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Handball-Oberliga
Harte Nuss für Zweibrücker „Schulbuben“

Ein Kampfspiel erwartet Lukas Majbik (links) und den SV 64 Zweibrücken gegen Kastellaun-Simmern.
Ein Kampfspiel erwartet Lukas Majbik (links) und den SV 64 Zweibrücken gegen Kastellaun-Simmern. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberligist SV 64 hat am Samstag in Ignaz-Roth-Halle die körperlich robuste HSG Kastellaun-Simmern zu Gast. Von Roman Kuhn

Die Oberliga-Herren des SV 64 Zweibrücken empfangen am Samstag um 18 Uhr die HSG Kastellaun-Simmern in der Ignaz-Roth-Halle. Dabei sollten es die Schützlinge von Trainer Stefan Bullacher tunlichst vermeiden, den Gegner am aktuellen Tabellenstand zu messen. Denn das Team des ehemaligen Saarlouiser Zweitligaprofi Dejan Dobardzijev hat deutlich mehr Qualität im Kader, als sich im 14. Platz widerspiegelt. Das musste vor zwei Wochen bereits der TV Mülheim schmerzhaft erkennen, als der damalige Tabellensechste mit 36:28 vom Platz gefegt wurde.

Seit dem Aufstieg der HSG vor drei Jahren hat sich im Hunsrück einiges getan. Einerseits trägt die sehr gute Jugendarbeit Früchte und andererseits konnten international erfahrene Spieler für das Handballprojekt im nördlichen Rheinland begeistert werden. Torwart Luca Korbion und Linkshänder Patrick Hess aus der HSG-Talentschmiede mussten 2015 in der B-Jugendoberliga den SV-Talenten, zu denen aus der heutigen Mannschaft zum Beispiel Kian Schwarzer, Tim Schaller oder Giona Dobrani gehörten, als Vizemeister denkbar knapp den Vortritt lassen. Die Junglöwen wurden danach erst im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft von den Füchsen Berlin gestoppt.

Allerdings werden im Oberligateam aus Kastellaun nicht nur die Früchte der eigenen Nachwuchsarbeit geerntet. Gleich vier Spieler mit früherer internationaler Profikarriere greifen dort zum Handball. Der litauische Nationalspieler Andrius Zigelis, der tunesische Juniorennationalspieler Abdelaziz Helaoui, der bosnische Ex-Profi Adnan Kulovic und Nikola Popovic, der im letzten Jahr noch in der ersten kroatischen Liga spielte, erzielten in der laufenden Saison zusammen bereits über 200 Treffer für ihren Verein.



SV-Trainer Stefan Bullacher war nach seinem intensiven Videostudium von den Gästen beeindruckt: „Das ist körperlich wahrscheinlich die stärkste Mannschaft der Liga. Alle Spieler bringen durch ihre gute Ausbildung und ihre internationale Erfahrung viel Qualität mit. Ihr Abwehrblock gleicht einer Betonmauer. Da brauchen wir echt einen guten Plan, wie wir gegen diese Defensive Tore erzielen können. Gegen ihre Spieler sehen meine Jungs körperlich wie Schulbuben aus. Es ist mir unerklärlich, wieso sie in der Tabelle nicht deutlich weiter oben stehen.“

Personell gibt es im Lager der Löwen für die kommende Begegnung nicht viel Neues. Kapitän Tom Grieser wird ebenso wie Christopher Huber auf unbestimmte Zeit ausfallen. Unter der Woche plagten sich einige SV-Spieler zusätzlich noch mit Erkältungen herum, so dass das Abschlusstraining sogar ausfallen musste. Bullacher hofft allerdings, dass er am Samstag wenigstens auf alle angeschlagenen Spieler zurückgreifen kann. Der Kapitän der A-Junioren, Sebastian Meister, wird ab sofort ein fester Bestandteil des Oberligateams sein.

Doch trotz aller widrigen Umstände ist die Stimmung bei den 64er aktuell ausgezeichnet. Der Auswärtssieg beim TV Offenbach hat dem jungen Team der Löwen viel Selbstvertrauen für die weiteren Aufgaben mit auf den Weg gegeben. Deshalb haben die Löwen einen Heimsieg fest im Visier und wollen ihre Erfolgsserie ausbauen.