| 22:10 Uhr

Handball-Oberliga
Einige Ausfälle und ein Debütant beim SV 64

A-Junior Felix Dettinger (rechts) darf am Sonntag erstmals bei den SV 64-Herren ran.
A-Junior Felix Dettinger (rechts) darf am Sonntag erstmals bei den SV 64-Herren ran. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken . Der Handball-Oberligist aus Zweibrücken ist an diesem Sonntag beim zuhause noch ungeschlagenen TV Offenbach gefordert. Von Roman Kuhn

Auf das aktuell wohl interessanteste Handballprojekt der Oberliga treffen die Herren des SV 64 Zweibrücken an diesem Sonntag. Ab 18 Uhr ist das Team von Trainer Stefan Bullacher beim TV Offenbach zu Gast.

Vor drei Jahren zog sich der ehemalige Regionalligist, der durch seine gute Jugendarbeit über Jahre in der dritthöchsten Liga für Furore sorgte, aus dem Spielbetrieb der Oberliga zurück und trat freiwillig in der Pfalzliga an. In den Jahren davor hatten viele Abgänge den Kader zu sehr ausgedünnt und die nachrückenden Talente waren, nach Ansicht der Verantwortlichen, den Anforderungen in der RPS-Liga noch nicht gewachsen. Dies sollte sich als eine der klügsten Entscheidungen herausstellen. Direkt im ersten Jahr wurde der Wiederaufstieg geschafft, gleich danach etablierten sich die Vorderpfälzer in der Oberliga. Trainer Michael Übel formte aus den Talenten der Region und der eigenen Jugend eine schlagkräftige Truppe, die in der laufenden Saison mit temporeichem Konzepthandball überzeugt. Der dritte Platz, eine weiße Weste in der heimischen Hölle Süd und tolle Auswärtsergebnisse sind sicher kein Zufall. Dabei ist das Offenbacher Modell der neuen Ausrichtung des SV 64 nicht unähnlich. Auch bei den Zweibrückern haben sich seit Beginn der vergangenen Saison nicht weniger als neun Spieler zu anderen Vereinen in der 3. Liga oder der Oberliga verabschiedet. Bis auf den Rückkehrer Thomas Zellmer, der davor in der Saarlandliga aktiv war, verzichtete der Verein vollständig auf Neuzugänge und setzte ausschließlich auf die eigenen Talente aus der Jugend sowie der zweiten Mannschaft. Und beide Vereine rangieren in der Spitzengruppe hinter dem Ligaprimus aus Hochdorf.

Stefan Bullacher hat vor der Arbeit seines Offenbacher Kollegen großen Respekt: „Ich kenne Michael Übel nicht und wir sind uns zuvor noch nie begegnet. Aber ich ziehe den Hut vor der taktischen Ausrichtung und der Umsetzung seines Teams. Das ist konzeptionell mit das Beste, was die Liga zu bieten hat“, lobt Bullacher. Der Rückraum mit Steuer, Klein und Mohra sei immer in Bewegung und brandgefährlich, sie setzten ihren Kreisläufer Graap exzellent in Szene. „Das wird eine Mammutaufgabe“.



Außer der Stärke des Gegners quälen den SV 64-Übungsleiter noch mehr Probleme vor dem Spiel gegen den TVO. Wie befürchtet, hat sich Kapitän Tom Grieser schwerer verletzt. Er fällt mit einem Muskelbündelriss ebenso sicher aus wie Christopher Huber, dessen Beschwerden im Mittelohr unter der Woche schlimmer geworden sind. Damit brechen den Gästen zwei wichtige Säulen in Abwehr und Angriff weg. Mit Sebastian Meister und Kian Schwarzer konnten beide Kreisläufer unter der Woche wegen Erkältungen nicht trainieren. Doch Stefan Bullacher hofft, dass das Duo am Sonntag wieder mit von der Partie sein kann. Sein Debüt bei den Aktiven-Löwen wird Felix Dettinger feiern, der mit starken Leistungen bei den A-Junioren auf sich aufmerksam gemacht hat. Giona Dobrani, der sich unter der Woche mit der Junioren-Nationalmannschaft der USA für die Pan-Amerikanischen Meisterschaften qualifizieren konnte und somit die Chance auf die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Spanien 2019 gewahrt hat, wird zum Spiel in Offenbach rechtzeitig zurück erwartet.