchse durchzusetzen, bedarf es noch einmal einer Topleistung, wie sie dem SV 64 bereits im Fuchsbau bei der nur knappen 29:31-Niederlage gelungen war. Der SV 64 ist zuversichtlich, diesen Zwei-Tore-Rückstand gegen das favorisierte Team - mit der Zuschauerunterstützung in der heimischen Halle - aufholen zu können. Auch wenn das Halbfinale für den amtierenden deutschen B-Jugendmeister im Vergleich zum SV 64 schon etwas ganz normales ist. Denn seit 2010 haben die Berliner sieben deutsche Meisterschaften eingefahren, vier Mal mit der A- und drei Mal mit der B-Jugend. Somit sind die Füchse mit ihrem Geschäftsführer und B-Jugendtrainer Bob Hanning im deutschen Jugendhandball das Maß aller Dinge. Was die Ausgangslage vor dem Halbfinal-Rückspiel anbelangt, so sind die Berliner Gäste nach wie vor Favorit. Nicht zuletzt wegen ihres engagierten Auftrittes im Hinspiel haben sich die Zweibrücker allerdings einen gewissen Respekt erarbeitet. Sie haben in Berlin unbändigen Kampfgeist gezeigt.

Alles geben werden die SV-Spieler am Samstag auf dem Platz und der Tribüne, um die Sensation noch zu schaffen. Während bei den Spielen der SV64-Drittligamänner die B-Jugend an den Trommeln für Stimmung sorgte, werden sich nun neben den anderen Jugendspielern auch die Herren revanchieren. "Ich hoffe, dass diese Kulisse mein Team beflügeln wird", sagte Hennersdorf. Gut vorbereitet sei das Team allemal. Nachdem die RPS-Meisterschaft eingefahren war, hat Hennersdorf die Trainingsintensität angehoben, zuletzt teilweise fünf bis sechs Einheiten wöchentlich absolviert. Dabei wurde der Coach von Weltmeister Christian Schwarzer unterstützt, der sich auch am Samstag wieder mit auf die SV-Bank setzen wird. Vor allem taktische Abläufe und Abwehrverhalten standen in den vergangenen Wochen im Vordergrund. "Dass wir gegen die Füchse nicht chancenlos sind, hat das Hinspiel gezeigt", stellte der Trainer vor dem entscheidenden Halbfinale heraus. "Wenn jeder seine Leistung abrufen kann, ist die Sensation vielleicht sogar möglich."Tickets für das Halbfinale gibt es ab 16.30 Uhr an der Tageskasse. Der Eintritt kostet fünf Euro für Erwachsene, drei Euro ermäßigt.