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Landesleistungszentrum
Hinarbeiten auf einen Olympiasieger

Raphael Holzdeppe ist nur eines der Aushängeschilder des LAZ Zweibrücken. Als Landesleistungszentrum erhofft sich der Verein, künftig weitere Topathleten hervorzubringen.
Raphael Holzdeppe ist nur eines der Aushängeschilder des LAZ Zweibrücken. Als Landesleistungszentrum erhofft sich der Verein, künftig weitere Topathleten hervorzubringen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Das LAZ Zweibrücken ist am Samstag zum Landesleistungszentrum ernannt worden. Es besteht zudem Hoffnung auf Anerkennung als alleiniger Olympiastützpunkt. Von Sebastian Dingler

So langsam wird’s kompliziert mit den Begrifflichkeiten rund um das LAZ Zweibrücken. Die Abkürzung LAZ steht für Leichtathletikzentrum; außerdem trägt das LAZ den Titel Bundesleistungszentrum und ist Teil des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz-Saarland. Und seit vergangenem Samstag ist der Standort nun auch noch zum Landesleistungszentrum ernannt worden. Zur feierlichen Übergabe eines Schildes mit dem neuen Titel waren neben den LAZ-Mitgliedern auch der Vizepräsident des Landessportbundes, Jochen Borchert, sowie der rheinland-pfälzische Staatssekretär im Innenministerium, Günter Kern, gekommen.

In seiner Begrüßung äußerte der LAZ-Vorsitzende Bernhard Brenner die Hoffnung, dass durch den neu verliehenen Titel die Zusammenarbeit mit dem Land ausgebaut und damit die Basis für viele gemeinsame Erfolge gelegt werden kann. Borchert freue sich, dass Zweibrücken in Zukunft „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ als alleiniger Olympiastützpunkt anerkannt wird – nicht mehr wie bisher mit Saarbrücken zusammen. Die Leistungssportabteilung im Landessportbund unter der Leitung von Thomas Kloth habe in den letzten anderthalb Jahren ein irres Tempo in Sachen Entwicklung des Nachwuchsleistungssports an den Tag gelegt. Es freute den Vizepräsidenten in dem Zusammenhang sehr, dass „in kürzester Zeit ein Prüfungs- und Anerkennungsverfahren für Landesleistungszentren auf den Weg gebracht werden konnte.“ Borchert wies auch auf die zusätzliche Förderung durch das Land hin, von der das LAZ profitieren werde: „Neben dem Betriebskostenzuschuss sind Fördergelder für eine Honorartrainerstelle und Sportgeräte möglich. Des Weiteren möchten wir zukünftig ermöglichen, dass die administrativen Leistungen der LAZ-Leiter mit einem Minijob entlohnt werden.“

Brenner und der sportliche Leiter des LAZ, Alexander Vieweg, seien die Motoren des Vereins und hätten viel bürokratische Arbeit erledigen müssen. Kern blickte zunächst zurück auf den großen Erfolg der LAZ-Sportlerin Christin Hussong, die im Sommer Europameisterin im Speerwurf wurde – da sei Kern „eine kleine Träne aus dem Auge gefallen“. Wenn er sich die Erfolge des LAZ ansieht, dann frage er sich, wie denn so ein kleiner Standort solche Ergebnisse hervorbringen kann. Das habe auch was mit dem Engagement vor Ort zu tun. Mit der Anerkennung als Landesleistungszentrum wolle man Rahmenbedingungen schaffen, „damit wir auch in Zukunft Freude am Erfolg haben“, so Kern. An den Nachwuchs appellierte er abschließend, dass er sich ein Beispiel an den erfolgreichen Sportlern nehmen solle.



Alexander Vieweg freut sich, enger mit dem Land zusammenzurücken. „Für uns als Ehrenamtliche oder Funktionäre ist es leichter, wenn Bund, Land und Kommune sich einig sind, das öffnet viele Türen und Wege“, betonte er. Er wagte einen ambitionierten Blick in die Zukunft: „Eine Europameisterin haben wir seit diesem Jahr, einen Weltmeister haben wir – ich würde mal sagen, arbeiten wir auf einen Olympiasieger hin!“ Wie hoch allerdings die Fördergelder vom Land sein werden, die das LAZ in Zukunft bekommt, wollte er nicht verraten. Als Trainer beim LAZ erklärte Christin Hussongs Vater Udo, dass die Trainingsbedingungen zwar super seien, aber an manchen Stellen noch verbessert werden könnten. Im Blick hat er vor allem Sportgeräte. Europameisterin Hussong war als Aushängeschild des Vereins auch selbst anwesend. Sie sah die Ernennung zum Landesleistungszentrum „einfach als eine Wertschätzung für uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“.

Das LAZ Zweibrücken ist ab jetzt auch Landesleistungszentrum. Zur feierlichen Schildübergabe waren neben den Vereinsverantwortlichen auch Sportler, Trainer sowie Vertreter des Landes gekommen.
Das LAZ Zweibrücken ist ab jetzt auch Landesleistungszentrum. Zur feierlichen Schildübergabe waren neben den Vereinsverantwortlichen auch Sportler, Trainer sowie Vertreter des Landes gekommen. FOTO: Sebastian Dingler